War’s das etwa schon?

Moin!

Vorab entschuldige ich mich für die unfreiwillige Pause letzte Woche. Ich hatte mir alles für den Artikel zurechtgelegt, doch habe ich es bis Freitag nicht geschafft zu schreiben. Dann war es einfach zu spät, noch einen Artikel nachzuschießen.

Diese Montagsspiele finde ich eh sehr bescheiden. Mein Artikel letzte Woche wäre sicher wohlwollender ausgefallen als der heutige. Das Spiel gegen die Chiefs hat mich fast schon begeistert.

Wir konnten eigentlich bis zum Schluß mit dem derzeit wohl besten Team der Liga mithalten und haben dann unglücklich verloren. Der letzte Pass hatte gefehlt.

Den „no call“ für Spielverzögerung gegen Mahomes lassen wir mal weg. Aber das war doch wirklich ein gutes und spannendes Spiel. Unsere Defense war stark, nur der Game-Winning-Drive hat gefehlt.

Ganz anders dann das Spiel im MetLife Stadium am vergangenen Sonntagabend. Mein Notizzettel ist nur halb so voll wie der vom letzten Montag.

Zur zweiten Halbzeit habe ich gerade zwei Stichpunkte gemacht. Muß aber gestehen, daß ich da auch nicht mehr so aufmerksam war.

Der Frust hatte gesiegt und ich habe mir den Shitstorm bei Twitter gegeben. Kleiner Tipp, zur Frustbewältigung trägt das nicht bei. Ganz im Gegenteil.

Fangen wir trotzdem mit den wenigen Stichpunkten auf meinem Notizblock an. Zuerst steht da das Turnover der Defense, ja davon gab es sogar zwei. Adam Gotsis hatte dem Jets-RB Bilal Powell den Ball abgenommen.

Der Offense-Drive von der 20-Yard-Linie der Jets wurde dann ziemlich spektakulär mit einem 8-Yard-Touchdownpass in die Endzone zu Rookie Courtland Sutton abgeschlossen.

Keenum war aus der Pocket gegangen und beschenkte den langen Receiver mit einem mustergültigen Pass, zu seinem ersten NFL-Touchdown. Super Auftakt – Turnover der Defense – und diesen gleich in einen Touchdown umgewandelt. Besser geht es nicht.

Doch haben wir auch schon letzte Saison solche Spiele gesehen. Meist hielt das Glück nicht lange an. So sollte es dann auch kommen.

Im nächsten Drive der Jets, angeführt vom Erstrundenpick QB Sam Darnold, wurde ein Problem gleich überdeutlich – die Verteidigung gegen den Lauf klappte so gar nicht. Der Pass Rush kam im Laufe des Spiels fast gänzlich zum Erliegen. Doch die Broncos hatte dennoch viel Glück in diesem Drive.

Darian Stewart hätte für sein ungeschicktes Eingreifen in der Endzone eine Pass Interference verdient gehabt. Diese blieb aber überraschenderweise aus.

So kamen die Jets lediglich zu einem Field-Goal-Versuch, den der Kicker Myers aus relativ kurzer Distanz kläglich vergab. Weiterhin also eine 7:0 Führung bis dahin.

Die Offense kam dann zum Zug, doch habe ich auf meinem Zettel bis zu den Schlußminuten keine nennenswerten Aktionen mehr notiert. Nur im zweiten Quarter gab es noch einen sehenswerten Drive mit zwei Receptions durch Demaryius Thomas über 42 Yards und einen schönen Pass durch die Mitte auf Rookie-WR DaSean Hamilton.

In der Redzone ging dann aber alles schief, abschließend der viel zu hohe Pass auf Courtland Sutton, der allerdings in bester Odell-Beckham-Manier extrem hochstieg und den Ball sogar noch berührte, ihn jedoch mit der Rückhand nicht unter Kontrolle bringen konnte. Das Field Goal folgte und brachte die Broncos zu diesem Zeitpunkt erstmal wieder mit 10:14 an den Gegner heran.

Zuvor war ja Folgendes passiert. Ein 77-Yard-Lauf von Isaiah Crowell brachte den Ausgleich und im nächsten Drive der Jets brachte Sam Darnold einen Pass an die linke Seite punktgenau in die Arme von Robbie Anderson an den Mann. Dieser Touchdown-Lauf ging über 76 Yards – 7:14 stand es dann.

Die Antwort darauf war ein mieser Drive, der beim ersten Snap fast in einer Interception enden sollte. Beim 3rd Down gab es einen Sack und dann war das 3-and-out perfekt. Eine Konstellation, die wir so noch dreimal sehen durften.

Kurz vor dem Pausentee als man eigentlich mit keiner großen Aktion mehr rechnete, überraschte uns der Rookie-QB der Jets erneut mit einem Pass auf Robbie Anderson, der meterweit hinter Bradley Roby den Ball in die Arme schloß und ungestört wie einst Forrest Gump aus dem Stadion zu laufen schien – 10:21 zur Halbzeit.

Ich muß sagen, daß neben Roby auch Chris Harris Jr. ein ziemlich schwaches Spiel zeigte. Seine bekannte Verbissenheit fehlte vollkommen. Von Miller, in den ersten zwei Spielen noch dominant in der Defense, bekam (wie auch schon in den letzten beiden Spielen) nichts auf die Reihe. Kaum Pressures und bis zu Darnold durch kam er nicht einmal.

Einen Sack konnte die Defense verbuchen, gegen einen Rookie-QB und eine bisher nicht gerade überzeugende O-Line. Kurzum die Defense hatte einen rabenschwarzen Tag. Schlecht gegen den Lauf und schlecht gegen den Pass.

Da kann man fast von Totalausfall oder gar Arbeitsverweigerung sprechen.

Ich hatte das Gefühl, daß die Defense den Spieß mal umdrehen wollte. So Offense, jetzt seht ihr mal wie das aussieht, wenn wir nicht performen. Das kann es doch nun wirklich nicht sein!

Die zweite Halbzeit erspare ich euch jetzt fast komplett. Ich habe noch einen Lauf von Courtland Sutton bei dem er mehr als 40 Yards erlief, aber leider die Hände zu sehr gegen den Jets-DB einsetzte und die Refs den großen Raumgewinn dann mit einer Pass-Interference-Strafe zunichte machten.

Ein wirklich guter Drive im letzten Quarter mit dem einzig guten Lauf von Royce Freeman endete allerdings ohne Punkte, weil man alles auf eine Karte setzte, statt ein Field Goal zu kicken und den Ballbesitz abgab.

Ein weiterer Drive folgte dann im Abschluß mit einem Touchdownpass auf Demaryius Thomas, nur war der Drops da schon gelutscht und man merkte die fehlende Ernsthaftigkeit in der Jets-Defense zu diesem Zeitpunkt, als das Stadion sich bereits fast komplett geleert hatte.

Was bleibt nach dieser schallenden 34:16 Niederlage? Ein Scherbenhaufen? Aufbruchsstimmung? Licht am Ende des Tunnels?

Wie schon vor zwei Wochen fühle ich mich wieder wie in 2017 zurückversetzt. Da gab es solche Spiele zu Hauf. Kommt das jetzt wieder? Sind wir erst am Beginn einer Niederlagenserie wie letztes Jahr?

Die nächsten Gegner sind die Rams, Cardinals und Chiefs… Egal, wir haben gegen schwache Jets unsere höchste Saisonniederlage kassiert.

Die Unzufriedenheit in der Fanszene macht für den erneuten Misserfolg fast ausschließlich den Headcoach verantwortlich. #FireVJ liest man nun wieder unter diversen Tweets. Ist das wirklich die Lösung?

Man hat nach dem gestrigen Spiel schon den Eindruck, daß da etwas in der Mannschaft nicht stimmt. Schlechtes Coaching haben wir dieses Jahr auch schon mehrfach gesehen. Unsere Rookies sind top. Das Potential die Playoffs zu erreichen, ist in der Truppe – keine Frage.

Doch es wird nicht (oder nicht immer) abgerufen. Ich führe das schon auf eine schlechte Stimmung im Team zurück, welches als solches nicht mehr funktioniert.

Die Kontrolle spreche ich dem Coaching Team derzeit eher ab. Es läuft weder in der Offense, die vor der Saison noch so hochgelobt wurde. Das Playcalling gegen die Jets war eine Katastrophe.

Da haben wir mal ein Laufspiel mit zwei Top-RBs der Liga, Lindsay und Freeman, und dann wirft Keenum im letzten Spiel über 50 Pässe. Wie paßt das zusammen?

Gerade wenn es schon in Halbzeit eins nicht mehr läuft? Adjustments nach der Halbzeitpause – Fehlanzeige! Der gleiche Stiefel wurde durchgezogen.

Sorry, aber das sind derzeit einfach zu viele Fragen die man in Richtung der Coaches aufwerfen muß. Warum besinnt man sich nicht erstmal auf seine Stärken?

Kritik muß sich nun mehrfach auch Case Keenum anhören. Ich war in den ersten Spielen noch sehr nachsichtig mit ihm. Hab ihn lediglich in Spiel eins wegen seiner riskanten Spielweise kritisiert. Nur hat es da wenigstens noch zum Sieg gereicht.

Gegen die Jets war er auf dem Papier deutlich besser als sein Gegenüber, nur hat sich das nicht auf dem Scoreboard gezeigt. Seine Reads waren mehrfach schlecht. Seine Pässe oft zu hoch. Wie die Statistiken zeigen ist er bisher nicht wirklich besser als Trevor Siemian letzte Saison.

Siemian hatte in den ersten fünf Spielen letztes Jahr:

61,8 % Pass completions – für 1.264 Yards bei 8 TDs und 6 INTs – 3 Siege – 2 Niederlagen

Keenum kommt in diesem Jahr auf:

63,5 % Pass completions – für 1.365 Yards bei 5 TDs und 7 INTs – 2 Siege – 3 Niederlagen

Fakt ist, es muß etwas passieren.

Wir bleiben treu!

Mile High Salute
Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

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