Schade…

Moin!

In den letzten zwei Wochen habe ich mich ja wieder mal etwas rar gemacht. Ich war an beiden Wochenenden unterwegs, konnte die Spiele nicht komplett oder überhaupt nicht sehen, und war somit auch nicht in der Lage einen Artikel zu schreiben. Was haben wir verpaßt?

Zum ersten den deutlichen Sieg bei den Arizona Cardinals (45:10). Zum zweiten den Cut von Quarterback-Hoffnung Chad Kelly, nach seinen fragwürdigen nächtlichen Aktivitäten.

Die Niederlage letzten Sonntag bei den Kansas City Chiefs (23:30) und natürlich den Trade von Demaryius Thomas zu den Houston Texans. Zu diesen Themen werde ich mich jetzt nicht mehr groß auslassen und will eher auf das letzte Heimspiel gegen die Houston Texans eingehen.

Denver pays tribute to Demaryius Thomas after trading him to Houston. Credit: Kyle Rickert

Da kommt man allerdings nicht an Demaryius Thomas vorbei. In mehr als acht Jahren war er ein treuer „Arbeiter“ in unseren Diensten. Hat den Super Bowl geholt, wobei er insbesondere in der Peyton Manning-Ära aufblühte.

Dieser gab damals bei seinem Abschied von der Footballbühne bekannt, wieviel ihm an der Zusammenarbeit mit dem Receiver aus Georgia lag. Keine Frage, nicht nur wegen seiner Qualitäten auf dem Platz, die zweitmeisten Receiving Yards nach Rod Smith, ein ganz großer in der Geschichte des Clubs.

Daß sein erstes Spiel, in dem er nicht die orange-blauen Farben tragen durfte, ausgerechnet in Mile High stattfand, ist schon kurios. Um so größer war natürlich die Begeisterung der Fans, die ihn vor Spielbeginn noch einmal feiern durften. Den Münzwurf danach verlor er – das Spiel sollte er gewinnen.

Im ersten Quarter hatte er dann auch gleich viel Spaß an seiner alten Wirkungsstätte. Gleich drei Pässe über 61 Yards fing er in ziemlich schneller Abfolge.

Im weiteren Spielverlauf war er dann so gut wie gar nicht mehr zu sehen, bis auf eine Strafe und eine kuriose Szene, als er sich an die falsche Position begab und sich bei seinem Quarterback erkundigen mußte, ob er jetzt richtig steht.

Als er die Antwort von Deshaun Watson wohl nicht verstand, nahm er kurzerhand ein Time Out. Nach dem Schlußpfiff hatte er es dann besonders eilig vom Spielfeld zu kommen.

Die Kamera fing ihn noch ein wie er in die Katakomben seiner ehemaligen Heimat sprintete. Man kann es nach so vielen Jahren nachvollziehen, wenn die Emotionen einen überwältigen. 

Aber nochmal zurück ins erste Quarter, auch wenn es davon nicht viel Gutes zu berichten gibt. Die Offense, wie auch die Defense brauchte einige Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Anders die Texans, die gleich in ihrem ersten Drive einen Touchdown fabrizierten und somit auch gleich punktemäßig den Ton angaben.

Courtland Sutton war es dann hauptsächlich zu verdanken, daß auch die Hausherren zu Punkten kamen. Er verhinderte mit seinem ersten Catch das zweiten 3-and-out infolge und war dann plötzlich im Zentrum des Geschehens als Case Keenum seine Wurfstärke mit einem gewaltigen Deep Pass unter Beweis stellte.

Der Ball ging über gut 70 Yards in die Endzone, in der Sutton den Ball leider nicht festhalten konnte, was allerdings hauptsächlich an dem starken Einsatz seines Gegenspielers lag, der ihm den Ball förmlich aus der Hand schlug. Schade… Brandon McManus verwandelte das Field Goal zum 3:7. 

Der nächste Aufreger meinerseits fand im darauffolgenden Drive der Texans statt. DeAndre Hopkins fängt einen Pass spektakulär in der Luft, geht zu Boden und der Ball springt nachdem er mit sämtlichen Körperteilen am Boden war aus seinen Händen.

Laut den seit dieser Saison geltenden Regeln, die einen Catch definieren, eine klare Sache. Der Ball gilt als gefangen. Punkt.

Vance Joseph continues to look out of his depth as a head coach in the NFL

Warum Vance Joseph trotzdem seinen roten Lappen aufs Feld schmeißen mußte, ist mir unbegreiflich. Seine Challenges in dieser Saison waren meist unbegründet oder sehr riskant. Dieser fehlt klar in die erste Kategorie.

Dann kam auch unsere Defense auf Hochtouren und so war es Rookie Bradley Chubb, der die Texans dann bei einem 4th-Down-Versuch an der Grenze der Redzone stoppte.

Aber die Offense vermochte den Ballgewinn nicht zu versilbern. Devontae Booker ließ den Ball gleich im zweiten Snap aus seinen Händen gleiten – Fumble – und so konnten die Texans an ziemlich genau gleicher Position weitermachen und kamen zu ihrem zweiten Touchdown – 13:3.

In diesem zweiten Quarter gab es dann jeweils noch ein 3-and-out von beiden Teams, bevor die Broncos wiederum aktiv wurden und mit nur 4 Snaps zu einem Touchdown kamen.

Den größten Raumgewinn bescherte ein Pass auf Matt LaCosse über 44 Yards. Zwei Catches von Jeff Heuerman für zusammen 24 Yards. Devontae Booker konnte dann den Ball fast mühelos über 14 Yards in die Endzone tragen – 13:10. Dabei sei erwähnt, daß Royce Freeman bereits das zweite Spiel infolge verletzungsbedingt (verstauchter Knöchel) fehlte.

Denver war nun dran und man merkte deutlich, daß die Mannschaft selbstbewußter und damit auch sicherer wurde. Ein weiterer ganz guter Drive, in dem sich Center Matt Paradis allerdings so schwer verletzte (Wadenbeinbruch), daß er wohl den Rest der Saison ausfallen wird, endete jedoch wieder mal fruchtlos.

Abermals standen nicht nur die Akteure auf dem Platz im Fokus des Geschehens, nein, es war wieder mal das Coaching Team angeführt vom Head Coach Vance Joseph, das den Zorn der Fans auf sich lud. Der Drive endete 18 Sekunden vor der Halbzeit in der Mitte des Feldes und man schickte Brandon McManus raus, um ein 62 Yard-Field Goal zu erzielen.

Es wäre seine persönliche Bestmarke und somit ist es äußerst fraglich warum man ihm nicht mehr Zeit verschafft hat? Durch ein Time Out, mit denen man ja sonst auch eher fahrlässig umgeht, wäre es möglich gewesen, seinem Kicker ein bißchen mehr Komfort für seine Bestmarke zu verschaffen.

Kurzum der Kick ging daneben und die Texans ihrerseits kamen auch nochmal in die Annehmlichkeit eines Field Goals vor der Halbzeitpause. Der Ball mußte ja nicht weit bewegt werden. Vance Joseph hatte den Texans-Kicker wie üblich „ge-iced“, das Field Goal ging daneben. Der zweite Versuch saß dann – 16:10.

Irgendwie kann Joseph nichts richtig machen und dann kommt auch noch Pech dazu…

Die zweite Halbzeit begann dann deutlich stärker. Die Defense stoppte die Texans-Offense ein ums andere Mal (Sacks von Chubb und Miller sei Dank) und auch die Offense war nun im Rhythmus den sie lange vermissen ließ.

Der vielleicht beste Drive der Saison, über insgesamt 81 Yards, endete mit einem starker Touchdownpass von Case Keenum auf Jeff Heuerman. Der Tight End war von zwei Verteidigern umzingelt und dennoch bekam er den Ball punktgenau in die Hände gespielt. Ein absolut genialer Touchdown, der die Broncos erstmals in Führung brachte – 16:17.

Die Texans kamen im nächsten Drive mit einem Field Goal zur erneuten Führung – 19:17 – doch ein vergebener Extrapunkt nach dem zweiten Touchdown in der ersten Hälfte, hätte nun teuer werden können. Denn die Broncos hätten nun mit einem Field Goal das Spiel für sich entscheiden können.

Ein langer, zäher Drive mit reichlich Bluthochdruck bei den Zuschauern folgte. Gleich zweimal mußten die Broncos im 4th Down alles riskieren, doch sie schafften es auf eindrucksvolle Weise in die Field Goal Range an die gegnerische 33-Yard-Linie. 

Brandon McManus kam raus und semmelte das Leder ein paar Meter rechts neben die Stangen. Das Spiel war aus und DT rannte davon…

Was bleibt nun nach so einer schmerzlichen Niederlage, nach der man sich um so tiefer im Niemandsland befindet? Die Playoffs sind passé, das ist wohl ziemlich sicher.

Case Keenum and Vance Joseph might not return to the Broncos in 2019

Aktuell steht man bei 3:6 und ich rechne bestenfalls noch mit einem 7:9 eher jedoch 6:10. Für eine Winning Season sehe ich kein Potential und die Gründe dafür sind schnell aufgezählt:

Nummer 1 – der Quarterback

Nach der Hälfte der Saison sehe ich Case Keenum lediglich als einen besserer Trevor Siemian.

Man sieht, daß er die Würfe draufhat, aber es fehlt an Ballsicherheit und an dem letzten Pass, der das Spiel zu unseren Gunsten entscheidet. Er kann einem schon leid tun, wenn wirklich traumhafte Bälle nicht zu Punkten führen.

Es ist auch nicht so, daß er nicht clever genug spielt, aber oftmals reicht eine „dumme“ Aktion, und er bringt sich um sämtliche Erträge. Zu oft aber kommt er in keinen Rhythmus oder es dauert ewig bis er ihn gefunden hat und dann ist das Spiel entweder schon entschieden oder wie so oft auf Messers Schneide.

Im aktuellen Quarterback Rating befindet er sich auf Rang 26. Von den nicht Rookie-QBs ist einzig Eli Manning hinter ihm. Das ist einfach viel zu schlecht und meilenweit von Playoff-Hoffnungen entfernt.

Nummer 2 – das Coaching

Nur allzuoft haben wir über diesen Punkt sprechen müssen und es ist nicht anzunehmen, daß sich das in den verbleibenden Spielen ändern wird. Schlechtes Playcalling gehörte dazu. Zu viel Passspiel bei deutlich stärkerem Laufspiel.

Auch wenn man der Fairness halber sagen muß, daß es bei den Spielständen häufig schwierig ist, verstärkt auf den Lauf zu setzen, wenn man hinten liegt. Unnötige Strafen gehören auch noch in diese Kategorie.

Nummer 3 – das Restprogramm

Hatte man sich vor der Saison noch so über den (leichten) Spielplan gefreut, war die Freude spätestens nach dem Jets-Spiel dahin. Nach der kommenden Bye-Week erwarte ich gegen die Chargers und Steelers keine Siege. Gegen die Bengals wird es eng.

Dann kommen mit den 49ers, Browns und Raiders drei Spiele die du auf dem Papier gewinnen mußt. Das trägt auch nicht wirklich zur Entspannung bei.

Ich weiß, das ist alles nicht sehr optimistisch, aber ich kann nichts beschönigen. Wir befinden uns wieder in einer Saison ohne Playoffs und mit ziemlicher Sicherheit auch ohne positive Bilanz. Die zweite Losing Season infolge.

Ich erspare mir jetzt die üblichen Floskeln wie, da muß oder wird dann was passieren. Allen sollte klar sein, daß wir uns immer noch in einer Phase der Orientierung befinden.

Geht es weiter nach unten oder doch vielleicht wieder nach oben. Keiner kann es genau sagen. Die diesjährige Draft Class macht allerdings etwas Hoffnung. Die Hauptfragen die bereits im Raum stehen und spätestens nach Ablauf der Regular Season auf dem Tisch liegen werden, sind: 

Wer wird der nächste Head Coach und wer wird der nächste Quarterback?

Ich erwarte nicht, daß das Management mit Vance Joseph in eine dritte Saison geht und ich bin mir derzeit sicher, daß man ebenfalls nicht mit Keenum weitermachen wird, es sei denn, er reißt in den verbleibenden Spielen das Ruder nochmal zu seinen Gunsten herum. Ich kann es ihm nur wünschen.

Dann ruht euch schön aus am kommenden Wochenende. 😉

Mile High Salute

GordonTwitter: @nenntmichGordon

Da geht noch was!


Moin!

Die Broncos machen es uns aber nun wirklich nicht einfach. Letzte Woche die deutliche Niederlage, bei einem Team dessen Potential eigentlich unter dem eigenen liegen sollte. Diese Woche dann, zumindest am Ende, ein Spiel auf Augenhöhe mit einer 6:0-Mannschaft. Wie paßt das zusammen? Welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

Hier mein Versuch das Spiel einzuordnen.

Zuerst viel mir ein ungewohntes und zugleich beängstigendes Detail auf. Das Stadion war während des kompletten Spiels nicht gefüllt. Klar, zu Beginn sind noch nicht alle an ihren Plätzen und das Wetter war auch nicht optimal – Minus 5 Grad und leichter Schnee. Auch haben die Rams sicher nicht so eine breite, reiselustige Fanbase. Doch ist es offensichtlich, daß der Zuspruch der eigenen Fans derzeit auf einem absoluten Tiefpunkt ist. Mit Buh-Rufen fängt es an und irgendwann schwindet auch die Unterstützung. Wirklich traurige Aussichten, die es zu verhindern gilt.

Weiter zum Spiel. Der zuletzt bekannte (manchmal furiose) Auftakt blieb dieses Mal aus. Die Rams dominierten und die Broncos Offense begann äußerst schwach mit einem 3-and-out gefolgt vom zweiten Drive in dem lediglich ein Firstdown durch Phillip Lindsay gelang. Case Keenum wirkte deutlich verunsichert. Ein Fumble im ersten Drive, der zum Glück gesichert wurde und beinahe eine Interception danach, sollten das ausreichend belegen.

Ganz anders sein Gegenüber. Jared Goff, einer der derzeitigen Kandidaten, wenn es um den MVP geht, legte gleich mal los. Seine zweiter Pass auf Woods brachte 44 Yards Raumgewinn und nur dank eines starken Einsatzes von Will Parks in der Endzone, konnte der Touchdown verhindert werden – Field Goal von Cairo Santos – 3:0.

Die Defense knüpfte dann allerdings insbesondere gegen den Lauf an das Spiel von letzter Woche an. Todd Gurley, der an diesem Tag seine persönliche Bestleistung mit 208 Rushing Yards und 2 Touchdowns aufstellen sollte, ging durch die Broncos Defense wie das sprichwörtliche warme Messer durch die Butter. Generell fehlte in der ersten Halbzeit der Defense jeglicher Biss. Im zweiter Drive der Rams, war es dann an Chris Harris Jr. den entscheidenen Pass zu verhindern und so wieder nur ein Field Goal zulassen zu müssen – 6:0.

Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei und so begann auch dieser dritte Drive der Broncos mit einem Screen Pass auf Emmanuel Sanders zum First Down. Selbst unter Druck beim dritten Versuch, klappte es plötzlich. Keenum wird den Ball rechtzeitig los und Phillip Lindsay schaffte die fehlenden Yards zum ersehnten First Down. Was dann kam ließ mich kurzzeitig vom Sofa aufspringen. Doch kommen außergewöhnliche Offensivaktionen der Broncos in dieser Saison nur zu selten ohne diese gelben Flaggen daher. Über die folgende Entscheidung läßt sich meiner Meinung nach aber nun wirklich mal intensiv diskutieren. 

Was war passiert? Case Keenum macht von seiner nicht zu unterschätzender Wurfstärke Gebrauch und zimmert den Ball über 44 Yards auf Emmanuel Sanders. Der Ball fällt unserem besten Receiver kurz vor der Endzone punktgenau in den Schoß. Die Nummer 10 geht zu Boden und kommt in der Endzone wieder hoch – Touchdown! Und was für einer! Sanders steht auf und zeigt mit dem Finger auf seinen Gegenspieler und man erkennt, daß auch Worte gewechselt werden. Der Ref, der direkt daneben steht, wirft die Flagge und man sieht in Broncos Country mal wieder sämtliche Felle davonschwimmen. Mit meinen plastischen Beispielen und Phrasen hab ich es aber wirklich heute. Erstmal wird eine Strafe von 15 Yards gegen Emmanuel Sanders wegen Verspottung des Gegners (taunting) verhängt. Diese wird wie der Ref es sagt, so verhängt, daß der Kickoff um die entsprechenden Yards nach hinten versetzt wird. Aber es folgt die Werbepause, denn die Szene ist natürlich „under review“. 

Das Ergebnis steht für mich da schon fest – alles, nur kein Touchdown! Es lautet dann auch, daß der Ball auf die 1-Yard-Linie gelegt wird, da das Knie von Sanders dort den Boden berührt hat. Kein Touchdown. Ist vielleicht gerade noch vertretbar als Broncos-Fan. Bei anderen Teams würde man jetzt Verschwörungstheorien rausholen, aber wir sind das ja gewöhnt. Doch kommt dann noch die verhängte Strafe ins Spiel, die den Ball dann von der 1-Yard-Linie auf die 16-Yard-Linie versetzt. Machen wir es kurz, den Broncos gelingt natürlich kein (weiterer) Sechser, sondern nur ein Field Goal zum 6:3 Anschluß.

Nach dem Spiel erklärte ein sehr deprimierter Emmanuel Sanders, daß er die Strafe nicht versteht. Er würde schon jahrelang auf seine Gegenspieler zeigen und ihnen nach solchen Szenen so ungefähr sagen: „Da habe ich es dir dieses Mal aber gezeigt!“ Keine wirkliche Beleidigung, aber die Regeln sind da halt hart und die Auslegung in diesem speziellen Fall wohl eher sehr hart und ohne jegliches Fingerspitzengefühl. Wäre das Spiel mit einem Broncos-Touchdowm am Ende des ersten Quarters anders verlaufen? Hätten wir die „verlorenen“ 4 Punkte auch am Ende des Spiels noch gehabt? Niemand weiß es, doch stehe ich in dieser Angelegenheit sehr auf Seiten unseres Spielers und sehe in der Auslegung der Regel schon etwas zu viel Ungerechtigkeit.

Todd Gurley wurde in der Folge dann wieder zum bereits beschriebenen Messer. Sein Touchdown im zweiten Quarter brachte die Rams mit 13:3 weiter nach vorne. Sogar bei 4th-and-inches und ohne Druck ließen sie ihn erfolgreich laufen. 

Dann sind es wieder Penalties der O-Line die sämtliche Offensivbemühungen zunichte machen. Keenum‘s Pässe sind auch noch zu ungenau. Zu hoch, zu lang, wir kennen es bereits. Sekunden vor der Pause gehen wir dann auch mal bei 4th-and-3 doch bis auf einen Sack an unserem Signal Caller kommt nichts dabei heraus. Was Sacks angeht, kam dann noch mehr. Dieses Mal aber auch von unserer Seite. Bradley Chubb schlug in einem Drive gleich zweimal zu und brachte Jared Goff zu Boden. Die Dominanz der Kalifornier schwand zusehends. 

Für den größten Jubel der ersten Halbzeit sorgte dann aber ein ganz anderer. Für den letzten Snap kam völlig überraschend Chad Kelly aufs Spielfeld und die Menge rastete förmlich aus. Mit einer erhobenen Faust und fast schon schüchtern bedankte sich der einstige Mr. Irrelevant bei seinen Fans und kniete lediglich den Ball ab – Halbzeit 13:3. Die Auflösung für die spontane Einwechslung lautete wie folgt. Case Keenum wurde bezüglich einer möglichen Gehirnerschütterung untersucht. Diese war negativ und er kam zur zweiten Halbzeit wieder zurück. Doch die Reaktion der Fans hat irgendwie einen ziemlich starken Eindruck hinterlassen.

Die zweite Halbzeit brachte dann eine unerwartete Wende. Hatte die Rams Offense bereits etwas gewackelt, so zeigte sie nun deutliche Schwächen auf und das lag maßgeblich an der erstarkten Broncos Defense. Es fand wieder Pass Rush statt. Zwei Sacks von Rookie Bradley Chubb hatte wir ja schon gesehen und er sollte noch einen folgen lassen. Auch Von Miller stand aus der Versenkung auf und kam zu einem Sack, dem ersten seit Spiel 2.

Nicht nur die Defense zeigte plötzlich ihr wahres Potential, nein, auch die Offense. Aus einer extrem schlechten Ausgangsposition quasi aus der eigenen Endzone feuerte Case eine weitere Kanone ab und die ging tief. Demaryius Thomas fing seinen ersten Ball des Spiels und das gleich für 45 Yards an der linken Außenlinie. Da klappten schon einige Kinnladen runter. Doch das Gute liegt nicht weit vom Schlechten und so wurden keine Punkte aus diesem Drive mitgenommen. Die Rams ihrerseits schafften mit minimalem Aufwand ihren zweiten Touchdown – 20:3.

Keenum brachte seine Leute wieder zurück, denn ein Ereignis fehlte heute ja und zwar eins, daß es nur bei den Broncos in dieser Saison gibt. Der Quarterback muß noch eine Interception werfen. Case Keenum hat es bisher als Einziger geschafft, in jedem Spiel mindestens eine Interception zu werfen. Ein rühmlicher Rekord… 

Los Angeles allerdings konnte aus dem Turnover kein Kapital schlagen. Nur zwei Snaps später wirft Jared Goff ebenfalls eine Interception. Der Ball trifft seinen Wide Receiver direkt auf den Helm. Von dort aus prallt der Ball nach vorne ab und mit einer starken Reaktion fängt Darian Stewart den Ball und packt ihn der Offense an die Redzone. Keenum findet schnell den völlig freien Emmanuel Sanders, der den Ball mit viel Einsatz über die Linie drückt während er zwei Gegenspieler abwehrt – 20:10. 

Der nächste Rams Drive endet mit einem verfehlten Field Goal und plötzlich sieht man doch nochmal Licht am Ende des Tunnels. Courtland Sutton fängt einen weiteren Deep Pass für 41 Yards Raumgewinn und Mr. 100 Prozent Brandon McManus verwandelt das Field Goal – 20:13. Ein Touchdown und wir sind dran. Doch Los Angeles Kicker Santos schafft auch noch einen Dreier – 23:13. Nun wird die Zeit knapp, alle Time Outs sind raus, doch in einem wirklich starken Comeback schaffen die Broncos tatsächlich noch einen zweiten Touchdown durch Demaryius Thomas – 23:20. Allerdings mißlingt der anschließende Onside Kick und das Spiel ist aus. Vierte Niederlage in Folge, trotz einer starken Aufholjagd in der zweiten Halbzeit.

Vergleichbar ist das Spiel wohl mit dem gegen die Chiefs. Auf Niveau mit einem Spitzenteam, doch ohne den Game-Winning-Drive. Eine Steigerung zur Vorwoche gegen die Jets war es alle Mal. Auch wenn die Probleme der Defense gegen den Lauf nicht besser wurden, allerdings hatte man mit Todd Gurley einen weitaus stärkeren RB vor der Nase als in New Jersey. Die Offense hat auch noch nicht ihren Rhythmus gefunden, wenngleich die Aufholjagd in der zweiten Hälfte nicht schlecht war. Dennoch gab es wie schon gegen die Jets ein Übermaß an Pässen, das Laufspiel, eigentlich eine unserer Stärken, wurde wieder vernachlässigt. Es gab nur 16 Rushings für insgesamt 60 Yards und dagegen 41 Passversuche. Die Rams kamen auf 39 Rushings für insgesamt 270 Yards und nur 28 Passversuche. Das schlägt sich dann auch in den Statistiken der Quarterbacks nieder, wobei Case Keenum auf dem Papier wieder der bessere QB war.

Seine Zahlen:

25 von 41 Pässen (61 %) für 322 Yards bei 2 TDs und 1 INT – 2 Sacks – QB Rating 91.7 

Jared Goff dagegen:

14 von 28 Pässen (50 %) für 208 Yards kein TD und 1 INT – 5 Sacks – QB Rating 58.8

Es war Goff’s mit Abstand schlechtestes Spiel in dieser Saison. Mit solchen Statistiken ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, daß das Spiel verlorengeht, aber dank des überragenden Laufspiels reichte es zum glücklichen Sieg.

Keenum steht trotz seines dritten Spiels diese Saison mit mehr als 300 Passing Yards weiterhin in der Kritik. Seine Statistiken mögen in den letzten Spielen besser geworden sein, doch was fehlt sind Siege und eben die (spiel)entscheidenen Bälle, die er nicht an den Mann bekommt. Die Turnover-Rate ist ebenfalls zu hoch – Schlußlicht in der Liga. Daher muß er sich der ständigen Kritik stellen und endlich zurückschlagen. Es ist kein gutes Zeichen, wenn Vance Joseph nach dem Spiel klarstellen muß, daß er auch am Donnerstag in Arizona von Anfang an spielt. Er hat seine Position vom unumstrittenen Starter zu Beginn der Saison verspielt. Viele Fans fordern Chad Kelly. Das ist ein ungeheurer Druck auf den gebürtigen Texaner. Die Verletzung von Left Guard Ron Leary, der mit einem Achillessehnenriss für den Rest der Saison ausfällt, ist da alles andere als hilfreich. Konstanz in der O-Line ist eh Mangelware und wenn man auf die Defenses der kommenden Gegner schaut, insbesondere im November (Houston, Chargers, Steelers), dann ist noch weitaus höherer Druck auf den QB vorprogrammiert. Ein absoluter Härtetest, den er überstehen und vor allem meistern muß. Ansonsten bekommt er schneller als gedacht das Label „Gescheitert“. 

Einen ähnlichen Druck spürt auch Vance Joseph. Er hat es selbst erkannt, daß auch er um seinen Job bangen muß. John Elway hatte am Montag in einem Interview gesagt, er hofft, daß das Team die immer wiederkehrenden Fehler endlich abstellt und besseren Football spielt. Das Potential ist da, es gibt Spieler die gut spielen, aber als Team spielen wir schlecht. Er hoffe das Team würde am Donnerstag eine Mentalität an den Tag legt, in der es zeigt, daß es um sein Leben kämpft. Die Broncos werden sich aus dieser Situation herausgraben, aber es gibt dafür keinen magischen Schalter. Ich entnehmen diesen Aussagen, daß das kommende Spiel gegen die Arizona Cardinals ein absolutes Entscheidungsspiel sein könnte. Sollte die Verteidigung gegen den Lauf (die schlechteste der Liga) nicht besser werden, es erneut zu kostspieligen Penalties kommen, dann wäre es keine Überraschung, wenn es vor dem übernächsten Spiel in Kansas City personelle Veränderungen geben sollte.

Schauen wir also nach vorn. Wir haben es selbst in der Hand. Das wichtigste ist das Potential ist definitiv da. Wir haben ein starkes Laufspiel, das wir nur nutzen müssen. Wir haben starke Receiver die Bälle fangen können und verbissen um jedes Yard kämpfen. Wir haben eine Defense, die deutlich besser spielen kann, als das was wir über weiten Strecken der Saison gesehen haben. Und wir haben einen Quarterback der werfen kann. 

Mein Appell: Besinnt euch auf eure Stärken und spielt diszipliniert. So hätte jedes der verlorenen Spiele gewonnen werden können. Ich lasse mich von keiner Verlierermentalität gefangennehmen!

Seid bereit!

Mile High Salute,

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

War’s das etwa schon?

Moin!

Vorab entschuldige ich mich für die unfreiwillige Pause letzte Woche. Ich hatte mir alles für den Artikel zurechtgelegt, doch habe ich es bis Freitag nicht geschafft zu schreiben. Dann war es einfach zu spät, noch einen Artikel nachzuschießen.

Diese Montagsspiele finde ich eh sehr bescheiden. Mein Artikel letzte Woche wäre sicher wohlwollender ausgefallen als der heutige. Das Spiel gegen die Chiefs hat mich fast schon begeistert.

Wir konnten eigentlich bis zum Schluß mit dem derzeit wohl besten Team der Liga mithalten und haben dann unglücklich verloren. Der letzte Pass hatte gefehlt.

Den „no call“ für Spielverzögerung gegen Mahomes lassen wir mal weg. Aber das war doch wirklich ein gutes und spannendes Spiel. Unsere Defense war stark, nur der Game-Winning-Drive hat gefehlt.

Ganz anders dann das Spiel im MetLife Stadium am vergangenen Sonntagabend. Mein Notizzettel ist nur halb so voll wie der vom letzten Montag.

Zur zweiten Halbzeit habe ich gerade zwei Stichpunkte gemacht. Muß aber gestehen, daß ich da auch nicht mehr so aufmerksam war.

Der Frust hatte gesiegt und ich habe mir den Shitstorm bei Twitter gegeben. Kleiner Tipp, zur Frustbewältigung trägt das nicht bei. Ganz im Gegenteil.

Fangen wir trotzdem mit den wenigen Stichpunkten auf meinem Notizblock an. Zuerst steht da das Turnover der Defense, ja davon gab es sogar zwei. Adam Gotsis hatte dem Jets-RB Bilal Powell den Ball abgenommen.

Der Offense-Drive von der 20-Yard-Linie der Jets wurde dann ziemlich spektakulär mit einem 8-Yard-Touchdownpass in die Endzone zu Rookie Courtland Sutton abgeschlossen.

Keenum war aus der Pocket gegangen und beschenkte den langen Receiver mit einem mustergültigen Pass, zu seinem ersten NFL-Touchdown. Super Auftakt – Turnover der Defense – und diesen gleich in einen Touchdown umgewandelt. Besser geht es nicht.

Doch haben wir auch schon letzte Saison solche Spiele gesehen. Meist hielt das Glück nicht lange an. So sollte es dann auch kommen.

Im nächsten Drive der Jets, angeführt vom Erstrundenpick QB Sam Darnold, wurde ein Problem gleich überdeutlich – die Verteidigung gegen den Lauf klappte so gar nicht. Der Pass Rush kam im Laufe des Spiels fast gänzlich zum Erliegen. Doch die Broncos hatte dennoch viel Glück in diesem Drive.

Darian Stewart hätte für sein ungeschicktes Eingreifen in der Endzone eine Pass Interference verdient gehabt. Diese blieb aber überraschenderweise aus.

So kamen die Jets lediglich zu einem Field-Goal-Versuch, den der Kicker Myers aus relativ kurzer Distanz kläglich vergab. Weiterhin also eine 7:0 Führung bis dahin.

Die Offense kam dann zum Zug, doch habe ich auf meinem Zettel bis zu den Schlußminuten keine nennenswerten Aktionen mehr notiert. Nur im zweiten Quarter gab es noch einen sehenswerten Drive mit zwei Receptions durch Demaryius Thomas über 42 Yards und einen schönen Pass durch die Mitte auf Rookie-WR DaSean Hamilton.

In der Redzone ging dann aber alles schief, abschließend der viel zu hohe Pass auf Courtland Sutton, der allerdings in bester Odell-Beckham-Manier extrem hochstieg und den Ball sogar noch berührte, ihn jedoch mit der Rückhand nicht unter Kontrolle bringen konnte. Das Field Goal folgte und brachte die Broncos zu diesem Zeitpunkt erstmal wieder mit 10:14 an den Gegner heran.

Zuvor war ja Folgendes passiert. Ein 77-Yard-Lauf von Isaiah Crowell brachte den Ausgleich und im nächsten Drive der Jets brachte Sam Darnold einen Pass an die linke Seite punktgenau in die Arme von Robbie Anderson an den Mann. Dieser Touchdown-Lauf ging über 76 Yards – 7:14 stand es dann.

Die Antwort darauf war ein mieser Drive, der beim ersten Snap fast in einer Interception enden sollte. Beim 3rd Down gab es einen Sack und dann war das 3-and-out perfekt. Eine Konstellation, die wir so noch dreimal sehen durften.

Kurz vor dem Pausentee als man eigentlich mit keiner großen Aktion mehr rechnete, überraschte uns der Rookie-QB der Jets erneut mit einem Pass auf Robbie Anderson, der meterweit hinter Bradley Roby den Ball in die Arme schloß und ungestört wie einst Forrest Gump aus dem Stadion zu laufen schien – 10:21 zur Halbzeit.

Ich muß sagen, daß neben Roby auch Chris Harris Jr. ein ziemlich schwaches Spiel zeigte. Seine bekannte Verbissenheit fehlte vollkommen. Von Miller, in den ersten zwei Spielen noch dominant in der Defense, bekam (wie auch schon in den letzten beiden Spielen) nichts auf die Reihe. Kaum Pressures und bis zu Darnold durch kam er nicht einmal.

Einen Sack konnte die Defense verbuchen, gegen einen Rookie-QB und eine bisher nicht gerade überzeugende O-Line. Kurzum die Defense hatte einen rabenschwarzen Tag. Schlecht gegen den Lauf und schlecht gegen den Pass.

Da kann man fast von Totalausfall oder gar Arbeitsverweigerung sprechen.

Ich hatte das Gefühl, daß die Defense den Spieß mal umdrehen wollte. So Offense, jetzt seht ihr mal wie das aussieht, wenn wir nicht performen. Das kann es doch nun wirklich nicht sein!

Die zweite Halbzeit erspare ich euch jetzt fast komplett. Ich habe noch einen Lauf von Courtland Sutton bei dem er mehr als 40 Yards erlief, aber leider die Hände zu sehr gegen den Jets-DB einsetzte und die Refs den großen Raumgewinn dann mit einer Pass-Interference-Strafe zunichte machten.

Ein wirklich guter Drive im letzten Quarter mit dem einzig guten Lauf von Royce Freeman endete allerdings ohne Punkte, weil man alles auf eine Karte setzte, statt ein Field Goal zu kicken und den Ballbesitz abgab.

Ein weiterer Drive folgte dann im Abschluß mit einem Touchdownpass auf Demaryius Thomas, nur war der Drops da schon gelutscht und man merkte die fehlende Ernsthaftigkeit in der Jets-Defense zu diesem Zeitpunkt, als das Stadion sich bereits fast komplett geleert hatte.

Was bleibt nach dieser schallenden 34:16 Niederlage? Ein Scherbenhaufen? Aufbruchsstimmung? Licht am Ende des Tunnels?

Wie schon vor zwei Wochen fühle ich mich wieder wie in 2017 zurückversetzt. Da gab es solche Spiele zu Hauf. Kommt das jetzt wieder? Sind wir erst am Beginn einer Niederlagenserie wie letztes Jahr?

Die nächsten Gegner sind die Rams, Cardinals und Chiefs… Egal, wir haben gegen schwache Jets unsere höchste Saisonniederlage kassiert.

Die Unzufriedenheit in der Fanszene macht für den erneuten Misserfolg fast ausschließlich den Headcoach verantwortlich. #FireVJ liest man nun wieder unter diversen Tweets. Ist das wirklich die Lösung?

Man hat nach dem gestrigen Spiel schon den Eindruck, daß da etwas in der Mannschaft nicht stimmt. Schlechtes Coaching haben wir dieses Jahr auch schon mehrfach gesehen. Unsere Rookies sind top. Das Potential die Playoffs zu erreichen, ist in der Truppe – keine Frage.

Doch es wird nicht (oder nicht immer) abgerufen. Ich führe das schon auf eine schlechte Stimmung im Team zurück, welches als solches nicht mehr funktioniert.

Die Kontrolle spreche ich dem Coaching Team derzeit eher ab. Es läuft weder in der Offense, die vor der Saison noch so hochgelobt wurde. Das Playcalling gegen die Jets war eine Katastrophe.

Da haben wir mal ein Laufspiel mit zwei Top-RBs der Liga, Lindsay und Freeman, und dann wirft Keenum im letzten Spiel über 50 Pässe. Wie paßt das zusammen?

Gerade wenn es schon in Halbzeit eins nicht mehr läuft? Adjustments nach der Halbzeitpause – Fehlanzeige! Der gleiche Stiefel wurde durchgezogen.

Sorry, aber das sind derzeit einfach zu viele Fragen die man in Richtung der Coaches aufwerfen muß. Warum besinnt man sich nicht erstmal auf seine Stärken?

Kritik muß sich nun mehrfach auch Case Keenum anhören. Ich war in den ersten Spielen noch sehr nachsichtig mit ihm. Hab ihn lediglich in Spiel eins wegen seiner riskanten Spielweise kritisiert. Nur hat es da wenigstens noch zum Sieg gereicht.

Gegen die Jets war er auf dem Papier deutlich besser als sein Gegenüber, nur hat sich das nicht auf dem Scoreboard gezeigt. Seine Reads waren mehrfach schlecht. Seine Pässe oft zu hoch. Wie die Statistiken zeigen ist er bisher nicht wirklich besser als Trevor Siemian letzte Saison.

Siemian hatte in den ersten fünf Spielen letztes Jahr:

61,8 % Pass completions – für 1.264 Yards bei 8 TDs und 6 INTs – 3 Siege – 2 Niederlagen

Keenum kommt in diesem Jahr auf:

63,5 % Pass completions – für 1.365 Yards bei 5 TDs und 7 INTs – 2 Siege – 3 Niederlagen

Fakt ist, es muß etwas passieren.

Wir bleiben treu!

Mile High Salute
Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

Oh, Broncos, ihr seid so 2017

Moin!

Na wie geht es euch heute? Fühlt ihr euch auch ins Jahr 2017 zurückversetzt? Genauer gesagt in die NFL-Saison 2017? Also für mich könnte jetzt auch Oktober 2017 sein. Die Broncos beginnen hoffnungsvoll ein Spiel, kommen zu den ersten Punkten und dann fällt das Kartenhaus wieder zusammen.

Unnötige Penalties, schlechtes Playcalling, 3-and-outs, noch mehr Penalties und haufenweise Punts während die gegnerische Offense langsam aber stetig Punkte einfährt und die Broncos am Ende verlieren. Genau so sah es nämlich am frühen Sonntagabend in Baltimore aus. Der Tag hatte schon schlecht angefangen. Zuerst natürlich ein Auswärtsspiel – Höchststrafe für jeden Broncos-Fan, denn zuletzt hatte man in 10 Auswärtsspielen nur einmal gewonnen.

Der letzte Sieg ist dabei noch gar nicht so lange her, Dezember 2017 in Indianapolis noch mit Brock Osweiler. Davor hatte man das letzte Mal in Jacksonville am 4. Dezember 2016 gewonnen. Quarterback war damals Paxton Lynch, der für den verletzten Trevor Siemian sein zweites Spiel überhaupt machte.

Zurück ins hier und jetzt. Das Regenwetter in Baltimore half dann auch nicht. War man doch die letzten zwei Wochen in Colorado große Hitze gewöhnt. Aber so schlecht war die Ausgangslage dann doch nicht. Die ersten zwei Spiele gewonnen. Tolle neue Spieler. Eine wieder erstarkte Defense. Ein Quarterback. Was will man mehr?

Klar, das Spiel bei den Ravens sollte der erste Härtetest sein. Das Team hat ihn wacker angenommen, doch ist dann kläglich gescheitert. Wieviele Strafen waren es noch gleich? 12 oder 13? Für 120 Yards…? Nicht euer Ernst!? Doch!

Fangen wir trotzdem nochmal mit etwas Positiven an. Nämlich mit Bradley Chubb und dem starken Special Team. Chubb machte sein bisher stärkstes Spiel. Gleich im ersten Drive brachte er Joe Flacco zu Boden. Ein Sack, 3-and-out und der darauffolgende Punt brachte noch mehr Freude bei den Fans in Orange und Blau. Special Teamer Joseph Jones fliegt dem Ravens Punter Koch entgegen.

Der Ball bleibt in der Redzone der Broncos liegen. Klasse Ausgangsposition für den ersten Offense-Drive. Dieser wird auch ohne großes Hin und Her genutzt. Den Ball in die Hände von Royce Freeman gegeben und schwupps ist er auch schon die wenigen Yards in die Endzone gestürmt 7:0. Effektiver geht es nicht.

Danach ging es mit dem ersten Penalty des Spiels für einen Neuling aber schon negativ weiter. Rookie-CB Isaac Yiadom, der bereits in der Preseason nicht immer voll auf der Höhe war, mit einer folgenschweren und vor allem dummen Strafe. Nachdem der Ball im Aus war griff er den Ravens Kick Returner an.

Die Strafe brachte den Ball an Denvers’ 48-Yard-Linie. Von dort brauchte es dann nur einen Pass auf einen Rookie-TE, der die bekannte Schwäche der Broncos Defense erneut demonstrierte, wenn es darum geht gegnerische Tight Ends zu kontrollieren.

Dann ist Baltimore auch schon in der Redzone und wenn sie dort sind, haben sie in dieser Saison immer auch die Endzone gefunden. So sollte es bleiben. Eine Strafe gegen Todd Davis bringt noch weitere Yards geschenkt. Running Back Alex Collins sprintet zum Touchdown und vollführt ein ansehnliches irisches Tänzchen – 7:7.

Noch aber war nichts verloren. Case Keenum brachte seine Broncos zurück aufs Feld und Dank einer wichtigen 3rd-Down-Conversion über Courtland Sutton bleibt man im Spiel und auch gleich wieder in Baltimore’s Spielhälfte. Wie schon gegen die Seahawks im ersten Saisonspiel, benutzt man nochmal die End-Around-Variante mit Emmanuel Sanders und dieser sprintet federleicht über 35 Yards in die Endzone – 14:7. Läuft doch bestens.

Das sollte es dann aber leider schon gewesen sein mit dem Feuerwerk der Offensive. Keine weiteren Punkte außer dieser 14 aus dem ersten Quarter sollte es im weiteren Spielverlauf geben.

Im Anschluß kassierte man erst ein Field Goal – 14:10. Dann verschenkte man ein Time Out, weil Vance Joseph, warum auch immer Michael Crabtree den eindeutig gefangenen Ball nicht gönnte. Wäre es um Crabtree’s neue Kette gegangen, hätte ich es ja noch verstehen können (ich vermisse Leeb…). Die Referees hatten keine große Mühe ihre richtige Entscheidung aufrechtzuerhalten. Ein Touchdown der Ravens folgte im nächste Drive – 14:17. Die zwischenzeitlichen Offensivbemühungen der Gäste bleiben unerwähnt. 

An seinem ersten Tag sah Isaac Yiadom gleich nochmal schlecht aus, als Joe Flacco einen weiten Pass über 44 Yards bei seinem WR John Brown anbringen konnte. Mit einem Field-Goal-Versuch endete dieser Ravens Drive, doch wieder gelang es dem Special Team der Broncos den Ball zu blocken. Dieses Mal war es Justin Simmons der über die Line sprang und den Ball blockte, dieser wurde dann von Chris Harris Jr. aufgenommen und bis in die Endzone gebracht. Aber eine Strafe gegen Billy Turner oder wie man nach dem Spiel erfuhr gegen Domata Peko (keiner weiß es genau) machte den Touchdown zunichte und so blieb es lediglich beim Ballbesitz, der nur in einem weiteren Punt von Marquette King punktlos endete. 

Vorher jedoch gab es noch eine, vielleicht spielentscheidene Szene. Case Keenum wird von Terrell Suggs heftig gesackt. Der Ball geht zu Boden, Suggs bringt ihn im Fallen an seinen Körper. Angeblich soll Jared Veldheer den Fumble recovert haben, was ich so nicht sehen konnte. Was man in der Wiederholung allerdings gut sehen konnte war ein Pulk von Spielern, die meisten am Boden, so auch Rookie-RB Phillip Lindsay, der sich wohl etwas zu übermotiviert um die Eroberung des Balles bemühte und zwei-, dreimal durch heftige Armbewegungen, die auch Schläge gewesen sein können, auffiel. Fazit – die Referees stellen den Jungen wegen unnötigen Härte vom Platz – ab in die Dusche, Feierabend! 

Im nächsten Drive der Hausherren sehen wir noch einen weiteren schönen Sack. Shane Ray entledigt Flacco des Balles, welcher jedoch im Besitz der Offense bleibt. Der darauffolgende Broncos Drive endet nachdem Courtland Sutton den Ball bei der 3rd-Down-Conversion fallen läßt mit einem erneuten Punt. Baltimore schafft dann vor der Pause noch ein Field Goal zur 14:20 Führung.

Die Flaute in der Offensive setzt sich wie schon erwähnt in der zweiten Halbzeit fort. Selbst wenn mal was klappt wie ein schöner tiefer Pass auf Demaryius Thomas, ploppt gleich das gelbe Flaggensignal am Bildschirm auf und der Referee verkündet, wie in jenem Fall, eine Strafe gegen Garett Bolles wegen Haltens. Wieder zurück, doch immer noch in Reichweite von zumindest 3 Punkten, gibt es danach eine erneute Strafe gegen Ronald Leary und der Ball wandert zurück bis fast an die Mittellinie und der einzige der heute neben Baltimore’s Tucker kicken darf, ist nur unser Punter Marquette King. Siebenmal in Folge „durfte“ er punten….

Dann blieb ihm aber doch nochmal ein Punt am Ende eines Drives erspart. Eine Interception von Case Keenum bringt dieses Mal einen wieder sehr erfolgversprechenden Drive zum Erliegen. Zuvor sorgten gute Completions durch Sanders und Sutton für Raumgewinn, der dann aber auch durch eine Bolles-Strafe reduziert wurde. 

Als die Zeit langsam zur Neige ging, schöpften die Broncos-Fans Dank eines weiteren guten Drives nochmal Hoffnung. Der Ball war in der Redzone angelangt und wir sind beim 4. Versuch und nur noch ein Yard ist zu überwinden. Da gibt es die letzte Strafe des Spiels – zu viele Broncos-Spieler auf dem Feld. Der Ball wird daraufhin 5 Yards nach hinten verlegt, 4-and-6 heißt es nun und der Pass auf Jake Butt ist wie viele Bälle heute sehr nah am Boden und schließlich incomplete. Ende und Aus! Die Ravens spielen die Uhr problemlos runter. Joe Flacco scrambled auf seine alten Tage sogar nochmal und kann sich feiern lassen.

Da sind wir also in 2017. Die Offensive schafft keine First Downs bzw. kommt nicht zu Punkten. Zahlreiche Strafen machen gute Spielzüge und Raumgewinne zunichte. Die Defense und das Special Team machen einen guten Job, doch die Offense kann daraus kein Kapital schlagen. Das hatten wir alles schon zu Genüge in den vergangenen Spielzeiten. Sollte sich nun nach den ersten drei Spieltage wieder die gleiche Lethargie einstellen? Man kann es eigentlich nicht glauben. Die O-Line wurde in den ersten beiden Spielen (zu Recht) gelobt, denn sie hatte wirklich einen guten Job gemacht. Ihre Leistung am Sonntag war dagegen unterirdisch und für mich das Hauptproblem der Niederlage, insbesondere durch die vielen Strafen. 

Daß Case Keenum in der Lage ist, das Spiel zu führen, First Downs zu machen und schlußendlich auch zu Punkten, haben wir gesehen. Auch wenn er sicher nicht seinen besten Tag hatte – 22 von 34 Pässen für 192 Yards / 64,7% completion rate / kein Touchdown / 1 Interception / 67.3 QB rating – so waren die Chancen da, noch wenigstens 2 Touchdowns zu machen. Das hätte seine Statistik deutlich verbessert und mit 14 Punkten mehr auf dem Konto wäre man auf Augenhöhe mit den Ravens gewesen. Deutlich besser waren sie ja nicht – nur eben viel disziplinierter und effektiver. 

Die Einsicht bei den Spielern, insbesondere Garett Bolles, war da und auch Vance Joseph hatte nach dem Spiel in den Penalties den Hauptgrund der Niederlage ausgemacht. Dies läßt zumindest auf Besserung hoffen, denn genau die werden wir brauchen, wenn es am kommenden Montagabend (Dienstagnacht…) zu Hause gegen die Kansas City Chiefs zum AFC West-Showdown kommt.

Die beiden besten Teams der Division gegeneinander, wobei man angesichts der bärenstarken Chiefs wohl kaum von einem Duell auf Augenhöhe sprechen kann. Ich bin dennoch optimistisch. Die Chiefs haben in den ersten Spielen, zwar gegen starke Gegner (Chargers, Steelers, 49ers), mindestens 27 Punkte zugelassen.

Über die Offensivleistung in diesen Spielen wollen wir erstmal nicht reden, denn in Mile High muß man erstmal gegen unsere Defense ein Bein auf den Boden bekommen. Patrick Mahomes war megastark, aber ich freue mich auf das Duell gegen Miller, Chubb und Co. Hoffe aber auch, daß man die Tight Ends unter Kontrolle bekommt. Travis Kelce lief in den letzten beiden Spielen zu Hochform auf und der freut sich bestimmt schon auf das Spiel in Denver.

Wir sind auf alle Fälle die Underdogs, aber dennoch erwarte ich ein spannendes Spiel und wäre nicht überrascht, wenn der Außenseiter auftrumpfen sollte. 

Mile High Salute,
Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

GeVONnen

Moin!

Na bitte, der Auftakt ist gemacht und meine Hände zittern immer noch von letzter Nacht. Endlich mal wieder ein spannendes Footballspiel und dann auch noch mit erfolgreichem Abschluß. Dann werfen wir uns gleich ins Getümmel mit einem kurzen Rückblick, etwas Lob und natürlich auch Kritik an den Geschehnissen.

Los ging es mit Ballbesitz für die Broncos und Case Keenum’s erstem Drive in der Regular Season. Gleich der erste Pass machte deutlich, daß der neue Mann under center in Mile High auf volles Risiko geht. Fast eine INT. Royce Freeman’s erster Lauf hätte so schön sein können und mit einem First Down belohnt werden müssen, hätte sich Demaryius Thomas nicht eine völlig unsinnige Strafe wegen Haltens eingefangen. Im dritten Versuch folgte dann ein zu hoher Pass in Richtung TE Matt LaCosse, der gleichzeitig das Endes des ersten Drives bedeutete.

Die Defense kam raus und zeigte der Seahawks-Offense wohin es heute gehen sollte. Darian Stewart mit einem Sack an Russell Wilson – 3-and-out – Dankeschön! Der anschließende Punt wurde dann vom neuen Punt Returner CB Adam „Pacman“ Jones empfangen und 23 Yards nach vorn getragen. Ein gutes Zeichen, daß die katastrophalen Special-Team-Auftritte der letzten Saison(s) nicht unbeachten blieben, und man dort richtig investiert hat. Ein Penalty schmälerte allerdings den Raumgewinn und es ging zurück an die eigene 10-Yard-Linie.

Der zweite Keenum-Drive ließ viele Broncos-Fans dann das erste Mal zweifeln, ob man sich mit dem Texaner wirklich verstärkt hatte. Ein ganz schwacher Pass wurde von Earl Thomas III intercepted und brachte das Mile High Stadium erstmal zum Schweigen. Die Defense zeigte daraufhin auch bekannte schwächen im Umgang mit gegnerischen Tight Ends und so gelang dem Rookie Will Dizzly ein verdienter Touchdown zur 7:0 Führung der Gäste.

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Mit dem dritten Offensive Drive kam der Broncos-Tross endlich richtig in Schwung. Ein starker Pass auf Rookie WR Courtland Sutton und abschließend ein Kurzpass auf Rookie RB Phillip Lindsay, der den Ball über 29 Yards in die Endzone brachte – 7:7. In seinem ersten Regular-Season-Spiel den ersten Touchdown der Saison für sein Team zu erzielen – als undrafted Rookie… Was für eine Story für den gebürtigen Denver‘ Jung! Das Publikum war entsprechend aus dem Häuschen. Reichlich Glück hatten die Hausherren aber auch in diesem Drive. Royce Freeman war der Ball bei einem Lauf im Fallen aus den Händen gerutscht. Ein klarer Fumble. Schnell machte man den nächsten Snap bevor Seahawks Coach‘ Pete Carroll seinen roten „Lappen“ aus der Gesäßtasche zerren konnte. Völlig nachvollziehbar war er dann ziemlich erbost und schimpfte wütend mit einem der Refs.

Die Defensive danach solide, keine Punkte für Seattle. Ebenso machten es dann die Broncos. Zwei gute Pässe auf Demaryius Thomas und Emmanuel Sanders, doch die 3rd-Down-Conversion mit einem netten Pump Fake scheiterte an der Ungenauigkeit des Passes auf WR Tim Patrick. Dieser weitere Neuling, kann ebenfalls als Verstärkung, insbesondere des Special Teams gezählt werden. So konnte er bei diversen Punt bzw. Kick Returns den jeweiligen Returner, meist Tyler Lockett frühzeitig stoppen. Ein weiterer Special Teamer trat dann auch positiv in Erscheinung – Punter Marquette King. Wie schon in der Preseason zeigte er sein Können, mit einem Punt an die gegnerische 4-Yard-Linie.

Dieses Mal konnte Seattle die schlechte Ausgangslage jedoch nutzen und kam Dank eines starken Laufs (24 Yards) von RB Chris Carson, der dabei Bradley Roby wie eine Hürde übersprang, aus der brenzlichen Lage kurz vor der eigenen Endzone und dann ein weiteres Mal mit einem 66-Yard-Lauf von TE Dizzly weit nach vorn, um per Field Goal erneut in Führung zu gehen – 10:7.

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Davon unbeeindruckt schien dann die Offense. Phillip Lindsay nun mehrfach als RB eingesetzt, zeigte seine Beweglichkeit, mit Cuts vom Feinsten. Ein feiner Pass in die Mitte direkt in den Laufweg von Emmanuel Sanders ließ die Keenum-Kritiker erstmal wieder verstummen. Der erfahrene Wide Receiver machte aber noch mehr aus diesem Pass, indem er sämtliche Defensive Backs abschüttelte und mit einem spektakulären Vorwärtssalto in die Endzone knallte – 10:14 – erste Führung und leuchtende Augen quer durch Broncos Country.

Die Defense konnte dann Dank ihres extrem starken Pass Rush reichlich Druck aufbauen und auch Dank einiger Penalties der Seahawks-Offense den Spielstand unverändert halten. Der nächste Drive der Offense endet mit einem 51-Yard-Field-Goal von Brandon McManus – 10:17 – womit es dann auch in die Pause gehen sollte. Vorher bekamen die Zuschauer aber noch zwei Sacks von Von Miller zu sehen, der wie neugeboren wirkte. Sowie einen weiteren Sack von Shaq Barrett und leider auch noch die zweite Interception von Case Keenum, beim Versuch TE Jake Butt zu bedienen.

Die zweite Halbzeit begann dann deutlich ruhiger. Auf beiden Seiten klappte nicht viel, bis Von Miller in bester Schulhofmanier den Ball aus den Händen von RB Chris Carson riss und seine Offense in eine gute Ausgangslage brachte. Diese wurde allerdings nicht genutzt, denn die dritte Interception des Tages von Case Keenum folgte unweigerlich und Ex-Bronco Brandon Marshall, der WR auf Seiten der Seahawks, glich das Spiel mit seinem ersten Touchdown für die Seahawks überhaupt aus. Der Pass von Keenum zuvor war sicher nicht zu schlecht geworfen. Etwas zu hoch natürlich, aber mit dem richtigen Timing beim Absprung hätte selbst Neuling Tim Patrick das Leder sichern können. So kam Russell Wilson wieder aufs Feld zurück, der auch etwas fahrig wirkte, den Ball viel zu kurz warf und Justin Simmons sicherte sich mit einem kühnen Sprung die Interception. Der nachfolgende Drive wurde per 53-Yard-Field Goal abgeschlossen – 17:20 für die Broncos.

Die Defensive Line machte es ihrem Gegner dann auch nicht leichter als zuvor. Vorzugsweise mit einer Contain-Taktik, um Russell Wilson nicht aus seiner Pocket kommen zu lassen. Dort im freien Raum ist er ja bekanntlich besonders effektiv und neigt viel zum Laufen, was er sich in Denver nicht einmal traute. Der QB wurde regelrecht in die Zange genommen und gehörig Druck kam über Von Miller und Bradley Chubb. Durch die Mitte dann auch noch Shelby Harris und Derek Wolfe. Das war alles schon ziemlich großes Kino. Dennoch kam plötzlich wie aus dem Nichts ein tiefer Pass auf den pfeilschnellen Tyler Lockett zu Stande, der das Spielfeld kreuzte und ungebremst über 51 Yards in die Endzone sprinten konnte – 24:20 Spiel wieder gedreht und man hatte das Gefühl, daß dies ein Momentum Shift sein könnte.

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Daraus wurde zum Glück nichts, denn ein beeindruckender Drive folgte, in dem Rookie Phillip Lindsay einen Lauf über 14 Yards hinlegte, und Raumgewinn durch Pässe auf Courtland Sutton (25 Yards) und Jake Butt (22 Yards) folgten. Dies alles mündete in die spielentscheidene Szene, als Case Keenum an der 4-Yard-Linie etwas aus der Pocket ging, um den Ball mit gehöriger Wucht wie einen Pfeil in Richtung edge-of-the-box zu werfen. Hinter den zum Ball fliegenden Seahawks Backs tauchte Demaryius Thomas auf und fing den Ball auf unnachahmliche Weise mit beiden Füssen in der Endzone und ging außerhalb dieser zu Boden. Jubel brach aus, aber gleich wurde klar, daß die Szene „under review“ gehen würde. So dauerte es einige Minuten bis der Touchdown zur erneuten Führung der Broncos bestätigt wurde – 27:24.

Dieser Spielstand sollte sich nicht mehr ändern, denn Dank eines sehr guten Clock Managements, mit der Hilfe von tollen Läufen Royce Freemans‘ zu First Downs, dem dritten Sack Von Millers‘, einem weiten Punt an die 12-Yard-Linie der Seahawks und dem sechsten Sack an Russell Wilson durch Chris Harris Jr. lief Seattle die Zeit sprichwörtlich durch die Hände.

Erster Sieg, alles gut – möchte man vielleicht sagen, doch bis auf das Ergebnis und die starken Leistungen von Philip Lindsay, Emmanuel Sanders, Demaryius Thomas und vor allem der Defense um Von Miller, kann ich etwas Kritik nicht unterschlagen.

Case Keenum wirkte gleich zu Beginn voll auf der Höhe. Er war wie man es so schön sagt, der Leader, den ein Team braucht um selbstbewußt ein Spiel zu bestreiten. Doch auf die punktgenauen Pässe und sein cleveres Ballmanagement folgten immer wieder Aussetzer. Schlechte Reads gefolgt von viel zu risikoreichen Pässen. Ihm zu Gute halten müssen wir natürlich den risikoreichsten Pass zum alles entscheidenen Touchdown, aber fängt Thomas den Ball nicht, ist der Drops gelutscht. Daher wirkte er auf mich gestern so wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Auf der einen Seite genial und wenig später mit fiesen Patzern. Im Interview nach dem Spiel hat er sich zu seinen Fehlern bekannt. Das läßt auf Einsicht schließen und auf Besserung hoffen. Seine Bilanz 25 von 39 Pässen kamen an für insgesamt 329 Yards bei 3 Touchdowns und 3 Interceptions – QB Rating 84.2

Zu Loben ist natürlich nochmal die Defense, die für mich spielentscheidend war. Ohne die durch sie erwirkten Turnover kommt man gegen Seattle böse unter die Räder. So aber ist es genau anders herum gelaufen. Die Broncos waren das klar dominierende Team, daher der Sieg auch verdient. Doch hat nicht viel gefehlt und man steht am Ende mit leeren Händen da.

Was ist sonst noch zu verbessern? Eigentlich nicht viel. Man hat mit den Seahawks eine Mannschaft auf Augenhöhe gehabt. Denen geht es ähnlich wie uns, nur sind wir vielleicht schon einen Schritt weiter was den Umbau des Teams angeht und unser Trend zeigt wieder nach oben. Unsere Rookies machen richtig viel Hoffnung. Die Defense muß einen Weg finden die gegnerischen Tight Ends besser zu kontrollieren. Das ist nichts Neues. Die Offensive Line hatte kaum Aussetzer und ich reiße mich zu der Aussage hin, daß sie solide gespielt hat. Ich kann mich an kaum einen blöden Penalty erinnern, wovon es letztes Jahr pro Spiel viel zuviele gab. Das Special Team habe ich schon mehrfach gelobt. Die Run Defense war auch stark, selbst wenn das gegnerische Running Back Korps nicht sooo stark war.

Damit bleibt für diesen Spieltag eigentlich nichts weiter zu sagen, und wir schauen freudig nach vorn. Am Sonntag kommen die Raiders nach Denver. Danach folgt ein schweres Auswärtsspiel in Baltimore und dann hat man beim Monday Night Football in den Kansas City Chiefs einen weiteren unangenehmen Gegner. Nach diesen 3 Spielen kann man sicherlich sagen in welche Richtung es diese Saison geht bzw. gehen könnte.

Ich bin optimistisch, denn ich war mir nicht sicher, daß wir die Seahawks schlagen können. Wenn die Defense so weiterspielt und die Offense die „Früchte“ der Defense „erntet“, sprich die Turnover in Punkte verwandeln kann, dann braucht man in dieser Liga vor niemandem Angst zu haben. Natürlich kann man nicht nur auf Turnover bauen, aber naja, das hat ja vor ein paar Jahre auch schon mal ganz gut geklappt 😉

Mile High Salute

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

Der Kader steht

Moin!

Nun sind die letzten Preseason-Hymnen gesungen, der Roster Cut ist durch, der Kader steht und wir können uns voll und ganz auf Spiel Nummer 1 der neuen Saison freuen.

Am kommenden Sonntag 22:25 Uhr deutscher Zeit geht es endlich los. Vor heimischer Kulisse startet die neue Saison gleich mit einem sehr interessanten Spiel gegen die Seattle Seahawks.

Etwas Glanz hat das Team um Ausnahme-Quarterback Russell Wilson verloren. Keine Playoffs 2017… Dennoch ist das Team zum Auftakt sicherlich kein leichter Gegner. Mit einer Prognose halte ich mich vorsichtig zurück.

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich es immer noch nicht geschafft habe, mir das letzte Spiel gegen die Cardinals anzusehen. Kommt sicher noch.

Da ich das letzte Preseason-Spiel eh nicht so hoch bewertet, war ich deutlich gespannter darauf was wohl am Wochenende zum Roster Cut passieren würde.

Das soll dann auch das Hauptthema dieses Artikels sein, was ich versuchen werde in chronologischer Abfolge wiederzugeben.

Los geht’s!

Der erste „inoffizielle“ Cut kam bereits am 29. August, als die Broncos bekanntgaben, daß sich Linebacker Jerrol Garcia-Williams das Kreuzband gerissen hat (ACL) und damit für die kommende Saison ausfällt.

Am Freitag den 31. August ging es dann in die Vollen und es wurde gecuttet was das Zeug hält, um das Team auf den 53er Kader zusammenzuschrumpfen. An dem Tag erwischte es:

WR Jordan Leslie

DL DeQuinton Osborne – der erst wenige Woche zuvor verpflichtet wurde

G Jeremiah Poutasi

OLB Marcus Rush — Res/IR — schade, bei dem Namen…

DE Antonio Simmons

WR Mark Chapman

CB Marcus Rios

CB Michael Hunter

OL J.J. Dielman — Res/IR

WR Bryce Bobo

OT Austin Fleer

Da waren noch keine so großen Namen dabei, was sich dann aber am Samstag den 1. September ziemlich schnell änderte. Nachdem Safety Jordan Moore verletzungsbedingt gewaived wurde, machten viele in Broncos Country große Augen als der Cut von Running Back De’Angelo Henderson publik wurde.

Sicherlich eine Überraschung, die für viele nicht nachvollziehbar sein wird, in meinen Augen aber ganz klar mit den starken Auftritten vom Undrafted Rookie Phillip Lindsay zu tun haben dürfte.

In meinen Augen ist der Cut dennoch zu voreilig, gerade weil man dem Jungen aus South Carolina in der vergangenen Saison zu wenig Snaps verschafft hat. So kam er in nur 5 Spielen zum Einsatz, wobei er im Laufspiel siebenmal eingesetzt wurde und dabei auch nur magere 13 Yards erlaufen hat.

Unvergessen allerdings sein Touchdown im letzten Saisonspiel gegen die Kansas City Chiefs. Nach dem Kurzpass von Paxton Lynch lief der Rookie für 29 Yards in die Endzone.

So ist die Endscheidung schon etwas hart, aber so ist nun mal das Geschäft. Ich bin mir sicher, daß wir ihn in der NFL trotzdem nochmal sehen werden, haben ihn doch die New York Jets in ihren Practice Squad berufen.

Der Nächste, der vorerst seinen Hut nehmen mußte war OLB Jeff Holland. Dieser hatte sich während der 4 Preseason-Spiele in die Herzen vieler Fans gespielt. Doch auch für ihn ist erstmal kein Platz im Kader.

Aufatmen können die meisten wohl trotzdem, denn in den Practice Squad haben die Broncos ihn dann wohl doch noch berufen.

Er stand zwar am Sonntagabend noch nicht mit auf der offiziellen Liste der 11-Mann starken Truppe, doch haben die Verantwortlichen bisher nur 10 Namen fest für den Practice Squad gemeldet.

Holland war am Montag noch in Denver und es ist davon auszugehen, daß er das letzte fehlende Glied sein sollte.

Der dritte im Bunde und ebenfalls nicht ganz unumstritten kam dann in Person von TE Austin Traylor.

Letzte Jahr noch eine super Preseason gespielt und ins Team gerutscht, gab es nach diesem Sommer nicht mehr so viele Sympathien für den Mann, der während der letzten Saison in 7 Spielen 8 Pässe für 100 Yards gefangen hatte.

Die folgenden Spieler erwischte es ebenfalls am Samstag:

OT Cyrus Kouandjio

S Shamarko Thomas

OT Leon Johnson

DT Clinton McDonald – ein Veteran der bereits 9 Saisons (zuletzt 4 Jahre in Tampa Bay) auf dem Buckel hat

MLB Zaire Anderson – für den nach zwei Jahren in Denver wohl ein Neuanfang in Jacksonville bevorsteht

CB C.J Smith

WR DeAndrew White

DL Caushaud Lyons

OT Andreas Knappe – Res/IR

Vielen waren da erstaunt oder sogar wütend, daß ein Name nicht auf der Liste stand, nämlich Paxton Lynch. Doch den sollte es dann am Sonntag erwischen.

Erst gab man die Verpflichtung von Kevin Hogan von den Washington Redskins bekannt. Der junge Quarterback hatte ja noch eine Woche zuvor ein ziemlich gutes Spiel gegen die Broncos gemacht.

Mit diesem Neuzugang ebnete man den Weg für das Ende der Paxton-Lynch-Ära in Denver. Viele Fragen zurecht, ob es sie jemals gab. Sicherlich ist es das (verspätete) Geständnis von John Elway, beim Draft 2016, Vorsicht Kalauer, auf das falsche Pferd gewettet zu haben.

Und doch kommt der Schnitt zur rechten Zeit, denn es sollte nun allen offensichtlich gewesen sein, daß wir in Paxton keinen NFL-Quarterback gesehen haben und wohl auch nie sehen werden.

Es ist wie es ist, jeder Draftpick und schon gar nicht die Draftposition, sind eine Garantie für einen späteren Stammspieler oder gar Superstar. Die Entwicklung die ein jeder Mensch in seinem Leben nimmt, geht nicht immer konstant bzw. steil nach oben.

Vielleicht waren es nicht die spielerischen Fähigkeiten die ihm gefehlt haben, sondern eher psychische Probleme, die aus einem guten Spieler schnell einen schlechten Spieler machen können.

Beispiele dafür gibt es genug und Elway sollte sich seiner Fehleinschätzung nicht schämen. Schon gar nicht sollte man Big E deswegen vor die Tür setzen und ihm Versagen unterstellen.

Sein Fehler war einzig und allein die Tatsache, daß er zu lange an Paxton geglaubt hat und in ihm einen zukünftigen Starting Quarterback gesehen hat. Was (viele) andere nicht so sahen. Doch wer Bitteschön hätte das vor einem Jahr oder gar vor zwei Jahren so sagen können.

Wenn du den Spieler fast täglich siehst, seine Hingabe und auch sein Können im Training immer wieder vor Augen hast. An deine eigene, vielleicht schwierige Anfangszeit denkst – als man mehr Zeit bekommen hat sich zu beweisen als heute.

Das ist schon eine sehr schwierige Entscheidung, die von außen sicher nicht immer so schwierig aussieht.

Es ist wirklich sehr schade für Paxton persönlich, da er immer vollen Einsatz gegeben hat, von Pech verfolgt war und gefühlt einfach nie fest mit zwei Beinen auf dem Rasen stand.

Für die Broncos ist es natürlich auch sehr verlustreich für einen Erstrundenpick im Endeffekt zero value zu bekommen. Laut Mike Klis von 9NEWS hatte man noch versucht Paxton zu traden, doch es gab kein Interesse an ihm.

Angeblich war man in Kontakt mit den Panthers und den Cowboys, die beide Systeme spielen, die auf große und mobile QBs zu geschnitten sind. Beiden Teams sahen aber nicht genügend Potential in dem jungen Texaner.

So nehmen wir das Positive aus dieser Situation, daß die fast zwei Jahre währende Quarterback-Frage, Lynch vs. Siemian, nun endlich zu Ende ist und wir uns mit Case Keenum auf einen unumstrittenen Starter freuen können, der in Chad Kelly einen aussichtsreichen Backup zur Seite hat.

Zum Abschluß hier nochmal die Statistik von zwei Jahren Paxton Lynch im Broncos-Trikot:

5 Spiele – 79 Pässe für 792 Yards – bei 4 Touchdowns – 4 Interceptions – 18 Sacks – 4 Fumbles – 55 Rushing Yards- QB Rate 76.7

Neben dieser großen Personalie gab es am Sonntag auch noch weitere Cuts, die allerdings alle mit einer anschließenden Anstellung im Practice Squad endeten, der damit wie folgt aussieht:

S Trey Marshall

TE Brian Parker

OT Austin Schlottmann

NT Kyle Peko

CB Brendan Langley

WR River Cracraft

RB Dave Williams

WR Carlos Henderson

DL DeShawn Williams

OL Avery Gennesy

OLB Jeff Holland

Eigentlich war auch WR Isaiah McKenzie im Practice Squad, doch wurde dieser nach Bekanntwerden der Verletzung von Safety Su’a Cravens in den 53-Mann-Roster berufen.

Cravens klagte nach dem Cardinals-Spiel über Knieprobleme und wurde von den Broncos auf die Injury Reserve gesetzt.

Das bedeutet, daß er frühestens in Woche 9 wieder auf dem Platz stehen darf, soweit er dann wieder fit sein sollte.

Eine zweite Chance bedeutet dies natürlich für McKenzie, der am Samstag erst gecuttet wurde und am Sonntag dann in den Practice Squad berufen wurde.

Daraufhin entbrannte auch eine Debatte über die Qualität der 2017er Draftklasse, aus der nun nur noch die Picks aus Runde 1, 2 und 7 im Kader stehen – Garett Bolles, DeMarcus Walker und Chad Kelly. Alle anderen befinden sich im Practice Squad oder wurden gecuttet. McKenzie wertet das Ergebnis nun wieder etwas auf.

Die Draftklasse von 2016 steht dagegen ziemlich gut da. Bis auf Pick Nummer 1 (Paxton Lynch) und 7 (P Riley Dixon) haben es alle in den 2018er Kader geschafft und sind ebenfalls vermeintliche Starter auf ihren Positionen. Das kann sich schon sehen lassen. Zur Erinnerung, es handelt sich dabei um Adam Gotsis (2. Runde), Justin Simmons (3. Runde), Devontae Booker (4. Runde), Connor McGovern (5. Runde), Andy Janovich und Will Parks (6. Runde).

Im 53er Kader haben wir also folgende Gentlemen:

Quarterback

Case Keenum – Chad Kelly – Kevin Hogan

Wide Receiver

Demaryius Thomas – Emmanuel Sanders – Courtland Sutton – DaeSean Hamilton – Tim Patrick – Isaiah McKenzie

Running Back

Royce Freeman – Devontae Booker – Phillip Lindsay

Full Back

Andy Janovich

Tight End

Jeff Heuerman – Jake Butt – Matt LaCosse

Offensive Line

Garett Bolles – Ron Leary – Matt Paradis – Connor McGovern – Jared Veldheer – Billy Turner – Max Garcia – Sam Jones – Elijah Wilkinson

Defensive Line

Derek Wolfe – Domata Peko – Adam Gotsis – Shelby Harris – Zach Kerr – DeMarcus Walker

Outside Linebacker

Von Miller – Bradley Chubb – Shane Ray – Shaquill Barrett

Inside Linebacker

Brandon Marshall – Todd Davis – Josey Jewell – Alexander Johnson – Keishawn Bierria – Joseph Jones

Cornerback

Chris Harris Jr. – Bradley Roby – Tramaine Brock – Adam Jones – Isaac Yiadom

Safety

Darian Stewart – Justin Simmons – Will Parks – Dymonte Thomas

Specialists

Brandon McManus (K) – Marquette King (P) – Casey Kreiter (LS)

Das sind also die Namen um die es in den kommenden Monaten hauptsächlich gehen wird. Ich hoffe mal nicht, daß wir auch noch groß über die Verantwortlichen diskutieren müssen. Die Grundstimmung ist dieses Jahr ja (erstmal) eine andere und so hoffe ich auf eine erfolgreiche Regular Season, mit ein bißchen Nachschlag.

Viel Spaß euch allen am Sonntag beim Gucken und besten Dank fürs Lesen.

Mile High Salute

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

Erster Sieg der Preseason

Moin!

Der erste Auswärtstrip führte uns bereits am vergangenen Freitag in die Hauptstadt Washington DC, wo wir auf die dort ansässigen Redskins trafen. Die Spannung ist mit der Überschrift ja schon raus, deshalb verkünde ich auch hier gleich das Endergebnis — 29:17 für die Broncos!

Ein erster Sieg und das auch noch sehr verdient, insbesondere wenn man nur die erste Halbzeit betrachtet, als beide Mannschaften mehr oder weniger ihre Starting Line-Up auf dem Feld hatten. So bekamen die beiden Offenses eine komplette Halbzeit unter ihren neuen Quarterbacks. Alex Smith (ehemals Kansas City) bei den Redskins und natürlich Case Keenum (ehemals Minnesota) bei den Broncos.

Als Erster durfte Alex Smith ran. Dieser ist uns aus seiner lange Zeit in Kansas City wohl bekannt, durfte man doch die letzten Jahre mindestens zweimal pro Spielzeit gegen ihn antreten. Etwas ungewohnt war es schon ihn jetzt in bordeauxrot anstelle von Kirk Cousins zu sehen. Dieser hatte ja indirekt den Weg für unseren neuen Quarterback, mit seinem Wechsel nach Minnesota, frei gemacht. Irgendwie hängt alles zusammen.

Adam Gotsis sacks Washington quarterback Alex Smith at FedEx Field. Credit: Keith Allison

Alex Smith‘ erster Drive endet ohne Punkte und noch dazu etwas schmerzhaft mit einem Sack durch Adam Gotsis. Keenum’s erster Drive war dann gleich von Erfolg gekrönt. Brandon McManus erzielte ein 50-Yard-Field Goal. Der erste von insgesamt fünf Dreiern an diesem Tag. Zuvor konnte Case Keenum den Ball mit zwei Kurzpässen auf die Rookies Phillip Lindsay (18 Yards) und Courtland Sutton (10 Yards) nach vorne bringen. Zwei weitere Passversuche auf Emmanuel Sanders waren incomplete.

Adrian Peterson had a fruitful night against the Broncos defense. Credit: Keith Allison

Auf Seiten der Redskins konnte ein weiteres neues Gesicht auf sich aufmerksam machen. Der ehemaligen MVP, Running Back Adrian Peterson, hatte erst zu Beginn der vergangenen Woche in der Hauptstadt angeheuert. Sein Debüt gelang und so war er mit 11 Versuchen für 56 Yards der beste Rusher des Spiels. Sein Quarterback hingegen fand auch im zweiten Drive nicht zu seiner früheren Form. Allerdings war das Spiel der Redskins auch sehr lauflastig, sprich sehr auf Peterson fokussiert. Dennoch klappte bei den wenigen Passversuchen so gut wie gar nichts. Der erste erwähnenswerte Pass über 21 Yards auf WR Paul Richardson kam erst im zweiten Quarter.

Case Keenum’s zweiter Drive endete mit einem gewohnten Bild in dieser Preseason, nämlich einem Rushing Touchdown von Rookie RB Royce Freeman. Sein Lauf über 24 Yards war definitiv der eindrucksvollste Rush vom Drittrundenpick aus Oregon bisher. Ganz großes Kino! Bis zu besagter 24-Yard-Linie war es aber auch ein beachtlicher Drive. Fast schon spektakulär war der Catch von Zweitrundenpick WR Courtland Sutton, der den Ball nah an der rechten Außenlinie für 27 Yards Raumgewinn aus der Luft pflücken konnte. Sein Gegenspieler, kein geringer als CB Josh Norman wirkte dabei völlig neben der Spur. Auch danach hatte Norman das Nachsehen, als sich Demaryius Thomas ebenfalls auf der rechten Seite den Ball für 13 Yards sichern konnte. Der bereits erwähnte Touchdown von Freeman folgte zur 10:0 Führung.

Beim nächsten Redskins-Drive, der im 3-and-out endete, war bis auf den Pass Block von Dymonte Thomas nichts von Interesse. Die Broncos machte es genauso schlecht und beendeten ihren dritten Drive ebenfalls im 3-and-out. Danach kamen die Redskins durch ein Field Goal zum ersten Mal zu Punkten, bevor dann die Emmanuel Sanders Festspiele beginnen sollten. Es begann mit einem Kurzpass in die Mitte für 15 Yards, gefolgt von einem tiefen Pass an die linke Seitenlinie. Diesen Pass fing Sanders spektakulär mit ausgestreckten Händen fliegend in der Luft für 33 Yards, um danach bei einem End-Around-Spielzug den Ball über 27 Yards in die Endzone zu laufen. 17:3 Führung und was für ein Drive!

Broncos guard Connor McGovern celebrates with Royce Freeman. Credit: Keith Allison

Beim letzten Offensive Drive unter Case Keenum an diesem Tag zu Ende des zweiten Quarters war dann wohl die Luft raus. Fast hätte es eine Interception gegeben und daraufhin folgte ein Sack, der den Arbeitstag des Texaners so langsam ausklingen ließ. Seine Bilanz, von 18 Passversuchen kamen 12 an, bei 148 Yards Raumgewinn. Ganz ordentlich für eine Halbzeit zu deren Ende man 17:3 führte.

Noch zu erwähnen ist die Leistung von Fullback Andy Janovich. Dieser konnte mit diversen Blocks Räume für das Laufspiel und auch Zeit für das Passspiel gewinnen. Ein wichtiger Aspekt, der oft vergessen wird, aber für eine funktionierende O-Line, die heute übrigens ziemlich gut zusammenspielte, unerläßlich ist.

Die zweite Halbzeit brachte dann die üblichen Wechsel und damit verlor das Geschehen natürlich deutlich an Spielfluß. Sämtliche Running Backs durften wieder ran. Devontae Booker zeigte sein wohl bestes Spiel. Royce Freeman war bis auf seinen Touchdown kaum groß in Erscheinung getreten. DeAngelo Henderson tat sich mit 35 Yards als erfolgreichster der Backup-RBs hervor. Wobei auch Phillip Lindsay sowie der Siebenrundenpick aus Arkansas, David Williams einige Snaps bekamen.

Chad Kelly konnte in Washington keinen Touchdown für sich verbuchen. Einmal kam er ganz dicht heran, als er einen tiefen Pass in die Endzone zu TE Brian Parker warf, der den Ball dann durch die Finger gleiten ließ.

Paxton Lynch bekam dann nochmal die Chance sich zum Ende des Spiels zu zeigen und das gelang ihm zum ersten Mal in dieser Preseason richtig gut. Zweimal wagte er, für ihn ungewöhnlich, tiefe Pässe auf WR DeAndrew White, der diese jedoch nicht fangen konnte. Ein Pass wäre auf alle Fälle fangbar gewesen, beim zweiten in der Endzone war der Ball für den Receiver dann doch etwas überworfen. Zweimal war Paxton dann auch noch gut zu Fuß unterwegs und so konnte eine weiteren Bronco ziemlich gut glänzen, nämlich Kicker Brandon McManus, der alle fünf Field-Goal-Versuche in diesem Spiel verwandeln konnte, einen dabei für 56 Yards.

In der Defensive gab es wie schon im letzten Spiel gegen die Chicago Bears keinerlei Auffälligkeiten. Besonders gefreut hat mich der Sack von Shane Ray an QB Colt McCoy im dritten Quarter. Bleibt zu hoffen, daß sich der ehemalige Erstrundenpick dieses Jahr (hoffentlich verletzungsfrei!!!) nochmal für die erste Mannschaft empfehlen kann. Ansonsten ist er wohl weg.

Auf ESPN konnte ich noch lesen, daß wie schon in den vorangegangenen Spielen Brandon Marshall und Demaryius Thomas der Nationalhymne fernblieben. Direkt danach liefen sie aus dem Tunnel ins Stadion ein. Sie waren die einzigen Spieler. In der TV-Berichterstattung wurde die Hymne ja bisher nicht einmal übertragen.

Nach dem ersten Sieg und einem wirklich gelungenen Spiel nähern wir uns nun der regulären Saison und ich muß sagen, daß ich mich schon riesig auf das erste Spiel am übernächsten Wochenende gegen die Seattle Seahawks freue. Am Donnerstag bzw. Freitag dieser Woche sind unsere Jungs dann nochmal in Glendale bei den Arizona Cardinals zu sehen. Für gewöhnlich werden die Starter in diesem Spiel komplett geschont und so werden wir wohl reichlich Chad Kelly und Paxton Lynch zu sehen bekommen. Also dann, genießt die Tage bis zum nächsten Spiel.

Mile High Salute

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

Preseason: Runde 2

Moin!

Herzlich willkommen zur wöchentlichen Kolumne. Es ist doch wirklich kein Problem, sich wieder an den Rhythmus zu gewöhnen. Ich muß sagen, er hat echt gefehlt.

Im zweiten Spiel der diesjährigen Vorbereitungswochen ging es mal wieder gegen die Chicago Bears. Ich kann mich noch ziemlich gut an letztes Jahr erinnern. Da war es nämlich gleich das erste Preseason-Spiel und wir waren auf dem Höhepunkt des Kampfes um die Quarterbackposition angelangt. Damals konnte Trevor Siemian deutlich mehr überzeugen als sein Kontrahent, Paxton Lynch, den viele ja auf Augenhöhe zu Siemian sahen. Der Verfasser nimmt sich da nicht raus…

Ein ganz anderes Bild in dieser Saison. Case Keenum, unsere unumstrittene Nummer 1 auf der Position überhaupt, bekam im zweiten Spiel einen Drive mehr und damit bekamen auch wir ein etwas besseres Bild von ihm. Wenngleich das wahrlich nicht allzuviel zu einem abschließenden Urteil beitragen konnte.

Der erste Drive des Ex-Vikings QB bot außer einem Flea Flicker, der mißlang, keine Highlights und endete nach einem fast schon kläglichen „3 and out“ mit einem Hammer-Punt von Marquette King über 49 Yards an die gegnerische 5-Yard-Linie.

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Dieser Punt sollte dann noch richtig Gold wert sein, denn die Bears, unter Mitch Trubisky, schafften es nicht sich aus dieser ungünstigen Feldposition zu befreien. Nachdem dann noch RB Jordan Howard von Brandon Marshall an der 1-Yard-Linie gestoppt wurde, konnte unser First Pick des 2018er Drafts, Bradley Chubb, gleich mal richtig glänzen und den Signal Caller der Bears in der Endzone zu Fall bringen. Safety 2:0 für die Broncos. Trubisky sah in dieser Szene äußerst unglücklich aus, denn er konnte den Ball nach dem Snap nicht festhalten, obwohl er den Ball augenscheinlich die ganze Zeit fixiert hatte.

Bradley Chubb erinnerte mich in dieser Szene fast eins-zu-eins an seinen Vorturner Von Miller. Blitzschnelle Reaktion nach dem Snap und voller Fokus auf dem gegnerischen QB. Sowas zahlt sich aus. Daumen hoch!

Mit Case Keenum’s zweitem Drive konnte man dann (zum Glück) schon mehr anfangen. Fünf sichere, meist kurze, Pässe auf Rookie DeSean Hamilton, Jeff Heuerman, Emmanuel Sanders, Andy Janovich und Phillip Lindsay brachten die Broncos in Reichweite für einen Sechser. Die drei Versuche in der Redzone waren dann aber incomplete und so konnte zumindest Brandon McManus per Field Goal die Führung ausbauen.

In der Defensive fiel in der ersten Halbzeit besonders die bekannte Schwäche im Spiel gegen starke Tight Ends auf. So war es nicht verwunderlich, daß Trey Burton von Trubisky mehrfach gesucht wurde, und das auch fast immer wichtige Yards brachte. Rookie-CB Isaac Yiadom fiel insgesamt am häufigsten negativ auf, insbesondere durch zwei Strafen die er kassierte. Ein Penalty wegen Pass Interference brachte die Jungs aus Windy City gleich 37 Yards nach vorn und somit in Reichweite für den ersten Touchdown des Tages. So fand Trubisky eben jenen vogelfreien Trey Burton mit einem kurzen Pass auf die rechte Seite zur zwischenzeitlichen 7:5 Führung der Bears.

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Danach dann der letzte Drive für Case Keenum an diesem Tag. Gleichzeitig auch der längste und am Ende mit maximaler Ausbeute. In dieser Session hinterließ er meiner Meinung nach den besten Eindruck. Entscheidend waren die drei 3rd down conversions. Zweimal übrigens durch Pässe auf Emmanuel Sanders. Es gab in dem Drive einen Sack, bei dem die O-Line deutlich unkoordiniert zu Werke ging und völlig überfordert wirkte. Im Vergleich zum ersten Preseasonspiel machten die O-Liner aber insgesamt einen besseren Eindruck, was sicherlich mit der schwächeren Bears-Defense (im Vergleich zur Vikings-Defense) zusammenhing. Entscheidend für den Ausgang des Drives war der weite Passversuch auf Rookie Courtland Sutton, der den Ball nicht fangen konnte jedoch vom Bears-Defensive Back Grant behindert wurde und der Referee auf Pass Interference entschied. Das brachte Denver 45 Yards nach vorn an die 4-Yard-Linie, von wo aus Rookie-RB Royce Freeman direkt danach zu seinem zweite Touchdownlauf der Preseason startete. Die 2-Point-Conversion glückte mit einem Pass auf Jeff Heuerman und so endete der zweite Arbeitstag für Keenum mit seinem ersten Touchdown-Drive zur 13:7 Führung seines Teams.

Der nächste Offensive Drive der Bears nahm ein jehes Ende als Justin Simmons einen für Tarik Cohen gedachten Trubisky‘ Pass fing und die Heimmannschaft erneut in Ballbesitz brachte. Nun begann der erste Arbeitstag von Chad Kelly als neue Nummer 2 auf Mile High und er knüpfte an die Leistung der Vorwoche an. Hauptsächlich waren jetzt die Running Backs gefordert. Royce Freeman bekam dabei die meisten Gelegenheiten und nutzte diese auch um zu zeigen, daß er wohl aktuell fitter ist als Devontae Booker. So behaupten nicht wenige, daß sich möglicherweise eine weitere entscheidene Änderung im Depth Chart anbahnen könnte, welche den ambitionierte Rookie vom College in Oregon direkt in die Startaufstellung eines NFL-Teams katapultieren könnte.

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Nachdem es also hauptsächlich am Boden nach vorn ging, schaffte es Chad Kelly dann doch noch selbst, natürlich mit der Hilfe von Rookie-WR Courtland Sutton, zum zweiten Broncos-Touchdown des Tages. Ein tiefer Pass über 16 Yards brachte das Team aus Colorado nun noch deutlicher in Führung 20:7.

Jetzt nahm das Spielniveau merklich ab, was natürlich mit dem Durchtauschen der Spieler auf sämtlichen Positionen auf beiden Seiten zu tun hatte. Offensiv gelang nun nur noch wenig bei den Broncos. Zu erwähnen wären lediglich noch die starken Auftritte von Rookie-RB Phillip Lindsay, der außerdem noch einen guten Punt Return und im anderen Special Team einen sehr eindrucksvollen Stop eines gegnerischen Punt Returns verbuchen konnte. Ein sehr vielseitiger Spieler, der Stand heute, den Roster-Cut meistern sollte.

Chad Kelly zeigte sich wieder gut zu Fuß, sei es beim Lauf aus der Pocket oder auch beim scramblen. Zwei tiefe Pässe auf Jordan Leslie und Tim Patrick sind noch zu erwähnen. Ersterer wurde leider nachträglich „out of bounds“ gewertet.

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Mit unserer neuen Nummer drei, Paxton Lynch, war das Offensivspiel dann leider endgültig erledigt. Er lief einmal selbst zum First Down, was ihm ansonsten verwährt blieb, denn meist endeten sein Drives im „3 and out“. Zwei Sacks mußte er einstecken und leider auch einige Buh-Rufe als er das Feld betrat. Dies kann ich zum einen nicht verstehen und zum anderen schon gar nicht gutheißen. Er hat der Mannschaft nicht böswillig oder eigennützig geschadet sondern einfach nicht die Leistung gebracht, die man von ihm erwarten konnte. Das ist zwar äußerst unglücklich für alle in Broncos Country, aber es gibt niemandem das Recht einen eigenen Spieler auszubuhen. Solch Verhalten ist unentschuldbar und beschämend. Paxton ist trotz seiner unterdurchschnittlichen Leistung sehr ehrgeizig, trainiert hart und hat sich sicher nicht aufgegeben. Er schadet der mannschaft ja nicht absichtlich. Das Letzte was ihm jetzt hilft ist, wenn er auf Grund seiner Leistung, von den „Fans“ angefeindet oder verspottet wird. Kritik ist angebracht und die streitet er ja auch nicht ab, doch Hohn und vor allem Respektlosigkeit sind ihm gegenüber definitiv nicht angebracht und einfach nur schäbig.

Letztlich wurde die Führung dann noch verspielt. Entscheidend war dabei ein Fumble von Isaiah McKenzie, der einen sicheren Kurzpass von Paxton Lynch fallen ließ. Dies war sehr unglücklich, denn man befand sich zu dem Zeitpunkt bereits innerhalb der Field Goal Range. McManus hätte das Spiel mit drei Punkten für Denver entscheiden können, doch so kamen die Bears beim Stand von 24:23 in Führung liegend nochmal in Ballbesitz und konnten die Uhr herunterlaufen lassen. Das Spiel war damit gelaufen.

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Ob Isaiah McKenzie bei dem Fumble topfit war, ist fraglich, denn er mußte zuvor beim Punt Return einen ziemlich harten Tackle einstecken, obwohl er deutlich einen Fair Catch angezeigt hatte. Egal, das Ergebnis ist weiterhin unwichtig, entscheidend waren die Spielzüge die wir sehen durften. Alles in allem ein gelungenes Spiel das durchaus Hoffnung auf mehr macht. Die längere Spielzeit, die Case Keenum gewehrt wurde, hat er zu nutzen gewußt. Die O-Line wirkte besser und auch die erste Defensivreihe machte einen relativ stabilen Eindruck. Vom Special Team bin ich weiterhin überzeugt. Dort sieht man den wohl größten Fortschritt.

Damit soll es für diesen Spieltag auch schon reichen. Am kommenden Samstag geht es in die Hauptstadt zu den Redskins, die sich gerade die Dienste von Ex-MVP Adrian Peterson gesichert haben. Es verspricht wieder ein spannendes Spiel zu werden. Allen eine schöne Woche.

Mile High Salute

Gordon

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Broncos Country, da sind wir wieder

Moin!

Nach einer ziemlich langen Pause, freue ich mich riesig, daß die Saison gestartet ist und es nun auch wieder regelmäßige Kolumnen gibt. Ich habe den Akku über die letzten Monate aufgeladen, nicht spekulieren wer weiß wie stark wir sind und was für Hall of Famer wir im Team haben, um mich voll auf das Spielgeschehen zu konzentrieren. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, daß sämtliches Vorgeplänkel meist überflüßig ist. Fakten soll es geben und genau die bekommen wir jetzt. Zuerst, in der Pre-Season, noch in abgeschwächter Form, aber die ersten vier Partien sind meist schon ein kleiner Fingerzeig wo es in der Saison hingehen könnte. Allerdings wie insbesondere die letzte Spielzeit gezeigt hat, sind die Ergebnisse der Pre-Season Spiele kein Indikator. Letztes Jahr waren wir 4:0 nach den Vorbereitungsspielen und dann in der Saison nur einen Tick besser…

Ich konnte das Spiel leider nicht live sehen, was mir allerdings einen nächtlichen Wutanfall erspart hat. Der Grund: NFL GamePass! Sonntagabend will ich mir in Ruhe alle Spielzüge ansehen, doch was passiert? Das Spiel auf GamePass funktioniert nicht. Mir fehlen irgendwelche Rechte von denen ich noch nie gehört habe. Ein Blick in die Kommentare im App-Store reichen schon, um das Problem zu finden. Ziemlich viele hatten wohl das gleiche Problem. Einmal die App deinstallieren und komplett neu installieren, anmelden und schon kann es losgehen.

Wir sehen den Kickoff im halbwegs gut gefüllten Broncos Stadium at Mile High (nicht mehr Sports Authority Field) und gleich danach den ersten Drive mit unserem neuen Hoffnungsträger under center, Case Keenum. Der erste Screen Pass auf Demaryius Thomas sitzt, doch bekommt der 30-jährige Texaner gleich ordentlich Druck von der Vikings Defense. Dies ist auch bei den folgenden Spielzügen nicht anders. Nach nur zwei Drives ist dann auch schon Schluß für ihn. Ganz ohne ein Big Play, aber auch ohne einen Fehler (1-4 – 5 Yards). Auf Grund der, nicht ungewöhnlichen für ein erstes Pre-Season Spiel, nur sehr kurzen Spielzeit, möchte ich den Neuankömmling nicht weiter bewerten. Was allerdings auffiel, war die schwache Offensive Line, die im weiteren Spielverlauf noch so einige Male „glänzte“.

Bei den ersten Defensive Drives mit der vermeintlichen Top-Aufstellung, fiel insbesondere die schwache Run Defense auf. RB Latavius Murray hatte da doch allzu leichtes Spiel. Etwas später dann noch der 78 Yard Touchdown-Lauf von Rookie-RB Roc Thomas. Das war schon etwas überraschend. Da scheint die Zuordnung noch nicht wirklich zu stimmen und auch das Playcalling von außerhalb bedarf noch einiger Justierung. Die Secondary, nun ja ohne Veteran Aqib Talib, fiel erstmal nicht besonders negativ auf. Hatte aber ab und an doch so ihre Probleme mit den Pässen des gegnerischen QBs – kein geringer als Trevor Siemian. Der machte nämlich ein richtig gutes Spiel (vielleicht sogar die beste QB-Leistung auf dem Platz) und läßt ihn uns damit schon ein bißchen vermissen. Gerade im Hinblick auf unsere derzeitige Nummer 2 – Paxton Lynch.

Der Junge machte genau das was wir von ihm kennen. Eine äußerst unglückliche bzw. richtig schlechte Figur. Mit einer Interception ging es gleich los. Er wirkte zögerlich, unsicher, in keinster Weise souverän. Bei jeder Aktion war man froh, wenn sie nicht in einem Sack oder gar einem weiteren Ballverlust endete. Zu ungenaue, zu hohe oder zu scharfe Kurzpässe und keinerlei Mut auf einen mittleren bis tiefen Pass. Kurzum, ich sehe in ihm weder einen soliden Backup, noch die Qualität sich NFL-Quarterback schimpfen zu lassen. Das ist vielleicht zu hart, aber selbst in Jahr Nummer 3 nach dem Draft (in der ersten Runde!), sieht man keinerlei Fortschritte. Da hätte man wirklich besser Siemian oder Sloter behalten können, dabei noch richtig Geld gespart, und kein Phlegma auf der Bank. Ein Albtraum wenn Keenum sich verletzen sollte…

In diesem hoffentlich nicht eintretenen Fall, stünde derzeit nur ein brauchbarer Ersatz bereit und das ist Chad Kelly. Sein erster Auftritt in Orange macht doch deutlich mehr Mut als der seines Vorgängers. Man muß ihn ja eigentlich als Rookie einstufen und das was er zu bieten hatte, war gar nicht so schlecht. Selbstverständlich hat er nur gegen die zweite, dritte bzw. vierte Garde der Vikings Defense gespielt. Trotzdem konnte man bei ihm Souveränität sehen. Bis auf die eine Interception, bei der er wohl alles vergessen hatte, was er vorher richtig gemacht hatte. So war er stark in der Spielübersicht und gegen gegnerischen Druck. Gut und vor allem auch schnell im scramble, womit er es auch schaffte das Spiel dank zweier Touchdown-Pässe zu drehen. Der Zwischenstand war 28:27, bevor die Vikings dann noch 2 TDs draufsetzten. Für mich, wie wohl auch für die meisten anderen, ist Chad Kelly aktuell die klare Nummer 2.

Verlieren wir gleich noch ein paar Worte zum zweiten Ex-Bronco-QB Kyle Sloter. Er konnte da anknüpfen wo er vor einem Jahr noch in Orange und Blau aufgehört hat. Eine starke Leistung von ihm und auch er ist vor Paxton Lynch zu platzieren.

In dem Sinn schauen wir auch noch auf die weiteren Lichtblicke im Broncos-Kader. Da haben wir einen weiteren Neuling in Punter Marquette King. Die neue Nummer 1 im Broncos-Jersey zeigte genau das wofür man ihn geholt hat. Weite und platzierte Punts. Sie kamen immer an die 20 Yards-Markierung bzw. gingen in deren Nähe ins Seitenaus. Er bekam gleich viele Versuche und enttäuschte nicht. Klasse Typ!

Dann war da natürlich noch Rookie-RB Royce Freeman. Mit viel Vorschußlorbeeren gestartet, zeigte er ebenfalls das was man von ihm erwartet. Explosive Läufe, die gleich in einen starken Touchdown-Lauf mündeten. Er wirkt fast wie ein Geschenk für uns nach dem Abgang von CJ Anderson, aber warten wir es ab und hoffen wir darauf, daß er künftig erstmal Spielzeit bekommt.

Einen weitere Hoffnungsträger konnte man in Josey Jewell finden. Der Rookie-LB viel insbesondere durch einen starken Run Block auf. In die Riege fällt auch Shelby Harris, der sich während der letzten Pre-Season ins Team gespielt hat und weiterhin stark auftrumpft. Nicht zu vergessen, Colorado-Rookie Phillip Lindsay. Wie schon im Camp drehte er auch gleich auf. Er fing 3 Pässe für 40 Yards und einen TD. Ein sehr vielseitig einsetzbarer Offense-Spieler. Rushing, Receiving, Returning. Und genau da gab es noch ein Licht am Ende des Tunnels – das Special Team. Den neuen Punter haben wir ja schon gelobt und mit unserem Kicker können wir eh zufrieden sein. Dazu scheint Isaiah McKenzie jetzt vielleicht doch die Kurve zu kriegen. Zu Beginn der letzten Saison hoch gelobt, viel er nach zahlreichen Drops in eine tiefes Loch. Hoffen wir mal, daß sein Punt Return-TD die Wende bringt. Mit Sicherheit eines der Big Plays der diesjährigen Pre-Season.

Da sind wir auch schon beim Fazit. Das Positive überwiegt, doch mache ich mir ziemliche Sorgen um die O-Line. Wenn die wieder auf den Stand von 2016 zurückfällt, sind die Playoffs nicht machbar. Um mehr sagen zu können, brauchen wir natürlich mehr Drives der Top-Besetzung inklusive Case Keenum. Ich weigere mich noch ihn als den Heilsbringer hinzustellen, denn bis dato hat er noch nichts Zählbares geleistet. Mehr sehen möchte ich auch vom gegen die Vikings unsichtbaren Rookie-WR Courtland Sutton.

Dennoch finde ich es völlig unbegründet und überzogen, wenn nach dem ersten Spiel schon die Saison abgeschrieben wird. Nicht nervös werden! Das Ergebnis in den Spielen ist erstmal unwichtig und man sollte keine Leistung überbewerten. Wir haben gute Ansetze gesehen, das zählt gar nichts, aber die Spiele zählen ja auch erstmal nichts. Ab Mitte des dritten Quarters war es eh nur noch ein lockeres Trainingsspiel und man muß auch sagen, daß die Vikings zu Beginn richtig Druck gemacht haben. Offensiv wie defensiv. Immerhin sind sie auch ein Top-Team.

Ich freue mich auf das nächste Spiel gegen die Chicago Bears am kommenden Sonntag. Ein wohl eher schwächerer Gegner paßt jetzt ganz gut. Also auf zu neuen Taten.

Mile High Salute!

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Die Saison ist vorbei! Es lebe die neue Saison!

Moin!
Erstmal wünsche ich euch allen treuen Lesern ein frohes und gesundes neues Jahr!
In den letzten Wochen habe ich mich ja etwas rar gemacht. Dies war bedingt durch viel Arbeit vor Weihnachten und noch dazu etwas Frustration über die derzeitige Lage. So wußte ich nicht richtig womit ich euch langweilen kann und dann habe ich es lieber gelassen. Aber jetzt, nach Abschluß der Saison, ist die Zeit wieder reif für einen neuen Artikel.

Mit dem Januar begann dann auch für die Broncos die Off-Season, welche vermutlich spannender wird als die vergangene Spielzeit.

Mit 5:11 haben wir 2017 abgeschlossen. Wer hätte das gedacht? Ich werde jetzt nicht nochmal die alten Statistiken rauskramen, wann – wie oft losing season – 1967 – losing streak, davon hatte ich zu viel in letzter Zeit und es hilft auch nicht weiter. Entscheidend ist das hier und jetzt und genau da hakt es aktuell an viele Ecken.

Am 1. Januar ging es dann auch gleich rund in Dove Valley. Die von vielen erwartete Entlassung von Head Coach Vance Joseph blieb allerdings aus. Zusammen mit den Offensive und Defensive Coordinators Bill Musgrave und Joe Woods, darf er auch 2018 weitermachen.Dafür erwischte es folgende 6 Personalien: Special Teams Coach Brock Olivo, Assistant Head Coach und Running Back Coach Eric Studesville, Wide Receiver Coach Tyke Tolbert, OLB Coach Fred Pagac, O-Line Coach Jeff Davidson und Assistant DB Coach Johnnie Lynn. Mit der Entlassung von Brock Olivo wird wohl kaum jemand ein Problem haben, aber daß Studesville und Tolbert gehen mußten, ist schon weitaus überraschender. Übrigens, Eric Studesville wird aktuell als neuer Head Coach bei den New York Giants gehandelt.

Naja, man hat also aufgeräumt, auch wenn es vielen Broncos-Fans nicht weit genug geht, denn ein Großteil hatte den Kopf von Vance Joseph gefordert. Die Gründe die zu seinem Verbleib geführt haben, sind auch etwas undurchsichtig. Oder um nicht zu sagen, unverständlich. Angeblich hat ein Gespräch mit den Spielern den Rookie Coach in letzter Sekunde gerettet. Ob das alles so gut ist, weiß ich auch (noch) nicht. Prinzipiell bin ich kein Freund von schnellen Entlassungen (nach einem Jahr). Es ist ja leider Mode, den Leuten kaum noch Zeit zu geben. Stellt sich kein prompter Erfolg ein, dann wird der Coach entlassen. Aber ist das langfristig immer so gut? Daher habe ich mit der Entscheidung an VJ festzuhalten (erstmal) kein Problem. Sein weiteres Wirken wird natürlich unter genauer Beobachtung stehen. Gary Kubiak ist nun auch wieder mit mehr Rechten und Pflichten im Hinblick auf die Kaderplanung eingebunden, was sicherlich hilfreich für den noch jungen Coach ist.

Über die Rolle von Elway könnte man jetzt noch ein oder zwei Artikel schreiben, doch will ich mir da nicht zu viel anmaßen und schon gar nicht über ihn richten. Das machen schon genug andere und viele ziemlich respektlos, was mir sehr mißfällt. Kritik ist immer angebracht, aber bitte sachlich und mit dem nötigen Respekt. Man sollte seine Erfolge und Verdienste für das Team niemals vergessen. Dennoch ist er nicht der alleinige Herrscher in Mile High und Kritik ist durchaus angebracht.

Meine Kritik an „Big E“ sieht wie folgt aus:
Nimm dich etwas zurück und laß deine Coaches ein Team bilden. Hole die Leute, die deine Coaches für ihr System benötigen und haben wollen. Das gilt für den neuen Trainerstab, der nun natürlich aufgebaut werden muß, und auch für Spieler, die verpflichtet werden müssen oder von denen man sich trennen sollte. Ein bißchen weniger Elway tut den Broncos sicher auch mal gut. Gerade was Entscheidungen im Draft angeht, lag er ja in den letzten Jahren etwas daneben.

Die Franchiseführung unter CEO Joe Ellis hat sich gestern auch zur Saison geäußert, sich bei den Fans bedankt, die Ticketpreise für die nächste Saison eingefroren, aber auch etwas ungewöhnliche Aussagen im Hinblick auf die Siegermentalität gemacht, die ich nicht so ganz verstehe. Wir kennen die Broncos als ein Team, welches jedes Jahr um den Super Bowl mitspielen möchte. Ist man davon zu weit entfernt, wie in den letzten beiden Jahren, dann gilt die Saison als verlorene Saison. Damit haben wir uns identifiziert. Nun stellt man aber diese Mentalität in Frage und will in den kommenden Wochen das gesamte Personal „umerziehen“. So wie ich das verstanden habe, muß es nun doch nicht immer der Super Bowl sein. Vielleicht habe ich da etwas mißverstanden, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, daß man durch einen solchen Schritt etwas Druck von allen Schultern nehmen möchte. Viel mehr möchte ich da erstmal nicht reininterpretieren und schaue lieber wie sich die nahe Zukunft gestalten wird.

Der wichtigste Punkt ist dabei natürlich die leidige Quarterback-Frage.
Es deutet wohl aktuell alles auf die Verpflichtung eines erfahrenen Quarterbacks in der Free Agency hin. Bei den Kandidaten wird fast nur Kirk Cousins genannt. Ich könnte mir aber auch andere Alternativen vorstellen, da Cousins extrem teuer ist und es sicher auch Konkurrenz von anderen Teams gibt. Man sollte sich vielleicht nicht nur auf die Free Agents konzentrieren. Einen Trade halte ich ebenfalls für möglich. Dafür wird man dann allerdings einen oder zwei Top-Spieler abgeben müssen. Bei diesen Spielchen tauchen meist die Namen Sanders, Wolfe oder Chris Harris Jr. auf. Dies sind natürlich alles nur Spekulationen. Man weiß aber auch, daß Tyrod Taylor in Buffalo und Buffalo (warum auch immer…) mit Taylor nicht glücklich ist. Ein weiteres durchaus mögliches Hirngespinst ist ein Trade mit den Colts für Andrew Luck. Das klingt alles noch etwas weitab, aber warten wir nur bis der Super Bowl gelaufen ist, dann geht es wieder in die Vollen.

Free Agents auf Seiten der Broncos sind dieses Jahr relativ dünn gesät. Da haben wir u.a. Virgil Green, Todd Davis, Donald Stephenson, Jamaal Charles, Cody Latimer und natürlich Brock Osweiler. Charles und Brock werden den Club sicher verlassen, die anderen vier genannten wird man wohl eher versuchen zu halten. Stephenson wird noch ein Wackelkandidat sein, aber wohl nur abhängig von einer Verpflichtung eines Right Tackle. Da sollte man meiner Meinung nach unbedingt aktiv werden.

Und dann haben wir im April den Draft. Da werde ich heute noch keine Prognosen abgeben, nur die eine, es wird bestimmt ein Quarterback gedraftet.
Das soll es dann erstmal wieder gewesen sein. Ich hoffe ihr seid nicht zu sehr betrübt über die abgelaufene Saison. Wir blicken nach vorn und freuen uns auf den neuen Kader und die neue Saison. Ich bin mir sicher, daß wir 2018 besser als 5:11 sein werden.

Der Spielplan sollte helfen, da wir nicht ganz so schwere Brocken bekommen haben wir 2017. Allerdings ist es vielleicht noch zu früh solche Behauptungen anzustellen, denn wenn wir was in dieser Saison gelernt haben, dann, daß fast jedes Team für eine Überraschung gut ist.

Mile High Salute
Gordon
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Abgehakt!

Moin ihr treuen Broncos-Fans!

Diese Woche ist es wirklich schwer für mich irgend etwas zu schreiben. Mich dabei nicht zu wiederholen, euch nicht zu langweilen oder euch ein schlechtes Gefühl zu geben. Keine Ahnung wie ich das anstellen soll. Die letzten 8 Niederlagen, die Art und Weise, mit den Turnover etc. machen nicht wirklich Mut. Die Quarterback-Situation ist weiterhin Hauptthema. Dazu kommt noch die Trainer-Diskussion. Es macht einfach keinen Spaß. Man möchte die Saison nur noch abhaken.

Aber da sind noch 4 Spiele, die wir überstehen müssen. Dieses Jahr liegen die letzten beiden Spiele auch noch so blöd, daß sie uns wohl den Heiligabend und den Silvester verhageln werden. Wer hat sich das nur ausgedacht?

Blicken wir also zurück auf den vergangenen Sonntagabend. Ungewöhnlich früh ging es los und wenn ich mich recht entsinne, haben wir sogar mal geführt. Nach dem einzig guten Drive, bei dem wir gleich zwei Big Plays (!!!) sehen durften. Erst der kurze Pass von Trevor Siemian auf links zu Virgil Green, der das Leder sagenhafte 36 Yards nach vorne brachte und den darauffolgenden Deep Pass an die linke Außenbahn zu Bennie Fowler für weitere 23 Yards. Danach folgten zwei Läufe von Devontae Booker für insgesamt 5 Yards und ein Incomplete Pass auf Demaryius Thomas. Dann war es Zeit für Brandon McManus, der das Field Goal über 31 Yards machte und uns mit 3:2 in Führung brachte.

Da sah es doch tatsächlich so aus, als könnte da was gehen gegen diese Miami Dolphins. Diese mit Ex-Broncos gespickte Mannschaft. So kam es dann auch wie es kommen mußte. Der Quarterback-Gott Jay Cutler mit einem Pass in die Endzone zu Tight End Julius Thomas zum Touchdown und damit auch zur Entscheidung. Der Rodeoritt den Thomas danach auf dem Ball absolvierte, war ziemlich sinnbildlich für die bisherige Saison. Ziemlich bitter wenn sowas von dem wohl besten Broncos Tight End der letzten 5 Jahre zelebriert wird. Die Aktion war meiner Meinung nach überflüssig, aber gut, daß muß man sich wohl gefallen lassen.

Was danach kam, kann man eigentlich nur noch als die schlechteste Saisonleistung abstempeln. Diesen Status zu erreichen ist auch nicht einfach. Herausnehmen möchte ich dann doch nochmal die Defense. Allen voran die Interception von Chris Harris Jr. Wirklich einmalig, wie er den Ball gegen Kenny Stills unter Kontrolle bringt und das Turnover erzwingt. Das nächste Lob geht an Bradley Roby, der ebenfalls gegen Kenny Stills auftrumpfte und den Fumble verursachte und auch noch sicherte. Nach seinem schlechten Spiel gegen die Raiders, wieder ein Lichtblick für den jungen Cornerback.

Apropos, jung. Wieder einmal ein Riesenlob an Justin Simmons. Unser Safety im zweiten Jahr glänzte dann auch noch mit einer Pick Six bei der er den Ball nach der Interception über 65 Yards in die Endzone trug. Das waren aber auch die einzigen mageren 6 Punkte die wir aus den 3 Turnover holen konnten. Und sie gehen komplett auf das Konto der Defense.

Von der Offense kam nach dem Field Goal-Abschluß wirklich überhaupt nichts mehr. Trevor Siemian war unterirdisch schlecht. Third Down Conversions? Fehlanzeige! Kurze Pässe? Fehlanzeige! Lange Pässe? Fehlanzeige! Bei 41 Versuchen gelangen 19 Pässe für 200 Yards (4,9 Yards im Schnitt), kein Touchdown, aber 3 Interceptions. Quarterback-Rating 30,5….Bähmm! Mal wieder die Chance vertan und die Gewißheit, daß da außer Inkonstanz nichts mehr kommen wird.

Laufspiel? Mehr oder weniger auch (mal wieder) Fehlanzeige.

C.J Anderson mit 15 Läufen für schlappe 67 Yards. Booker bei zwei Versuchen für 8 Yards und Charles mit drei Versuchen und 12 Yards, beide nicht erwähnenswert. Den längsten Lauf hatte übrigens Trevor Siemian mit 15 Yards.

Dann nehmen wir die Receiver auch nochmal unter die Lupe, auch wenn es kaum etwas zu berichten gäbe, außer der zwei Receptions von Green und Fowler, die wir schon weiter oben beschrieben hatten. Unsere beiden Top-Receiver kamen zusammen auf 4 Receptions für 38 Yards… Zum Vergleich, unsere beiden besten „Receiver“ waren C.J. Anderson mit 4 Receptions und 13 Yards, sowie Jamaal Charles mit 5 Receptions für 39 Yards. Noch Fragen?

Die Defense haben wir eigentlich schon ausreichend gelobt, da bedarf es keines weiteren Kommentars mehr. Allerdings hat mich eine Szene ziemlich aufgeregt, und daß war der Rushing Touchdown von Kenyan Drake über 42 Yards. Da war ziemlich viel schiefgegangen, Brandon Marshall sah da äußerst unglücklich aus. Egal, passiert, aber daß du aus drei Turnover nicht mehr rausholen kannst, als am Ende mit nur 9 Punkten dazustehen, das finde ich schon sehr schlecht und es macht mich schon ziemlich wütend.

Siemian anstatt Osweiler spielen zu lassen, ist für mich vertretbar. Wir wissen, daß Siemian mal ein halbwegs gutes Spiel machen kann (siehe zuletzt gegen die Raiders) und dann aber auch mal 2-3 schlechte Spiele. Warum aber, schafft man es nicht unsere Top-Receiver besser ins Spiel zu bringen? Meine Güte, 4 Receptions von Thomas und Sanders? Wir haben doch gegen die Patriots gesehen, daß Sanders (137 Yards) es kann. Da kamen die Bälle von Osweiler, okay. Trotzdem finde ich es unglaublich, daß da so wenig zustande kommt.

Ein weiterer Punkt. Wo sind unsere Rookies? DeMarcus Walker? DeAngelo Henderson? Zwei Namen, die ich eigentlich bei einigen Snaps erwarte. Doch haben wir einen davon in den letzten beiden Spielen, in denen es eh um nichts mehr geht gesehen? Warum gibt man den Jungen jetzt nicht die Chance sich zu beweisen? Ich war ja schon froh endlich mal Connor McGovern von Anfang an in der O-Line zu sehen. Das erste Mal für ihn in der Startformation und auch erst sein dritter Einsatz überhaupt seit seinem Draft in 2016. Warum kommt der bei unseren Problemen in der O-Line nicht häufiger zum Zug. Das sind jetzt nur wenige Beispiele, aber ihr wißt sicher was ich meine.

Credit: Reid Neureiter

Abschließend natürlich noch der Aufreger schlechthin – Punt Returner Isiah McKenzie. Ihn auf dieser Position erneut aufzustellen war eigentlich schon zu viel des Guten. Der erste Punt flog in die Endzone, man war ich froh. Aber irgendwann mußte es kommen und dieses Mal mit Wucht. Der Ausflug in die eigene Endzone zum zweiten Safety des Spiels. Das war schon peinlich. Habt ihr mal geguckt, wieviele Punt Return Yards wir gegen Miami gemacht haben? Ich kann es euch sagen Minus 3…

Damit ist Schluß für heute. Ich freue mich diese Woche nicht auf das Spiel am Sonntag gegen die Jets, weil ich es nicht sehen kann. Ob das nun gut oder schlecht ist, wird sich zeigen. Ich erwarte diese Saison nichts mehr und gehe daher von 3-13 aus. Ein weiser Mann sagte mal, schraube deine Erwartungen runter, dann wirst du nicht enttäuscht. In dem Sinne.

Mile High Salute

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

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Photo Credits:

Ryan Greene

Ryan Koenigsberg

Quarterback-Diskussion? Ja klar, wir haben wieder eine Quarterback-Diskussion!

Moin!

Was haben wir nicht im vergangenen Jahr über die Quarterbacks diskutiert. Es gab kein Ende der Diskussionen. Selbst nicht, oder schon gar nicht, im Sommer, als sich die Teamführung für Trevor Siemian als Starting Quarterback für die neue Saison festgelegt hatten. Zwei Lager gab (bzw. gibt) es, die sich mitunter schwer bekämpfen. Team Paxton gegen Team Trevor. Die Pre-Season zeigte dann, daß Trevor Siemian der wohl „fertigere“ QB von beiden ist. Er strahlte Sicherheit aus und machte die entscheidenen Pässe. Man bekam das Gefühl, daß er dazugelernt hat, sich verbessert hat, ja vielleicht sogar viel besser ist, als alle glaubten. Ein zukünftiger Franchise-Quarterback?!

Ganz anders sein Kontrahent, Paxton Lynch. Er wirkte unsicher, steif und seine Pässe kamen meist nicht an. Zu weit oder zu hoch waren meist die Attribute, die seine Pässe am besten charakterisierten. Dann zu allem Überfluß auch noch die Verletzung der Schulter. Pech für ihn, aber nicht so schlimm für die Broncos, denn man hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits für Siemian als Starter entschieden. Lynch soll sich auskurieren, trainieren unddann mal sehen, vielleicht wird es ja doch noch mal was mit ihm bei den Broncos. Ein bißchen Zuversicht, doch der Kampf schien verloren.

Als dann auch noch Brock Osweiler zurückkam und die Football-Welt überrascht aufsah, da war die Zukunft für Lynch noch etwas mehr im Eimer. Dochfür ihn sollte nochmal Hoffnung aufflammen. Jedoch noch nicht nach den ersten beiden Saisonspielen. Siemian war ganz gut im ersten Spiel gegen die Chargers und dann sehr stark im zweiten Spiel. Nach dem deutlichen Sieg, mit über 40 Punkten, gegen die Cowboys, sah man in ihm den, den man immer glaubte gesucht zu haben. Ein klasse Typ! Gedraftet in der 7. Runde, egal! Dennoch zweimal den Kampf gegen die vermeintlich besseren Kontrahenten gewonnen. Ein Teufelskerl! Noch dazu die Art und Weise wie er damit umgeht. Mit der Gelassenheit und dem Charme des netten Jungen von nebenan, der eigentlich ganz gewöhnlich bei einer Versicherung arbeiten könnte, doch jetzt für eines der besten Footballteams des Landes auf der wichtigsten Position spielt. Wow, ein amerikanischer Traum.

Doch wie das oft mit solchen Träumen ist, sie zerplatzen wie Seifenblasen und so leider auch bei Trevor Siemian und den Broncos. Gegen die Buffalo Bills gab es dann nach schwacher Vorstellung die erste Niederlage. Ein glücklicher Sieg gegen die Raiders folgte – Dank der Defense. Danach aber ging es nur noch bergab. Team Paxton schlug wieder ungebremst auf den Jungen ein und er verlor mehr und mehr an Zuspruch, auch von der restlichen Fangemeinde (mich eingeschlossen). Es wäre doch zu schön gewesen, aber es sollte nicht sein. Die Interceptions häuften sich, die Spiele gingen verloren. Noch schlimmere Interceptions folgten und eine Verletzung brachte dann sogar kurzzeitig den ungeliebten Brock Osweiler aufs Feld. Doch Siemian kämpfte sich zurück auf den Platz, nur leider ohne Erfolg.

Es kam wie es kommen mußte, nach 7 Spielen war Schluß. Drei Siege und vier Niederlagen standen zu dem Zeitpunkt zu Buche. Die Interceptions waren katastrophal und er wirkte hilflos, lethargisch, ohne Kraft das Ruder rumzureißen. Danach immer die gleichen Sprüche mit lahmen Aufmunterungen und dem Hoffen auf das nächste Spiel. Doch nach der Niederlage gegen die Chiefs, war auch der Zuspruch bei den Verantwortlichen weg und so wurde, im nächsten Spiel gegen die Eagles, Brock Osweiler aufgestellt, eine logische Folge. Paxton Lynch war noch nicht fit, also sollte der erfahrene Osweiler das Heft in die Hand nehmen. Den Ausgang kennen wir. Gegen die Eagles und Patriots kannst du selbstverständlich verlieren, aber gegen die Bengals hätte der Sieg hergemußt, auch um die Playoffs überhaupt noch erreichen zu können. Dies mißlang, noch dazu gab es eine kleine Verletzung an der Schulter oder Brust, egal, Brock war nach drei sieglosen Spielen wieder raus und der Mann der Zukunft – Paxton Lynch – war fit und bekam die Chance seines Lebens.

Starter gegen die Raiders. Auswärts, gegen die harmloseste Defense. Kaum Pass Rush (trotz Khalil Mack) und daher kaum Sacks und vor allem noch nicht eine einzige Interception in dieser Saison. Es wirkte eigentlich wie gemacht für den Jungen aus Tennessee. Doch wie alles in dieser Saison, wurde es zum Debakel. Er wirkte unsicher, steif, zögerlich, ungenau, ängstlich, unerfahren – alles was ein Quarterback nicht sein sollte. Zur Halbzeit waren die Zweifler wieder voll in ihrem Element, denn nichts hatte funktioniert. Kein einziger Punkt, das nächste Horrorspiel war in vollem Gange und dann das! Nach 14 Pässen von denen 9 ankamen, für magere 41 Yards (2,9 Yards pro Pass), einer Interception und 20 erlaufenen Yards war wieder Schluß für den Hoffnungsträger. Ohne Fremdeinwirkung verletzte er sich am Knöchel und humpelte zur Seitenlinie. Sofort war klar, hier geht nichts mehr. Mit gesenktem Kopf und Tränen in den Augen saß er dann draußen auf der Bank wie ein Häufchen Elend. Mitleid, das wollte er sicher nicht, doch es gab in dieser Situation wohl kaum einen Footballfan, der nicht genau das für ihn empfand. Der Traum war geplatzt, die Chance vergeben und das vielleicht für immer.

Die Lösung für die Broncos mußte natürlich Trevor Siemian heißen. Zuletzt noch nicht mal mehr in der Aufstellung als Backup, und nun der vermeintliche Retter, der Feuerwehrmann, der Prügelknabe, der es nun doch nochmal allen zeigen wollte. Broncos Country war wieder gespalten. Siemian? Nein, den wollen wir nicht, tönte es von der einen Seite. Er hatte seine Chance und die hat er nicht genutzt. Die andere Seite lachte sich heimlich ins Fäustchen, nach dem Motto, ich habe es doch immer gewußt, er kommt wieder, denn er ist der beste Mann und er kann selbst dieses Spiel bei 0:21 noch rumreißen. Der erste Drive endete im 3-and-out. Typisch, das Spiel ist eh gelaufen, dachten alle. Aber im darauffolgenden Drive im 4. Quarter legte er los wie die Feuerwehr. Es wurde gepasst was das Zeug hält und am Ende des langen Drives (über 14 Minuten) gelang der entscheidene 25 Yard-Wurf auf Cody Latimer zum langersehnten Touchdown. Broncos Country jubelte! Der nächste Drive war schneller. Nach gut fünf Minuten, in denen eigentlich nur gepasst wurde, findet Siemian Bennie Fowler in der Endzone mit einem tollen Pass zum zweiten Touchdown – 14:21. Broncos Country jubelte noch mehr. Die Broncos sind wieder im Spiel und das alles „nur“ Dank Trevor Siemian (kleine Übertreibung meinerseits). Noch 2:39 Minuten und wenn die Raiders‘ Offense nochmal gestoppt werden, dann gibt es tatsächlich die Chance zum Ausgleich oder Sieg.

Doch es kam, wie es kommen mußte. Die Defense ließ wieder einmal zum Ende nach und mit einem gewagten Playcalling, beim entscheidene dritten Versuch der Raiders, das Backfield quasi leer zu lassen, ging der Plan in die Hose. Derek Carr lobbte den Ball über die Defense in die Arme von Receiver Corradelle Patterson, der dann auch noch nicht mal sofort zu stoppen war und erst nach 54 Yards zu Boden gebracht werden konnte. Die Chance war weg, das Spiel war aus. Siebte Niederlage in Folge, Nummer acht insgesamt – 3:8 – bei noch fünf ausstehenden Spielen. Denver in der wohl größten Krise seit…ach was weiß ich…

Was kommt jetzt? Siemian macht erstmal weiter (und das ist auch gut so…). Was aus Paxton Lynch wird, ist ein großes Fragezeichen. Es scheint aktuellnicht sicher, ob er dieses Jahr überhaupt nochmal trainieren kann. Damit wäre die Saison für ihn gelaufen. Brock Osweiler will wohl auch keiner mehr sehen. Also bleibt erstmal nur Trevor Siemian. Schafft er es doch nochmal sich als möglicher zukünftiger Starter zu empfehlen. Kaum jemand glaubt daran. Ich persönlich auch nicht, würde ihn aber nicht aufgeben, insbesondere nicht in der aktuellen Situation. Für mich ist er die bessere Wahl, als Brock Osweiler. Doch auch ich bin mir relativ sicher, daß wir unter den aktuellen Umständen nicht mehr von ihm erwarten können, als das was wir bisher gesehen haben. Und das war leider nur ein unkonstanter, netter Quarterback, der an einem Tag ein super Spiel machen kann. Aber an mehreren Tagen auch Spiele mit (unnötigen) Interceptions verlieren kann. Was kann man da tun? Hilft ihm ein besserer Trainerstab? Unter Kubiak war er ja schon etwas besser als zuletzt. Ich weiß es nicht, aber ich wünschte wir hätten in ihm die Lösung gefunden.
Es bleibt also wieder mal nur das Abwarten, was in den kommenden Monaten in Dove Valley entschieden wird. Kommt Chad Kelly nächste Saison? Tradet man für einen Veteran-QB? Cousins, Taylor & Co.? Draftet man in der ersten Runde ein Top-Talent? Man kann sich sicher sein, daß Elway und seine Mannen alles tun werden, um dem lahmen Gaul die Sporen zu verpassen. Diese Franchise ist nur auf Erfolg ausgerichtet. Das Gute ist, wir werden erfahren wie es weitergeht und wir bleiben natürlich weiterhin dem Blau-Orangenen Tross treu und hoffen noch auf ein paar schöne Momente in dieser Saison. Mehr ist ja nicht mehr drin. Auf dann! Schönen ersten Advent!

Mile High Salute
Gordon
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Alle guten Dinge sind…Paxton Lynch!?

Ahoi an Bord!

Ich hoffe ihr bleibt auch weiterhin auf dem „Broncos-Dampfer“? Er mag ja leckgeschlagen sein und auch schon Schieflage haben, aber untergehen wird er so schnell nicht. Ich fühle mich derzeit wie ein Besatzungsmitglied dieses seltsamen Schiffes. Egal wie schlecht es läuft man kommt einfach nicht runter wenn man erstmal auf hoher See ist. Keine Chance wegzulaufen! Es wird gegessen was serviert wird. Es geht dahin wohin der Kapitän lenkt. Noch dazu bringen einige Unwetter und Stürme den Kurs des Schiffes ganz schön durcheinander. Das Ziel wird so nicht immer erreicht.

Doch eines haben wir diese Woche wieder gelernt. Man kann trotzdem den ein oder anderen von Bord schmeißen. Offensive Coordinator Mike McCoy hat es am Montag erwischt. Zuviele Turnover, zu wenig Punkte – ab ins kalte Wasser!

Am Dienstag die nächste personelle Veränderung. Brock Osweiler wird nach drei sieglosen Spielen ebenfalls seinen Posten als erster Quarterback los und darf sich erstmal wieder nur als Backup hinten anstellen.

Paxton übernehmen sie! Schallt es über Bord. Ein neuer Steuermann muß ran. Der Letzte konnte den umherirrenden Dampfer nicht wie erhofft in ruhigere Fahrwasser lenken. Daher bekommt jetzt (endlich) auch der hochdekorierte Erstrundenpick aus dem Jahr 2016 die Verantwortung für das Schlachtschiff. Was können wir erwarten? Niemand weiß es. Aber alle hoffen, daß endlich wieder ein bzw. mehrere Siege eingefahren werden können. Ich natürlich auch. Doch die vergangenen Spiele haben meinen Optimismus deutlich gedrückt. So sehe ich auch unter Kapitän Lynch noch keine schnelle Besserung der Lage, denn zu ungewiss ist das was wir von dem unerfahrenen Lenker erwarten können. Dennoch ist es ganz klar die richtige Entscheidung, ihm das Ruder in die Hand zu geben. Er muß sich (endlich) beweisen dürfen, unter Wettkampfbedingungen, auf der Bühne für die man ihn geholt hat.

Seine letzten Auftritte in der Pre-Season waren gelinde gesagt, mangelhaft. Trotzdem freue ich mich, daß er jetzt seine Chance bekommt. Die Ausgangslage ist natürlich alles andere als optimal. Die letzten sechs Spiele wurden verloren. Es geht auswärts, im Black Hole, gegen den Erzrivalen, die Oakland Raiders. Er wäre in meinen Augen schon ein wahrer Teufelskerl wenn er am Sonntag selbstbewußt auf den Rasen tritt und das Spiel gewinnt. Man hat gelernt, die Erwartungen runterzuschrauben. Daher erwarte ich keinen Sieg am Sonntag, sondern lasse mich einfach überraschen.

Ein Vorteil für ihn ist vielleicht, daß es außer um seine Leistung, um nichts mehr geht. Die Playoffs sind futsch. Noch dazu sind die Raiders auch nicht gerade übermächtig. Aber gut, das waren die Bengals, Giants und Bills auch nicht… Ich freue mich also wie an jedem Spieltag auf die Hymne (wenn sie denn gezeigt wird…), den Kickoff und alles was danach so kommt. Gut, daß wir noch nicht wissen was uns erwartet.

Müssen wir nochmal auf das Bengals-Spiel zurückblicken? Naja, aber nur kurz.

Was war positiv? Das Laufspiel hat mir ganz gut gefallen. C.J. Anderson hat wieder in seine Normalform zurückgefunden. 13 Läufe für 37 Yards (2,8) das ist nicht besonders gut, aber wir sind ja genügsam geworden. Auf den Fumble gehen wir jetzt mal nicht ein. Devontae Booker war auch wieder oft gefragt und hat seine Sache gut gemacht (14 Läufe für 44 Yards). Komisch allerdings, daß Jamaal Charles kaum Snaps bekam – nur 3 für 7 Yards. Statistisch gesehen bester Läufer war übrigens Brock Osweiler mit 4 Läufen für 24 Yards, das sind 6 Yards pro Lauf.

Bester Receiver war Demariyus Thomas mit 5 gefangenen Pässen für 64 Yards und natürlich sein Touchdown. Dahinter dann Devontae Booker mit ebenfalls 5 Pässen für 54 Yards. Emmanuel Sanders, der gegen die Patriots noch ein Ausnahmespiel hatte, kam nur auf 2 Pässe für 15 Yards. Positiv ist hier noch der neue Tight End Austin Traylor zu erwähnen, der gleich in seinem ersten Spiel, bester TE mit 4 Pässen und 36 Yards war.

Insgesamt ist das natürlich alles mickrig, aber wir haben ja auch schließlich nur 17 Punkte gemacht und verloren.

In der Defense sind Derek Wolfe und Shane Ray mit einem Sack positiv zu erwähnen. Und natürlich Domata Peko, der wieder mal mit 6 Tackle und einem Assisted Tackle, der auffälligste Defender war. Bradley Roby hatte gegen A.J. Green und sämtliche anderen Bengals-Receiver einen rabenschwarzen Tag. Das kann er eigentlich besser.

Die O-Line war mal wieder die typische Broncos O-Line. Ohne einen richtigen Right Tackle, ist das alles Mist. Allen Barbre ist auf dieser Position völlig überfordert, und kann nicht mal was dafür, denn er ist eigentlich ein Guard. Pass protection findet nicht statt, der Ball muß schnell raus, sonst wird er geblockt oder der QB gesackt. Beim Laufspiel läuft es dann etwas besser. Paxton Lynch tut mir jetzt schon Leid, wenn er am Sonntag hinter dieser O-Line stehen muß und Khalil Mack im Augenwinkel hat. Das ist alles andere als beruhigend.

Okay, dann reicht es erstmal wieder für diese Woche. Freuen wir uns auf das vielleicht letzte Spiel im Black Hole. Freuen wir uns auf Paxton Lynch under center. Freuen wir uns auf einen kleineren, einfacheren Game Plan unter dem neuen Offensive Coordinator Bill Musgrave. Freuen wir uns auf………die BRONCOS!!!

Mile High Salute

Gordon

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Ryan Koenigsberg

Haben wir endlich genug gelitten?

Moin Broncos Germany!

Ist es jetzt endlich überstanden? Haben wir die Talsohle durchschritten? Können wir noch gewinnen?

Das sind die Frage mit denen ich mich seit Montagmorgen beschäftige. Es kann doch nicht sein – fünf Niederlagen in Folge – FÜNF. Dann waren es auch nicht mal knappe Spiele. In jedem der letzten 5 Spiele, hätten wir einen Touchdown machen können und hätten trotzdem verloren. Klammern wir die letzten beiden Spiele mal komplett aus, als es gegen zwei Gegner ging, wo man sich momentan eh kaum Chancen ausrechnen kann. Dann war aber dennoch die Art und Weise wie wir vorgeführt wurden schockierend.

Dabei fing es gegen die New England Patriots so gut an. Brady‘s erster Drive wurde mit einem 3-and-out gestoppt. Tolle Voraussetzung, doch was kommt dann? Isaiah McKenzie läßt zum fünften Mal in dieser Saison einen Punt fallen. Dieses Mal auch gleich noch das worst case scenario, er verliert den Ball und gibt den Pats den Ball in der Redzone – ganz schlecht.

Ich muß sagen, da war das Spiel für mich schon gelaufen. Die Euphorie und die Hoffnung waren weg! Dann den Touchdown kassiert und Brock aufs Feld geschickt, und was macht der? Der fängt super an. Kontrolliert den Ball, passt den Ball vor allem auf Emmanuel Sanders und macht uns wieder Hoffnung. Auch wenn der Drive nur in einem Field Goal endet, es flammt wieder Hoffnung auf. Diese ist jedoch gleich wieder weg, als der anschließende Kick von Dion Lewis über mehr als 100 Yards in die Endzone returned wird – 14:3 – Bähm! Licht aus!

Man hat das Gefühl, daß auf jede halbwegs gute Aktion, die absolute Katastrophe folgt. So zieht es sich durch die letzten Spiele. War die zweite Halbzeit gegen die Chiefs noch gut, ist das nächste Spiel gegen die Eagles fast schon eine Schande. So gehören wir nach fünf Niederlagen in Folge zu den schlechtesten Teams der NFL. Gleich auf mit den Browns, 49ers und Giants. Das tut schon weh und ich verstehe es auch nicht. Es scheint so zu sein, daß wenn es schon nicht läuft, auch immer noch krasse Fehler passieren, die die Lage noch schlimmer machen. Ich will jetzt nicht auch noch auf die Special Teams einschlagen, die es gegen die Pats versaut haben. Ich meine, der Wurm steckt überall drin! Die hochgelobte Defense, hat nur abgebaut. Sorry, aber wo ist Von Miller, wo ist die No Fly Zone, Aqib Talib, Chris Harris Jr. wo sind die 30 Sacks, die Turnover, die uns in den letzten Jahren die Spiele gerettet haben? Mir fällt zuletzt nur der Strip Sack von Miller gegen die Eagles ein, den Brandon Marshall in einen Touchdown umwandeln konnte. Aber da war das Spiel schon gelaufen. Da hatten die Eagles bereits ihren Top-Quarterback Carson Wentz auf die Bank gesetzt…

Wir haben einen extrem schweren Spielplan dieses Jahr. Es stand schon vor der Saison fest, daß wir den statistisch schwersten Plan haben. Doch wie wir die letzten Spiele vergeigt haben, ist unerklärlich. Ich erwarte jetzt sofort Besserung! Am Sonntag gegen die Bengals, müssen wir den ersten Teil der Saison vergessen machen. Die haben den gleichen Record – 3:6 und bei denen läuft es auch nicht. Wir dürfen wieder zu Hause ran, mit Brock, der im letzten Spiel hoffentlich etwas mehr Selbstbewußtsein tanken konnte, denn er hat ja gar nicht so schlecht gespielt. Bis zur Redzone war es super, doch dann kamen die bekannten Probleme und wir sahen nur einen Touchdownpass auf Demariyus Thomas. Emmanuel Sanders hat richtig Spaß gemacht und C.J. Anderson war auch wieder deutlich besser drauf. Die Vorzeichen sind gut.

Der normalerweise benötigte Record, um in die Playoffs zu kommen, ist 10:6. Ein Optimist, der meint, daß wir es noch schaffen können… Aber darum soll es jetzt nicht mehr gehen. Das Team muß sich jetzt auf die nächste Saison vorbereiten. So krass es klingt, aber die aktuelle Saison ist vorbei. Verlieren wir gegen die Bengals, dann sind die Playoffs, statistisch gesehen kaum noch zu erreichen. Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen und das heißt erstmal wieder Selbstbewußtsein tanken. Ein Sieg gegen Cincinnati wäre dafür so wichtig.

Dann muß man schauen was man auf der Quarterback-Position macht. Ist Paxton Lynch fit, dann lasst ihn spielen. Er soll seine Snaps bekommen, um beweisen zu können, daß es sich lohnt, in Zukunft auf ihn zu setzen. Wenn er nicht spielt, dann hilft er uns auch nicht weiter und wir können ihn schon gar nicht bewerten. Da müssen wir endlich Klarheit haben.

DeMarcus Walker muß dann auch mehr Snaps bekommen. Er war bisher kaum zu sehen. Von Kasim Edebali hat man sich ja leider verabschiedet. Meiner Meinung nach hat er kaum eine Chance bekommen sich zu beweisen. Die Verletzung von Shane Ray hat ihm überraschenderweise nicht zu mehr Spielzeit verholfen. Sehr schade für ihn.

Einer der es dagegen geschafft hat, ist Justin Simmons. Aktuell mein absoluter Lieblingsspieler in der Defense, wenn nicht sogar insgesamt. Er füllt die Lücke von T.J. Ward komplett aus und bringt noch dazu die gleiche Aggressivität mit. Ein Top-Spieler! Hoffentlich kann man ihn langfristig binden.

Was bleibt noch zu sagen? Ein Aufruf!

Mile High

Ich möchte am Sonntag nur eines sehen und zwar daß sich alle reinhängen. Volle Konzentration von Beginn an. Keine dummen Fehler! Eine Defense die wieder das macht was sie machen soll, den Gegner aufhalten und ihm den Ball abnehmen. Eine Offense die selbstbewußt ans Werk geht. Die sich von Rückschlägen nicht aus der Fassung bringen läßt. Ein Coaching, daß ebenfalls seine Job mit Konzentration und Ehrgeiz macht. Kurzum, ich will die volle Leistung bei allen sehen. Es ist der letzte Strohhalm und es ist auch mal wieder an der Zeit die Fans zu überzeugen, ja vielleicht sogar ein bißchen zu verwöhnen.

Ich glaube weiterhin fest daran, daß da noch was kommen wird in dieser Saison. Eine Prognose wage ich nicht, aber es sollte mich schwer enttäuschen wenn am Ende die erste Losing Season in der Ära Elway stehen sollte. Falls doch, dann haben sie es nicht anders verdient. Dennoch halten wir weiterhin die Fahne hoch und sind stolze Broncos Fans. Keine Frage!

Mile High Salute

Gordon

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Was haben wir uns nur eingeBrockt?

Saludos Broncos Fanaticos!

Den Kalauer in der Überschrift konnte ich mir nicht verkneifen. Schon gar nicht nachdem heute offiziell bekanntgegeben wurde, daß Brock Osweiler am kommenden Sonntag bei den Philadelphia Eagles (7:1) als Starting Quarterback die Offense anführen wird. Eine Offense, die wohl zu den harmlosesten gehört, die wir die letzten Jahre sehen mußten. In der zweiten Halbzeit gegen die Kansas City Chiefs, war zwar so etwas wie Zuversicht zu sehen (2 Touchdowns!!!), aber dennoch war die Leistung des Angriffs seit dem zweiten Spieltag auf dem absteigenden Ast. Es ging immer tiefer, obwohl es eigentlich gar nicht mehr tiefer hätte gehen können. Tiefpunkt, letzte Woche das „zu Null“ gegen die Los Angeles Chargers.

Wie gesagt, etwas Zuversicht war zu sehen, dennoch jetzt der Schritt den Quarterback zu wechseln. Für einige von euch vielleicht trotzdem überraschend, für anderen vielleicht schon zu spät und für ganz andere vielleicht überflüssig. Ich stelle aktuell nicht nur den Quarterback, sondern die komplette Offense in Frage.

Was bringt es den Quarterback immer wieder zu beschuldigen, wenn die O-Line nicht existiert oder kostspielige Strafen kassiert? Was bringt es wenn tolle Pässe nicht gefangen werden? Was bringt es wenn das Laufspiel nicht etabliert werden kann, trotz vier Running Backs im Kader?

Trevor Siemian hat Fehler gemacht, und in den letzten Spielen nicht zu knapp. Er hat aber eben wiederholt vermeidbare Fehler gemacht und daß ist der Punkt an dem er meinen Support verliert. Die beiden Interceptions vom Montag, insbesondere die zweite INT, bei der er einen völlig unnötigen Pass quer über das Feld wirft, weit weg von jeglichen (eigenen) Empfängern, hat bei mir den Schalter umgelegt. Ja, da hat er meinen Support verloren. Ein neuer Impuls muß her und schauen wir auf die letzten Partien von Brock Osweiler in „orange-blue“ dann kann es vielleicht etwas bringen. Ich denke nicht, daß es mit Osweiler das große Aha-Erlebnis geben wird – keine Interceptions und viel mehr Touchdowns – nein, das glaube ich nicht. Allerdings hoffe ich, daß das komplette Team (auch die Defense) sich wieder auf das eigentlich Wichtige auf dem Platz konzentriert und das ist das Spiel zu gewinnen, egal wie. Ein schmutziger Sieg ist mehr wert als ein verlorenes Spiel. Ein Impuls muß her, denn daß sie es immer noch können haben wir doch gesehen.

Im Moment bleibt dem Coaching Staff nichts anderes übrig. Man hat sich auf die Quarterbacks festgelegt und bis gestern nicht versucht, noch irgendeinen anderen Quarterback zu verpflichten. Man hat also Vertrauen in den derzeitigen Kader. Siemian hat zuletzt viele Fehler gemacht und zeigt keine Verbesserung. Paxton Lynch hat gerade erst letzte Woche das Training nach seiner Verletzung aufgenommen und hat in der Preseason alles andere als überzeugt. Chad Kelly ist auch noch nicht soweit, also bleibt nur den fitten und erfahrenen Brock Osweiler aufzustellen. Also für mich ist das einleuchtend und der richtige Schritt.

Die Saison ist mehr oder weniger gelaufen. Sorry, aber ich denke nicht, daß wir es noch in die Playoffs schaffen werden. Dafür ist die Konkurrenz in der Division zu stark und dann müßte bereits im nächsten Spiel gegen die aktuell wohl beste Mannschaft aus Philly ein Sieg her. Genau das glaube ich nicht, aber ich lasse mich gern belehren.

Mich wundert, daß wenig auf dem neuen Coach eingegangen wird, daß man versucht in ihm den Fehler zu finden, warum es nicht läuft. Im Fußball ist das doch immer so. Aber harte Kritik am Trainer sieht man so gut wie gar nicht. Ich habe sowieso das Gefühl, daß er sehr unscheinbar daher kommt. Nicht wirklich im Rampenlicht steht oder polarisiert durch irgendwelche Entscheidungen oder gar Aussagen. Die Eigenschaft gefällt mir, dennoch bin ich mit seinem Playcalling bzw. dem seines Staffs zuletzt nicht immer einverstanden. Ich stelle Vance Joseph nicht in Frage, denke nur, daß er sich kaum halten kann, sollte es nicht für die Playoffs reichen. Und genau da sehe ich ein Problem.

Positiv ist mir gegen Kansas City wieder Devontae Booker aufgefallen. Hoffentlich sehen das auch andere und er bekommt mehr Snaps. Bei C.J. Anderson waren leichte Verbesserungen zu sehen. Bei Jamaal Charles ging es eher rückwärts. Nicht nur sein folgenschwerer Fumble, nein, sein komplettes Laufspiel war mangelhaft. Die Defense hat auch wieder einen guten Job gemacht. Hätte die Offense nicht die Punkte und Bälle hergegeben, dann hätte man das Spiel gewonnen.

Was bleibt nun am Ende stehen? Ein Neuanfang mit Brock Osweiler? Am Sonntag wohl schon. ProSiebenMAXX zeigt das Spiel live ab 19.00 Uhr, wir müssen uns wenigstens nicht wieder die Nacht um die Ohren hauen. Ich bin gespannt, wie sich das Team präsentieren wird, hoffe auf die Rückkehr von Emmanuel Sanders und bin einfach gespannt wie man es mit den Eagles aufnehmen wird. Ich drücke die Daumen und fiebere mit wie bisher. Brock ist nun unser Mann und ich habe kein Problem damit.

Mile High Salute

Gordon

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Pleite nach der Bye Week – Broncos verlieren gegen die Giants

Moin ihr Broncos!

Ja, mich gibt es auch noch. Bin nicht in der Bye Week verschwunden. Habe mir aber auch mal eine Auszeit gegönnt. Freue mich jetzt aber wieder zurück zu sein. Was haben wir verpaßt? Zuerst das Spiel gegen die Raiders. Ich konnte es leider nicht live sehen, doch was ich später gesehen habe, hat mich dann auch nicht sonderlich vom Hocker gerissen. Ein typisches, Hauptsache-gewonnen-Spiel. Dann natürlich die Bye Week, nichts verpaßt. Doch dann das Heimspiel gegen die New York Giants…

Was wurde vorher nicht alles spekuliert? Wie hoch werden sie gewinnen? Sorgen die Broncos für die Entlassung von Giants Coach McAdoo? Über 40 Punkte sollten es schon sein. Und was kam? Nichts…einfach nichts. Seit dem Buffalo-Spiel zeigt die Kurve stark nach unten und das was wir am frühen Montagmorgen sehen mußten war der Tiefpunkt. Hoffentlich kommen wir da schnell wieder heraus, sonst ist die Saison futsch.

Anfangen will ich aber erstmal mit den positiven Sachen. Ja, die gab es auch. Eine fällt mir sofort ein – Devontae Booker ist zurück. Genau, unser Zweitrundenpick der letzten Spielzeit bekam gegen die Giants die ersten Snaps und machte sich ganz gut. Er wurde vermehrt als Receiver eingesetzt und kam bei 4 Receptions auf 78 Yards. Zum Vergleich, Demaryius Thomas kam bei 10 Receptions auf 133 Yards. Im Running Game bekam er dann nur einen Versuch und landete bei mageren 2 Yards, war dann aber im Schnitt immer noch besser als C.J. Anderson, der in seinem wohl schlechtesten Spiel dieser Saison (vielleicht überhaupt…) einen Schnitt von 1,9 Yards pro Laufversuch erreichte (17 Yards in 9 Versuchen).

Okay, was war noch positiv? Brendan Langley‘s Kick Returns? Zwei Stück mit insgesamt 75 Yards ist schon ziemlich gut. Justin Simmons 11 Tackles? Todd Davis 9 Tackles und 5 Assisted Tackles? Die Tatsache, daß sich kein Spieler ernsthafter verletzt hat? Da wird es dann schon eng. Die Leistung von Demaryius Thomas sollte man noch erwähnen. Auch wenn ich seinen Fumble nicht vergessen kann. Hätte er Pech gehabt, wären es sogar zwei Fumble gewesen. Aber sein Einsatz, seine Hingabe für die Mannschaft, insbesondere nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Emmanuel Sanders, sollte mehr Anerkennung finden. Er gibt wirklich alles für sein Team. Man hätte erwarten können, daß er vom Feld humpelt und nicht wieder zurückkommt, doch er hat sich wirklich durchgebissen. Das hat mich schon etwas (positiv) überrascht.

Nun aber die negativen Sachen!

Meine Güte was war das für ein Sch..ßspiel… Ich packe das mal in mehrere Kategorien:

1. Run Game

Eben schon angeschnitten, die Leistung von C.J. Anderson. Die restlichen RBs waren dann auch nicht besser. Das Laufspiel war nicht existent und wie schon gegen Buffalo, kannst du ohne ein funktionierendes Running Game das Spiel nicht gewinnen. Schlappe 46 Yards haben wir erlaufen. Giants‘ RB Orleans Darkwa‘s längster Lauf ging über 47 Yards. Soviel dazu.

2. Trevor Siemian

Ein Wert in seiner Statistik sieht richtig gut aus. Pässe für starke 376 Yards wurden geworfen. Aber Siemian hat ganze 50 mal (50!!!!) geworfen und davon kamen 29 Pässe an. Zwei Pässe landeten direkt beim Gegner und einer davon wurde in die Endzone returned. Zum Vergleich Eli Manning hat nur 19 mal geworfen und nur 11 Pässe kamen an, für klägliche 128 Yards.

In Broncos Country ist jetzt natürlich wieder „Siemian-Bashing“ angesagt. War er nach dem Dallas-Spiel noch der gefeierte Franchise-Quarterback ist er jetzt wieder der Siebtrundenpick von der Northwestern, von dem ja eh nichts zu erwarten sein konnte. Und alle haben es natürlich gewußt. Hätten wir bloß Paxton Lynch das Zepter in die Hand gegeben und wir hätten alles richtig gemacht… Ich kann es nicht mehr hören.

Fakt ist, die beiden Interceptions vom Sonntag gehen auf seine Kappe, keine Frage. Fakt ist aber auch, daß die O-Line in dem Spiel praktisch nicht vorhanden war. Wie stark sich das auf den QB auswirkt, das haben wir hinlänglich diskutiert. Wir haben nun mal immer noch einen jungen Quarterback, der seine zweite Saison spielt. Vielleicht wird er es auch nie zu einem großen Quarterback schaffen, aber das sollte jetzt nicht das Thema sein. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir nach Niederlagen immer nur auf Siemian einschlagen. Wo war denn zum Beispiel unsere starke Run Defense am Sonntag gegen ein nicht gerade Top-Runningback-Korps? Hat die Secondary viel gerissen? Nein, aber das interessiert anscheinend niemanden. Ich sehe das differenzierter und erkenne auch die Makel des Trevor Siemian. Dennoch ist er unser Top-Mann auf seiner Position und derzeit alternativlos. Die Alternative heißt Brock Osweiler. Schön, daß uns das am Wochenende auch nochmal eindrücklich gezeigt wurde.

Meine Devise heißt jetzt, Kopf hoch, voller Fokus auf die nächsten Spiele, die es ALLE in sich haben werden und aus den Fehlern der letzten Spiele lernen.

3. O-Line

Eben schon angeschnitten, die O-Line. Da hat mir wirklich gar nichts gefallen und sie ist für mich der Hauptgrund der Niederlage, denn sie gab dem QB zu wenig Zeit bzw. hat ihn kaum geschützt. Dazu kam, daß für die Runningbacks aber so auch überhaupt keine Räume freigeräumt wurden. Damit war das Laufspiel tot und das Spiel nur noch durch Glück oder die Defense zu gewinnen. Menelik Watson viel zu dem noch verletzt aus. Daß er bis zu seiner Verletzung nichts gerissen hat, lassen wir mal so stehen. Die Right Tackle Position ist und bleibt die Achillesferse der O-Line. Dort haben wir keine Lösung gefunden und befinden uns weiterhin in Saison 2016. Zudem wirkte Allen Barbre extrem überfordert und fügte dem Team mit seinen Strafen noch mehr Unheil zu. Der noch unerfahrene Billy Turner der für mich überraschend als Watson-Ersatz reinkam, war nur ein bißchen dickere Luft für seine Gegner. Kurzum die O-Line fand nicht statt. Dort muß dringend was passieren.

4. Kicker

Was ist nur los mit ihm? Aus McMoney ist McBroken geworden. Selbst sichere Field Goals aus kurzer Distanz sitzen nicht mehr, von den weiteren jenseits der 40-Yard-Marke ganz zu schweigen. Wir waren so stolz, daß wir einer der wohl besten Kicker der Liga langfristig binden konnten, doch seit Spieltag 1 ist der Wurm drin. Daß er es kann wissen wir, es muß reine Kopfsache sein und daher sage ich: Reiß dich zusammen Kid McManus!

5. Defense

Selbst hier ist nun auch mal Kritik angebracht. Mir fehlt die angekündigte Dominanz eines Von Miller. Sprüche, wie, ich mache mehr als 30 Sacks die Saison und ich bin der Beste aller Zeiten, sind eine Sache. Nur dann muß da auch mal etwas dergleichen kommen. Ich will nicht sagen, daß er es einfach hat. Er wird nun meist gedoppelt und sein Spin Move ist mittlerweile weit über die Liga hinaus bekannt. Das klappt dann auch nicht immer. Sorry Vonster, aber die Kritik von mir kommt jetzt auch nur wegen der großspurigen Ankündigungen im Vorfeld der Saison.

Ich hoffe, daß mit Shane Ray nochmal mehr Druck reinkommt. Machen wir uns nichts vor, die Defense ist weiterhin eine der besten der Liga, doch es gibt auch mal Ausfälle wie eben am letzten Sonntag.

Ebenso vermisse ich die Überlegenheit der „besten Secondary der Liga“. Auch so ein bisher unerfüllter Superlativ. Das was Talib und Harris in den letzten drei Spielen gezeigt haben, war eher besserer Durchschnitt. Am überzeugendsten war immer noch Justin Simmons. Bloß gut, daß er die Lücke, die der Abgang von T.J. Ward hinterlassen hat, bisher astrein ausfüllt. Daumen hoch dafür!

6. Coaching

Abschließend auch hier noch etwas Fett das weg muß und zwar beim Thema Playcalling. Das hat mich im Giants-Spiel ziemlich enttäuscht. Das unausgewogene Lauf- vs. Passspiel sagt eigentlich schon alles. Sowas darf nicht passieren und es muß im Laufe des Spiels angepasst werden. Du kannst Siemian nicht 50 mal werfen lassen. Das geht nicht gut und führt letztendlich zu Turnover, gerade bei der wackligen O-Line und dem Ausfall von Top-Receivern.

Damit Schluß für diese Woche! Blicken wir zuversichtlich auf die nächsten Spiele. Am Sonntag bei den Chargers. Die haben die letzten beiden Spiele gewonnen, haben also Oberwasser. Danach bei den Chiefs, dem vielleicht zur Zeit stärksten Team. Dann bei den Philadelphia Eagles, dem anderen 5:1-Team. Bevor es dann wieder zurück in Denver gegen die Patriots geht. Puuuh, was kann man da erwarten? Stand heute prognostiziere ich zwei gutgemeinte Siege, gegen wen vermag ich allerdings nicht zu sagen. Wir werden es sehen.

Keep reppin‘

Mile High Salute

Gordon

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Photos from Ryan Greene.

Take a knee – Broncos bei den Bills

Moin Broncos Germany!

Schön, daß ihr wieder geklickt habt.

Jetzt haben wir den Salat – die erste Saisonniederlage in Spiel Nummer drei. Verdient war sie auch noch. Selbst wenn über die ein oder andere Schiedsrichterentscheidung diskutiert wurde, 26:16, ein Unterschied von 10 Punkten, ist nicht gerade knapp.

Wie konnte es dazu kommen?

Fangen wir mal beim Gegner an. Was mir richtig gut gefallen hat, bei den Bills war Tyrod Taylor. Wie gewohnt war der nicht ganz unumstrittene Starting Quarterback sehr agil hinter seiner Offensive Line. Auch wenn diese ihn manchmal etwas im Stich gelassen hat, wußte er meist den Sack zu vermeiden und hat oft sogar bei ausweglosen Situationen doch noch richtig wichtige Yards bzw. Firstdowns rausgeholt. Ein toller Spieler. Sehr ballsicher, was seine Quote – 20 von 26 bei 2 TDs 0 INT für insgesamt 213 Yards – nur unterstreicht. Siemian im Vergleich kam auf – 24 von 40 bei 0 TD 2 INT für insgesamt 259 Yards – und da sehen wir auch schon zwei wichtige Faktoren, die für die Broncos spielentscheidend waren. Zum einen, die extrem starke Passlastigkeit bei geringer Verwertung und zum anderen natürlich die zwei Turnover. Ersteres ist natürlich vor allem dem Coaching Staff mit dem unausgewogenen Play Calling anzulasten. Zweiteres muß sich der gute Trevor auf die eigene Fahne schreiben.

Völlig vergessen schien der so sehr auf Ballsicherheit bedachte Jungprofi. Bei der ersten Interception, bei der er den Ball aus der eigenen Endzone wirft, gab es eigentlich keinen Grund den Ball in die Mitte zu werfen. Er hatte Druck auf sich, keine Frage, doch warum dieser ungenaue Pass, bei dieser schlechten Feldposition? Noch deutlich schlimmer die zweite Interception. Ein völlig mißratener, ungenauer und zu kurzer Lob Pass direkt in einen Pulk von Bills Verteidigern. Ich hab mir eben nochmal die Highlights angesehen, und es überkam mich ein zweites Mal mit Grauen. Das war, in Halbzeit zwei, in keinster Weise, der Trevor Siemian, den wir in den vorangegangenen sechs Partien gesehen haben. Dabei fing er in der ersten Halbzeit noch so gut an. Emmanuel Sanders mit zwei spektakulären Receptions gefüttert und Bennie Fowler einmal richtig super in Szene gesetzt. Aber nach dem Pausentee ging nichts mehr. Das Bild mit dem Handtuch über dem Kopf in der Sonne Buffalos sprach für sich.

Egal, es heißt nun das Spiel abhaken, und wieder zurück zu den Tugenden, die doch zuletzt so gut funktionierten. Ich bin mir sicher, daß wir gegen die Raiders wieder den souveränen Trevor Siemian sehen werden.

Aprospros Raiders-Spiel, ich werde das Spiel am Sonntag nicht live sehen können. Bin wegen einer Familienfeier im heimatlichen Osten der Republik, und da kann man froh sein, wenn man mal seine Twitternachrichten aktualisieren kann. Somit werde ich mir das Spiel dann wohl erst am Dienstag ansehen können.

Zurück nach Buffalo. Ein weiterer Spieler war dort für mich fast genauso wichtig wie Tyrod Taylor, nämlich Kicker Steven Hauschka. Wer in einem Spiel zwei Field Goals über mehr als 50 Yards so souverän verwandelt, der hat nicht nur einen Hammer im Fuß, sondern starke Nerven. Insgesamt waren es vier verwandelte Field Goals – 12 Punkte!!! – bei einer durchschnittlichen Distanz von 46 Yards. Einsame Spitze! Zufrieden war ich allerdings dieses Mal auch mit unserem Kicker, Brandon McManus. Er verwandelte ebenfalls alle drei Versuche.

Müssen wir auf die Aktionen vor dem Spiel eingehen? Ich denke schon. Unter den Tisch kehren möchte ich sie auf keinen Fall. Es macht mich zuerst traurig, daß es trotz des langanhaltenen Protests, immer noch keinen zählbaren Erfolg zu geben scheint. Dann bin ich wütend, wie ein Machthaber das Spiel und dessen Akteure benutzt, um von seinen eigenen Fehltritten abzulenken. Dennoch macht es mich Stolz, wieviele Spieler und Verantwortliche, unterschiedlichster Hautfarbe und Herkunft, Woche für Woche ein Zeichen setzen, in einer Zeit, in der es kaum noch einen friedlichen Protest zu geben scheint. Deshalb sage ich, macht weiter!!! Take a knee.

Die Broncos O-Line, und insbesondere einen Protagonisten, wollte ich auch noch erwähnen. Garett Bolles, hat wirklich alle überrascht. Letzte Woche mußte man noch einen längeren Ausfall befürchten und gestern stand er schon wieder auf dem Platz und macht ein starkes Spiel. Er erlaubte bei 46 Pass Block Snaps nur einen Pressure. Laut der Plattform Pro Football Focus (PFF) rangiert er nach drei Spielen als achtbester Tackle der Liga.

Zu kurz gekommen sind gegen die Bills vor allem unsere Runningbacks. Obwohl Jamaal Charles seinen ersten Rushing Touchdown im Broncos-Trikot feiern durfte. Kam das Laufspiel viel zu kurz. Bei 23 Versuchen kamen die Broncos auf 111 Yards und einen Touchdown. Die Bills dagegen hatten mehr Versuche, 33 und dabei nur 75 Yards (kein TD). Dennoch war das komplette Spiel der Bills ausgewogener und somit abwechslungsreicher. Aber die Big Plays, konnten die Broncos verzeichnen. Einmal C.J. Anderson und einmal Jamaal Charles mit Läufen über ca. 20 und mehr Yards. Schade, daß da nicht mehr Versuche unternommen wurden.

Gut gefallen hat mir in der Offense noch Emmanuel Sanders. Er war für mich der stärkste Wide Receiver mit zwei tollen Catches und nicht zu vergessen, sein Blocking vor Jamaal Charles bei dessen Touchdown. Sehr wichtig. Ein anderer Receiver macht derzeit aber auch noch viel Spaß – Bennie Fowler. Genau, wie bei Garett Bolles, war sein Einsatz fraglich, doch nach überstandenem Concussion-Protokoll, konnte er wieder loslegen und bekam auch reichlich Snaps. Vier Receptions für 55 Yards standen am Ende zu Buche. Ganz gut. Demaryius Thomas hatte allerdings wieder die meisten Yards (98) gesammelt.

Zum Abschluß noch ein Blick auf die Defense. Da gab es in Buffalo nicht die ganz große Show. Vier Sacks, jeweils einen von Brandon Marshall, Todd Davis, Shelby Harris und natürlich Von Miller. Davis und Marshall konnten dazu noch die meisten Tackles (10) aufweisen. Die Secondary blieb hinter den Erwartungen zurück. Ein Grund dafür war bestimmt, die Ballsicherheit von Tyrod Taylor. Also keine Harakiri-Pässe wie die beiden Gurken von Siemian 😉 Chris Harris war teils zu weit weg vom Gegenspieler. Aqib Talib war ebenfalls eher unscheinbar.

Bleibt der Ausblick auf das kommende Wochenende. Klar, beim Derby gegen die Raiders werden die Karten neu gemischt. Guckt man auf die Statistiken, dann liegen beide Teams dicht beieinander. Die Raiders haben in den ersten drei Spielen 81 Punkte gemacht (Denver 82) und wiederum 63 Punkte zugelassen (Denver 64) – Gleichstand auch bei den Siegen, beide 2:1. Beim Raumgewinn führen die Broncos mit 1.067 Yards vor Oakland mit 897 Yards. Zugelassen haben die Raiders 1.093, die Broncos nur 789 Yards. Diese Zahlen werden am Sonntag natürlich keine Rolle mehr spielen. Dann geht es von Kickoff bis Abpfiff nur um eines, den Sieg. Freuen wir uns darauf. Ich wünsche allen eine schöne Woche.

Mile High Salute

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

 

Photo credit: Ryan Koenigsberg

Kickoff in die neue Saison – Broncos gegen Chargers

Moin Broncos Fans!

Montag 11.09.2017 – 19:58


Endlich habe ich es geschafft mal wieder Zeit zu finden, für die Kolumne. Eigentlich hatte ich für die letzte Woche noch einen Artikel angekündigt. Alles zum Thema Roster Cut, T.J. Ward, Brock Osweiler und Co. Jedoch habe ich es bedingt durch einen Kurztrip mit der Familie an die Nordsee und danach reichlich Streß auf der Arbeit nicht geschafft. Sorry dafür.

So habe ich mich diese Woche für einen zweigeteilten Artikel entschieden. Erst ein bißchen Geplänkel und dann im zweiten Teil das 1. Spiel gegen die Los Angeles Chargers aus Mile High.

Nun erstmal zum Geplänkel. Die Akte Osweiler werde ich jetzt nicht nochmal rausholen. Nur dies – ich freue mich, daß wir einen Backup Quarterback verpflichten konnten, der uns extrem wenig kostet, der bereits etwas Erfahrung mitbringt, der sich in Denver auskennt, den wir kennen und vor allem, der sehr froh darüber ist, wieder für die Broncos spielen zu dürfen.

Zu T.J. Ward sage ich nur, schade, daß wir einen 1A-Safety verloren haben. Dennoch glaube ich, daß wir den Youngstern auf der Position bereits viel zutrauen können. In dieser defense können sie nur weiter wachsen und ich sehe kein Problem darin Will Parks oder Justin Simmons als Starter auflaufen zu lassen.

Nebenbei läuft gerade NFL Network, die Highlights von Green Bay gegen Seattle und ich sehe wie sehr Russell Wilson hinter seiner schwachen O-Line zu kämpfen hat. Das wird sich für unseren Starting Quarterback Trevor Siemian diese Saison hoffentlich nicht wiederholen. Die Preseasonspiele haben deutliche Verbesserungen gezeigt. Allerdings muß man die Truppe erst noch unter vollen Wettkampfbedingungen sehen.

Ich stelle mir gerade den Wecker – 04:13 Uhr will ich aufstehen – in genau 8 Stunden. Klingt gut, besser als 02:05 Uhr oder 03:20 Uhr. So läuft das Spiel sicher noch wenn mein 2-jähriger Sohn aufsteht und sich wundert was der Papa so früh schon macht.

Matt Stafford gerade mit einem tollen Pass auf Rookie WR Kenny Golladay. Sowas will ich heute auch sehen. Was war das eigentlich gestern in Houston? Beste Defense der Liga? Das traf wohl eher auf Jacksonville zu. Hammerspiel übrigens von Jax-Defender Calais Campbell! Das wäre die Megaverpflichtung für unsere Defense gewesen. Es war ja sehr knapp, daß Campbell sich in der Free Agency Phase nicht für die Broncos sondern die Jaguars entschieden hat. Er hat viele Verbindungen nach Denver, tja er ist dort 1986 geboren… Schade, daß es nicht geklappt hat.

Egal, wir schauen nach vorn. Meine 3 Broncos-To-Watch gegen die Chargers sind heute:

1. Trevor Siemian

Klar, denn zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere, muß er beweisen, daß es die richtige Entscheidung war, ihn als Nummer 1 aufzustellen.

2. O-Line

Kein einzelner Spieler, es kommt auf die komplette Reihe an, heute zu zeigen, daß die Saison 2016 abgehakt ist. Besonderes Augenmerk gilt den Neulingen, aber das sind soviele, da will ich mich nun wirklich nicht auf einen festlegen.

3. Brandon McManus

Für euch wahrscheinlich überraschend, aber ich glaube, daß “McMoney” heute (mal wieder) spielentscheidend sein kann. Ich gehe von einem engen Spiel aus. Von Drives, die es nicht bis in die Redzone, geschweige denn in die Endzone schaffen. Deshalb könnte McManus ein wichtiger Faktor sein, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden.
Schluß mit dem Geplänkel und rein in die neue Saison! Jetzt bin ich sogar aufgeregt, es sind auch nur noch 7 Stunden und 40 Minuten.

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Dienstag 12.09.2017 – 04:20 Uhr

Das Spiel beginnt!

1. Quarter

Der erste Drive für Denver endet unspektakulär mit einem Punt. Zumindest kein 3-and-out zum Auftakt, aber ein Firstdown, Dank zweier Läufe von C.J. Anderson für kaum mehr als 2 Yards und zwei Kurzpässe auf Demaryius Thomas und Emmanuel Sanders. Gleiches Spiel auf der anderen Seite. Dennoch offenbart der erste Chargers Drive gleich eine Schwäche in der Broncos Defense – die Verteidigung gegen den Lauf. Von der eigenen 6-Yard-Linie ging es los und mit dem ersten Snap schießt Running Back Melvin Gordon durch die Mitte und läßt die Defensive Line schnell hinter sich, um nach 21 Yards von Free Safety Justin Simmons gestoppt zu werden.

Der nächste Broncos Drive beginnt mit einem Schocker. Siemians Pass auf die linke Seite endet in den Händen von LAs Casey Hayward, der den Ball zum Glück nicht kontrollieren kann und fallen läßt. Puuh… Danach sehen wir allerdings einen typischen Denver Drive, der nach 10 Spielzügen über 70 Yards in die Endzone die ersten Punkte bringt. Touchdown Denver! Deutlich effektivere Läufe von C.J. Anderson bringen mehr Raumgewinn im Rush. Zwei wichtige Receptions von Demaryius Thomas und Jeff Heuerman bei Third Downs und dann der Touchdownpass von Trevor Siemian auf Bennie Fowler. Unser QB rollt aus der Pocket und passt den Ball hoch in die Endzone, wo sich Fowler den Ball im Sprung aus der Luft schnappt. Klasse Drive, klasse Touchdown – 7:0 Denver.

Die Chargers in ihrem zweiten Drive auch besser als im ersten. Keenan Allen mit Receptions und Melvin Gordon mit guten Läufen, letztlich auch zum Touchdown nach Kurzpass von Philip Rivers. 7:7. Der entscheidene Spielzug war allerdings ein Penalty gegen Denver. Bei einem incomplete Deep Pass bekommt Keenan Allen die Pass Interference gegen Bradley Roby – 40 Yards Penalty – dies gilt es in Zukunft weitesgehend zu unterbinden.

2. Quarter

Nicht viel los bis zum 41 Yards Punt Return von Rookie Isaiah McKenzie. Er bringt den Ball hart an der Seitenlinie zurück in die Hälfte der Chargers. Guter Auftritt des Special Teams soweit. Auch wenn der Return nachträglich um 10 Yards gekürzt wurde. Da war der Fuß dann doch knapp out-of-bounds. Die Offense danach wieder mühsam wie ein Eichhörnchen, aber effektiv. Größeren Raumgewinn bringen zwei Pässe auf Tight End A.J. Derby sowie ein Lauf von C.J. Anderson für 18 Yards und dann ist es “T-Money Sizzle” persönlich mit seinem ersten Rushing Touchdown überhaupt zum 14:7. Dabei läßt er selbst Chargers’ Superstar Joey Bosa aussteigen und bringt den Ball sicher in die Endzone. This is my Quarterback!

Bosa sieht man danach ziemlich frustriert auf der Bank. Grund für die Frustration ist sicher nicht nur Siemians Touchdown sondern vor allem Broncos’ Left Tackle Garett Bolles. Der Rookie hat Bosa (und auch sein gegenüber Melvin Ingram) bisher ziemlich gut in Schach gehalten. Eine klare Verbesserung auf dieser Position. Derek Wolfe muß beim nächsten Chargers’ Drive verletzt das Feld verlassen (kam im Laufe des Spiels aber wieder zurück). Für ihn kommt der Rookie Tyrique Jarrett zu seinem NFL-Debüt. Der Youngster war gestern noch im Practise Squad. So schnell kann es gehen. Wir hatten uns eigentlich auch auf unseren Hamburger Jung Kasim Edebali gefreut, aber bis auf kurze Auftritte im Special Team war er nicht im Einsatz. Die Broncos setzen stattdessen auf den wiedergenesenen Shaq Barrett gegenüber von Von Miller. Dagegen hat es die Preseason-Entdeckung DE Shelby Harris in die Startaufstellung geschafft und kam im ersten Quarter fast zu seinem ersten Sack.

3. Quarter

Die zweite Hälfte beginnt auch gleich positiv. Bradley Roby mit der Interception und der Drive danach endet wieder mal in der Endzone. Siemian mit dem Pass auf – Achtung an alle Fantasy Spieler – Bennie Fowler zu seinem zweiten Touchdown. 21:7 für Denver. Erwähnswert war noch ein Deep Pass an die rechte Außenbahn gefangen von Demaryius Thomas für 29 Yards. Also bisher bin ich wirklich beeindruckt. Trevor Siemian spielt sicher und selbstbewußt. Er sucht den Raum selber zu Laufen, womit er auch sehr erfolgreich war. Nur sollte er es nicht übertreiben. Einen heftigeren Tackle von Joey Bosa mußte er schon einstecken.

Und die Defense? Macht was sie kann! Shaq Barrett findet Rivers für einen Sack und reichlich Minusyards. Danach ist der Drive für die Chargers verloren. Jetzt sehen wir auch mehr von Jamaal Charles. Rushes für 2; 7 und 12 Yards in diesem Drive. Ein Sack von Bosa an Siemian. Doch der Spielzug danach entschädigt. Screen Pass auf Emmanuel Sanders und der bleibt auf den Beinen, wechselt von rechts nach links quer über das Feld für 20 Yards zum Firstdown. Bolles blockt ihm da zum Schluß noch die entscheidenen Yards frei. Der Abschluß bringt dieses Mal allerdings “nur” ein Field Goal. 24:7 für Denver. Brandon McManus, der gerade seinen Vertrag für drei weitere Jahre in Denver verlängert hat, für drei Punkte.

4. Quarter

Right Guard Ronald Leary ist mit Verdacht auf Gehirnerschütterung raus. Für ihn spielt nun Connor McGovern. Die Chargers kommen bis zum 4th-and-1 und gehen dafür. Doch Todd Davis stoppt Melvin Gordon für -2 Yards. Broncos’ Ball, aber nicht lange. Bennie Fowler kann den Ball nicht festhalten und geht zu Boden, der Ball jedoch nicht. Der tanzt zwischen ihm und seinem Gegenspieler und wird schließlich von Chargers’ Safety Adrian Phillips intercepted. Los Angeles davon beflügelt, schafft den zweiten Touchdown nachdem Keenan Allen einen Rivers’ Pass in der Endzone fängt. 24:14 der Vorsprung schmilzt.

Buuum! Nächstes Turnover. Jamaal Charles verliert den Ball – Fumble und die Chargers bekommen den Ball an Denvers’ 38-Yard-Linie. Rivers geht gleich deep und findet den völlig freien Travis Benjamin für den nächsten Touchdown. 24:21 es wird nochmal eng.

Aber gleich starker Raumgewinn für die Broncos. Siemian passt auf Virgil Green und auf Grund eines Penalties (Roughing the Passer) kommen auf die 29 Yards nochmal 15 Yards drauf. Doch die O-Line wird immer brüchiger und die Sacks häufen sich nun. Es kommt nichts mehr zustande und selbst “McMoney” zeigt jetzt Nerven und sein Field Goal Versuch aus 50 Yards geht vorbei. Gut, daß der nächste Chargers Drive nichts einbringt, wie auch der darauffolgende Broncos Drive…

Two-Minute-Warning.

Die Chargers gehen bei 4th-and-1 wieder auf alles und schaffen mit Melvin Gordon das wichtige Firstdown. Die zweite Pass Interference gegen Bradley Roby bringt LA dann in Field Goal Range und es kommt wie es kommen muß. Rookie Kicker Younghoe Koe muß Sekunden vor dem Ende den Ausgleich besorgen. Das erste Field Goal sitzt, aber ist natürlich nicht gültig, da Denver kurz nach Antritt des Kickers ein Timeout genommen hat. Klassisch den Kicker „ge-iced“. Zweiter Versuch und bei dem kommt „Preseason-Hero“ Shelby Harris mit der Hand an den Ball und ob nun davon beeinflußt oder nicht, geht der Ball links am Torpfosten vorbei. Das Spiel ist aus und wie im Vorjahr gewinnt Denver das erste Spiel nach einem verfehlten Field Goal knapp mit 24:21.

Fazit:

Wie erwartet eine enge Kiste mit glücklichem Ausgang für die Broncos. Über das ganze Spiel gesehen, waren sie sicher die bessere Mannschaft. Einen Einbruch wie im 4. Quarter sollte es allerdings nicht zu oft geben. Da waren alte Schwächen, insbesondere in der O-Line und auch bei Siemian zu sehen. Ansonsten war es gerade von der Offense eine überraschend starke Leistung. Halbzeit eins hat mich schon schwärmen lassen, immerhin ging es gegen eine bärenstarke Chargers Defense, die zum Glück nur in der Schlußphase ihren Ruf gerecht wurde.

Zu den Broncos-To-Watch:

1. Trevor Siemian kommt, trotz der Sacks und der einen Interception, die unglücklich war, gestärkt aus diesem Spiel. Kurzum, er konnte überzeugen. Einen besseren Mann haben wir nicht und im Ligavergleich braucht er sich hinter anderen erfahreneren und höhergedrafteten Quarterbacks nicht verstecken. Sein Spiel machte Lust auf mehr. Nicht zu vergessen ist aber die beinahe Interception zu Beginn des Spiels. Hält Hayward den Ball da fest, geht das Spiel vielleicht schnell in die Hose.

2. Die Offensive Line konnte ebenso, insbesondere in Halbzeit eins überzeugen. Zum Ende des dritten Quarters ließen dann wohl die Kräfte nach. Donald Stephenson und auch Garett Bolles zeigten ihre Schwächen auf, spielten aber auch gegen Top-Linebacker wie Ingram und Bosa. Luft nach oben ist jedoch weiterhin ausreichend da 😉

3. Brandon McManus verpaßte ein 50-Yard-Field-Goal, was ihn sicher gerade im Hinblick auf die junge Vertragsverlängerung richtig wurmt. Dennoch kann man sagen, macht sein einziger Dreier, Ende des dritter Quarters, den letztlich entscheidenen 3-Punkte-Vorsprung aus.

Gelungener Auftakt und am Sonntag geht es schon wieder weiter. Da kommen Dak Prescott und seine Dallas Cowboys nach Mile High. Das wird sicher wieder ein heißer Tanz auf den wir uns freuen können. ProSiebenMAXX zeigt das Spiel übrigens live im Free-TV ab 22:20 Uhr.

Na dann, keep reppin‘.

Mile High Salute
Gordon
Twitter: @nenntmichGordon

 

Broncos Photo Credit: Ryan Koenigsberg, BSN Denver, With Permission.

4. Preseason Spiel – Heimspiel gegen die Cardinals

Moin Broncos Fans!

Willkommen zum letzten Preseason-Spiel bevor es dann in 11 Tagen richtig losgeht. Traditionell stellen die Teams in dieser Begegnung kaum Starter auf, also ist es von allen Preseason-Spielen das wohl „unwichtigste“. Allerdings ist es extrem wichtig für jene Spieler, die sich noch nicht ganz sicher sein können, ob sie den Roster Cut am morgigen Samstag überstehen und es ins Team schaffen.

1. Quarter

Kickoff Denver und die Cardinals starten mit QB Blaine Gabbert ihren ersten Drive. Der beginnt auch gar nicht so schlecht. Die ersten Pässe sitzen, doch bei 3rd-and-7 ist der Ball incomplete und schon ist Schluß für die Cardinals’ Offense.

Slotertime! Wie gesagt, kaum Starter auf dem Feld und so darf auch der Rookie heute volle 4 Quarter ran. Sein erster Pass wird geblockt, dann ein 1-Yard-Rush über De’Angelo Henderson und bei 3rd-and-9 wird er in der eigenen Endzone gesackt. Safety! Sein bisher schlechtester Drive in der Preseason. 2:0 für Arizona.

Punt von Riley Dixon und ein guter Return von Arizona. Gabbert’s erster Pass wird beinahe von CB Lorenzo Doss intercepted. 3-and-out, so werden wir das heute wohl häufiger sehen.

Bis auf einen guten Lauf von De’Angelo Henderson über 6 Yards, gibt es nichts Erwähnenswertes von der Broncos Offense. 3-and-out. Blaine Gabbert dann mal mit einem Deep Pass auf WR Jeremy Ross über 26 Yards. Der Drive endet mit einem verfehlten Field Goal.

Embed from Getty Images Endlich mal ein Firstdown der Broncos. Kyle Sloter schießt aus der Pocket und sein Kurzpass findet TE Jeff Heuerman, der den Ball dann noch 16 Yards weit trägt. Dann fast wieder ein Firstdown, Dank eines 12-Yard-Pass auf WR Kalif Raymond, wäre RB Stevan Ridley nicht vorher 6 Yards hinter der Line of Scrimmage gestoppt wurden. Der lange Ball auf die rechte Seite zu WR Jordan Taylor ist incomplete – wäre allerdings fangbar gewesen. Brandon McManus, der heute die Ehre hatte beim Einlaufen als Letzter aufs Spielfeld zu stürmen, kommt dann zum Einsatz und zimmert den Ball durch die Torpfosten. 52-Yard-Field-Goal, 3:2 für Denver. 2. Quarter Denver’s Defense kann sich bisher auch sehen lassen. Zu erwähnen sind Rookie-Safety Jamal Carter mit 4 Tackle und Rookie-Defensive End Shakir Soto mit ebenfalls 4 Tackle. Nicht zu vergessen CB Lorenzo Doss, der für einige Incompletions mitverantwortlich war. Gut gefallen hat mir auch Nose Tackle Tyrique Jarrett. Der Rookie war stark gegen den Lauf und mit 2 Tackle und 2 Assisted Tackle maßgeblich an der guten Verteidigung des Laufspiels beteiligt. Rookie-Safety Orion Stewart (4 Tackle & 3 Ass), OLB Vontarrius Dora (4 Tackle & 3 Ass) und Rookie-CB Brendan Langley (3 Tackle) waren ebenfalls stark. Zum Ende der ersten Halbzeit kam dann auch die Offense in Schwung. Bis dahin wurden kaum Yards gesammelt, doch auf einmal drehten Sloter & Co. auf. Ein 98-Yard-Drive zum Touchdown durch RB Stevan Ridley. 10:2 für die Broncos. Zuvor ein Kurzpass auf Jordan Taylor, der erst nach 32 Yards gestoppt werden konnte. Gleich darauf ein weiterer 32-Yards-Pass, diesmal auf Rookie-WR Anthony Nash. Steven Ridley bringt sich dann mit einem 27-Yards-Lauf in die besten Ausgangslage, an die 3 Yard-Linie, für den Touchdown. Boom! Plötzlich steht es 17:2 für die Broncos. Was war passiert? Für Blaine Gabbert ist nun Trevor Knight Quarterback der Cardinals. Sein Pass in die Mitte, auf wen weiß man nicht, wird von Rookie-Safety Dymonte Thomas intercepted und über 58 Yards in die Endzone gebracht. Pick Six! Embed from Getty Images Kyle Sloter hat sein Selbstvertrauen zurück und auch seine Genauigkeit. Was der Rookie im ersten Quarter noch vermissen ließ, ist jetzt wieder da. Zuerst findet er wieder Anthony Nash für 14 Yards. Dann ein Deep Pass auf WR Marlon Brown (18 Yards). Ein zweiter Pass wird vom gleichen Receiver allerdings nicht gefangen und dann gibt es eine Unterbrechung. Play under review. Sloter’s Pass auf Anthony Nash über die Mitte ist incomplete. Der Ball wird allerdings von Cards Rookie-CB Jarell Carter gefangen. Es sieht nach einer Interception aus, doch die Referees sehen in der Wiederholung keine Kontrolle über den Ball und es bleibt bei der Incompletion. Glück für Denver. Ein Kurzpass (9 Yards) auf Marlon Brown folgt, der die Uhr anhält und McManus erhöht den Spielstand mit seinem 44-Yard-Field-Goal auf 20:2. 3. Quarter Denver’s Ball aber kaum Raumgewinn und ein jehes Ende der Offensivbemühungen. Kyle Sloter entgeht nur knapp einem Sack von Cap Capi (genialer Name). 3-and-out. Der Arizona Drive bringt ebenfalls nichts und wieder sind die Orangefarbenen dran. Juwan Thompson wechselt sich jetzt mit Stevan Ridley ab und macht auch gleich mal 2 Firstdowns. Zwei weitere Firstdowns gibt es durch Pässe auf Marlon Brown und TE Austin Traylor. Kurz vor der Endzone ist dann aber Schluß und so muß “McMoney” wieder ran. Field Goal 23:2. Embed from Getty Images

Das 3. Quarter neigt sich dem Ende zu. Kaum gute Offensiveaktionen der Cardinals. Juwan Thompson dann nochmal mit einem guten Lauf, Dank eines tollen Block von O-Lineman Michael Schofield. Sloter mit Pässen auf Marlon Brown und Hunter Sharp für Firstdowns.

4. Quarter

Sloter gefällt mir weiterhin sehr gut, wenn wir mal vom ersten Quarter absehen. Er geht gut aus der Pocket, macht gute Reads, sichert den Ball und seine Pässe sind meist ziemlich genau. Alles das was wir von Paxton Lynch sehen wollten. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, daß wenn Lynch so gespielt hätte wie Sloter, dann wäre es für Siemian deutlich enger geworden. Folgerichtig sehen wir dann einen punktgenauen Pass in den Lauf von TE Steven Scheu für 21 Yards zum Touchdown. 30:2 Denver. Der folgende Cardinals Drive endet mit einem Sack an Trevor Knight durch DE Ken Ekanem. Danny Mason hatte da auch noch geholfen. Sonst kam da nichts mehr. Das Spiel ist zu Ende – die Broncos gewinnen auch Spiel 4 mit 30:2 gegen schwache Arizona Cardinals.

Das war es dann auch mit der Preseason. Schauen wir also morgen auf den Roster Cut (53-Man-Roster) und dann haben wir noch bis übernächsten Montag Zeit, daß die Saison mit dem Heimspiel gegen die Los Angeles Chargers beginnt. Eine große Frage steht dann noch im Raum. Was wird aus T.J. Ward? Gibt es noch einen Trade oder wird er morgen gecutted oder war alles nur heiße Luft? Ich melde mich nächste Woche dann nochmal, bevor es losgeht, und fasse die Geschehnisse zusammen.

Schönes Wochenende!

Mile High Salute

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

3. Preseason Spiel – Heimspiel gegen die Packers

Moin Broncos Fans!

Endlich wieder Football aus Denver. Das erste Heimspiel der Saison gegen die Green Bay Packers und so ist es gelaufen.

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1. Quarter

 

Kickoff Denver und Aaron Rodgers kommt aufs dem Feld. Doch der erste Drive des früheren MVP endet im 3-and-out. Platz für Trevor Siemian und die Offense der Denver Broncos. Nach einem Lauf und einem Kurzpass über C.J. Anderson, sehen wir einen Pass auf Demaryius Thomas zum Firstdown für 8 Yards. Danach sehen wir zum ersten Mal Jamaal Charles im Einsatz. Sein erster Carry über die rechte Seite bringt 7 Yards und Mile High wird richtig laut. Die Pässe in dem Drive sind alle incomplete. Der Punt durch Riley Dixon wird von den Packers für 27 Yards returned. Da sind die Probleme im Special Team gleich wieder sichtbar. Danach sieht die Run Defense nicht gut aus als Running Back Ty Montgomery mal eben 25 Yards abspult. Ein Pass von Aaron Rodgers in die Endzone ist incomplete. Dann sehen wir einen wohlbekannten Spin-Move dem ein Sack an Rodgers folgt. Klar wer das war. Von Miller in seinem ersten Preseason-Spiel. Kicker Mason Crosby bringt Green Bay 3:0 in Führung.

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Die Offense ist zurück und hier steht auch gleich der Quarterback im Fokus. Bei 3rd-and-7 entscheidet sich Siemian für einen Deep Pass durch die Mitte auf Demaryius Thomas. Der Ball ist allerdings zu hoch und landet in den Händen von Green Bay’s Kentrell Brice, der das Leder über 42 Yards returned – bis an die 2-Yard-Linie. Turnover, der erste von Siemian in der Preseason. Ty Montgomery schafft den einfachen Touchdown. 10:0 Packers.

 

C.J. Anderson läuft zweimal durch die Mitte zum Firstdown. Play Action und der Ball geht wieder Deep auf die rechte Seite zu Emmanuel Sanders, aber wieder incomplete, zu weit. Siemian heute noch nicht so überzeugend wie in den ersten Spielen. Doch das ändert sich schlagartig. Erst sehen wir den jungen QB laufen, und zwar für 17 Yards. Ein Pass auf Emmanuel Sanders folgt zum nächsten Firstdown. Ein weiterer auf Jordan Taylor für 20 Yards und C.J. Anderson schliesst den Drive dann erfolgreich mit einem Touchdown-Lauf über 16 Yards ab. 10:7.

 

Jordan Taylor war übrigens für Demaryius Thomas auf dem Feld. Letzterer wird wegen einer Oberschenkelverletzung behandelt… Er fällt für den Rest des Spiels aus. Man sieht ihn nach dem Touchdown an der Seitenlinie im Gespräch mit Kollege Jordan Taylor. Es scheint nicht sooo schlimm zu sein.

 

Für die Packers ersetzt Brett Hundley den mehr oder weniger erfolglosen Aaron Rodgers. Hundley wird bei seinem ersten Snap auch gleich zu Boden gebracht. Sack durch Adam Gotsis.

 

2. Quarter

 

Der Ball wird gepuntet und landet bei Isaiah McKenzie, der den Ball für 35 Yards returned. Ein Penalty macht den Raumgewinn des Rookies jedoch zunichte. Nach einer Incompletion auf Sanders findet Siemian Tight End Virgil Green für 22 Yards. Dann schwächelt die O-Line und Siemian wird gesackt. Garett Bolles sieht man nach dem Drive, mit verrückter Rookie-Frisur, an der Seitenlinie den Kopf schütteln. Er weiß wohl, daß er Schuld war.

 

Die Packers kommen auch nicht so richtig ins Spiel. Hundley muß zweimal aus der eigenen Endzone passen. Penalties haben den Ball soweit zurückgebracht. Ein Punt folgt, doch was sich in der Broncos Defense abspielt, ist interessanter. Aqib Talib und Todd Davis geraten aneinander. Davis hatte sich zuvor schon mit der Packers O-Line angelegt und wurde dann von Mannschaftskollegen weggezogen. Daraufhin legt er sich mit Talib an. Seine Hand war in Talib’s Gesicht und sein Helm an dessen Brust. Keine Ahnung was in ihn gefahren ist.

 

Siemian dann gleich mit einem weiten Ball auf Emmanuel Sanders an die 5-Yard-Linie, doch der Ball rutscht dem Receiver durch die Finger. Jamaal Charles mit zwei Rushes über 12 und 5 Yards. Danach verschwindet er jedoch im Zelt an der Seitenlinie und wird dort untersucht, verläßt das Zelt aber nach kurzer Zeit. Das Concussion protocol ist negativ. Neben Demaryius Thomas (Oberschenkel) sind bereits Zach Kerr (Knie) und Will Parks (Hüfte) verletzt ausgefallen…

 

Siemian findet dann doch nochmal Emmanuel Sanders für 15 Yards und man ist an Green Bay’s 12-Yard-Linie. Rushes über C.J. Anderson bei 3rd-and-1 und 4th-and-1 bringen keinen Raumgewinn. Ball für die Packers und die Broncos Defense kommt wieder aufs Feld. Todd Davis ist wieder mit von der Partie. Man hat ihn beruhigen können, wie Aqib Talib später im Interview mit dem üblichen breiten Grinsen bestätigt. Defensive Lineman Shelby Harris mit einem Sack. Hundley aber nun auch mit zwei guten Pässen an die rechte Außenbahn für Firstdowns. Shelby Harris beendet dann auch den Packers Drive bei 4th-and-short mit einem wichtigen Tackle.

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Die Broncos Offense ist zurück und Siemian mit Pässen auf Virgil Green, Jamaal Charles (ja der ist zurück!!!) und Jordan Taylor für Firstdowns in die Redzone. Ein punktgenauer Pass in die Endzone auf Emmanuel Sanders wird im letzten Moment noch von einem Verteidiger mit den Fingerspitzen berührt und wird danach nicht festgehalten. Der folgende Kurzpass auf C.J. Anderson ist zu kurz und Brandon McManus erledigt den Rest – 10:10 zur Halbzeit. Schade, da war mehr drin. Mehr Yards für die Broncos und bis auf die Interception war Siemian der beste QB auf dem Feld. Jamaal Charles hat gezeigt, daß er definitiv noch was im Tank hat und könnte somit wohl doch noch den Roster schaffen. Jordan Taylor hat sich auch wieder für einen Platz im Kader empfohlen. Shelby Harris war mit einem Sack und 4 Tackles der beste Mann der Defense.

3. Quarter

Paxton Lynch ersetzt Trevor und kommt gut ins Spiel. Ein Pass auf Kalif Raymond bringt ein Firstdown. Dann ist auch wieder De’Angelo Henderson im Spiel, der seinen QB unterstützt. Paxton läuft selbst für 15 Yards. Doch schon ist Schluß – er wird zweimal gesackt, verliert dabei sogar einmal den Ball, der von Henderson gerettet wird und McMoney muß den Drive retten. Field Goal über 46 Yards zur ersten Führung – 13:10 für Denver. Lynch verläßt danach den Innenraum des Stadions. Die Meldung läßt nicht lange auf sich warten – Verletzung an der rechten Schulter (Wurfarm). In der Wiederholung sieht man wie Lynch bei einem Sack in der Luft die Beine weggerissen werden und er mit dem Ball in der Hand zuerst mit dem rechten Ellenbogen und dann mit der Schulter auf dem Rasen aufschlägt. Keine gute Woche für ihn.

Hundley im Packers Drive mit ein paar guten Pässen. Ein Field-Goal-Versuch über 61 Yards geht weit vorbei.

Slotertime! Doch der Rookie-QB verzückt uns (noch) nicht – 3-and-out. Der Punt wird jedoch innerhalb der 5-Yard-Zone von Brendan Langley gestoppt. Keine gute Ausgangsposition für die Packers. Sie kommen zwar mit einem Laufspiel über 28 Yards raus aus ihrer misslichen Lage, aber schaffen danach kein Firstdown. Sloter braucht danach 3 Versuche um endlich Hunter Sharp zum Firstdown zu finden. Diese Connection bringt dann auch gleich das nächste Highlight – einen Passing Touchdown! Sloter mit einem perfekten Pass an die rechte Außenbahn, der von Hunter Sharp aus der Luft gepflückt wird. Dieser braucht nur noch in die Endzone zu fallen. Der beste Spielzug den wir heute gesehen haben. 20:10 für Denver.

4. Quarter

Nun ist natürlich nichts mehr von den Starting Line-Ups übrig und das Spiel plätschert vor sich hin. Jamal Carter ist mit mehreren Tackles auffähligster Bronco. Green Bay’s QB Brett Hundley macht allerdings das Beste daraus und bringt seine Offense suksessive nach vorne. Er ist es dann auch selbst der den Ball im Scramble in die Endzone bringt. 20:17 nur noch 3 Punkte Vorsprung.

Im nächsten Offense Drive der Broncos dann der zweite Turnover. Rookie-RB De’Angelo Henderson verliert den Ball. Sein Running Back Coach scheint ihm danach zu erklären, daß den Ball festzuhalten, das Wichtigste für einen Running Back ist. Henderson sitzt mit betröppelter Miene auf der Bank, während Von Miller hinter ihm Autogramme an die Fans in den unteren Rängen gibt.

Stevan Ridley bekommt jetzt auch nochmal etwas Spielzeit, aber ohne großen Raumgewinn. Brandon Marshall und Demaryius Thomas unterstützen Von Miller beim Autogramme schreiben. Es wird gepuntet und plötzlich doch nochmal Aufregung auf dem Feld. Cornerback Lorenzo Doss mit einer Interception. Doch wegen eines Penalties durch Denver’s Deon Hollins ist der Turnover zunichte. Green Bay versucht dann nochmal alles, um wenigstens in Field-Goal-Range zu kommen. Shelby Harris macht mit seinem zweiten Sack in diesem Spiel bei 4th-and-10 dem munteren Treiben ein Ende und die Broncos gewinnen auch das dritte Preseason-Spiel mit 20:17.

Das wars dann aus Denver. Es bleibt zu hoffen, daß wir keine ernsteren Verletzungen aus diesem Spiel mitnehmen und unbeschwert in das letzte Preseason-Spiel gehen können. Dieses findet bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Mile High statt. Gegner sind dann die Cardinals aus dem benachbarten Arizona.

Mile High Salute

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon