Moin deutschsprachiger Sektor!

Willkommen zur dritten Ausgabe und vielen Dank schon mal, dass ihr wieder „geklickt“ habt.

Schon wieder Dienstag, die letzte Woche ist nur so gerast und so ich hatte Mühe alle Neuigkeiten aufzuschnappen, daher auch nochmal für mich eine kurze Zusammenfassung der vielleicht wichtigsten Ereignisse der vergangenen Woche:

  • 26. Juni

Geht alle an. Die NFL-Spielergemeinschaft NFLPA hat einen 5-Jahres-Vertrag mit WHOOP geschlossen. Dieser Anbieter stellt den Spielern ein Armband zur Verfügung, das u.a. die Belastung während des Trainings, die körperlichen Werte in Ruhephasen und die Erholsamkeit des Schlafes festhält. Während des Spiels darf das Armband (noch) nicht getragen werden. Was genau mit den Daten passiert und wem diese zugängig gemacht werden sollen, ist noch nicht ganz klar. In der NBA und in der MLB werden solche digitalen Messgeräte bereits eingeschränkt genutzt.

  • 27. Juni

Von Miller wird von seinen NFL-Kollegen zum besten Verteidiger der Liga gewählt. Obwohl die NFL offiziell Khalil Mack als Defensive Player Of The Year (DPOY) gewählt hatte. Im gesamten Ranking aller Spieler nimmt Vonster hinter Tom Brady den zweiten Rang an. Alle Achtung!

  • 28. Juni

Die Broncos veröffentlichen ihren Media Guide für 2017. Dieser enthält vor allem Daten, Statistiken etc. für Journalisten. Einige Inhalten sind natürlich gleich durchgesickert. So haben die Broncos seit 1975 die beste Heimquote aller Teams. Ganze 73% aller Heimspiele wurden gewonnen. Mit den Steelers teilt man sich den Titel der wenigsten Negativsaisons (losing seasons), mit nur sieben. Was die Super Bowl Teilnahmen angeht, musste die Spitzenposition allerdings abgegeben werden. Diese haben nun die Patriots inne, mit insgesamt 9 Teilnahmen. Denver kommt zusammen mit Dallas und Pittsburgh auf 8. Eine überraschende Meldung darin war auch, dass die Zuschauerzahlen in der letzten Saison etwas gefallen sind. Man spricht dort allerdings vom Peyton-Manning-Faktor… Im Schnitt waren es 148,5 Zuschauer weniger pro Spiel. Immerhin wurden letzte Saison 74.123 Saisontickets verkauft. Noch mehr Facts findet ihr hier.

  • 29. Juni

Journalisten von ESPN halten Rookie WR Carlos Henderson für einen noch ungeschliffenen Juwel. Dieser könnte vielleicht sogar schon in seiner ersten Saison eine ähnliche Performance abliefern wie Tyreek Hill letzte Saison in Kansas City. Beide Spieler vereint ihre kompakte Körpergrösse gepaart mit einem explosiven Antritt, hoher Endgeschwindigkeit und natürlich hohe Beweglichkeit. Dies ist gerade für das Special Team gefragt, dort könnten die Broncos einen lebendigen Returner mehr als gebrauchen.

  • 30. Juni

Schon wieder Von. An der Stanford Universität haben sich gut ein Dutzend Verteidiger der NFL zum „Von Miller Pass Rush Summit 2017“ versammelt. Neben dem Initiator waren u.a. DeMarcus Ware, Shane Ray, Vic Beasley, Malik Jackson, Cliff Avril und auch Khalil Mack anwesend. Das Treffen diente dem Austausch unter Kollegen, um die Quarterbacks in der kommenden Saison noch mehr und besser unter Druck zu setzen. Hoffentlich wurden nicht zuviele Geheimnisse verraten.

  • 01. Juli

In einem Interview mit den Moderatoren von NFL Total Access stellt unser vermeintlich dritter Quarterback Chad Kelly klar, dass er von Mr. Irrelevant auch schnell zu Mr. Relevant werden könnte. Je nachdem wie sich die Quarterback-Situation entwickelt, bei Siemian und/oder Lynch Verletzungen auftreten, sieht er sich in der Lage bereits in der kommenden Saison aktiv ins Spielgeschehen eingreifen zu können. Derzeit plagt ihn selbst allerdings noch eine Knieverletzung und eine Verletzung an der Wurfhand. Dennoch ist der Neffe von Hall of Fame QB Jim Kelly zuversichtlich, bald wieder voll ins Training einzusteigen.

Soweit zur letzten Woche. Ein bißchen habe ich mich dann aber auch noch mit einem wichtigen Thema beschäftigt, was sicherlich alle interessiert – die Offensive Line (O-Line). Was wurde sie letzte Saison nicht kritisiert, schlecht gemacht und gar beschimpft.

Fangen wir also erstmal beim Besten an, denn auf der Position des Center haben wir mit Matt Paradis den wohl besten Spieler der Liga. Glaubt man den Analysen von Pro Football Focus (PFF) ist er der beste Center wenn es um das Blocken gegen den Lauf geht. Kein Wunder also, dass er von den gleichen Analysten in die O-Line der letzten Saison gewählt wurde.

Okay, wir haben also einen Elite-Center, aber was kommt dann?

Die Erwartungen auf dem first round pick Garrett Bolles sind natürlich hoch. Spielen wird er wohl von Anfang an, soweit er fit und verletzungsfrei ist. Er verfügt über Schnelligkeit und eine ausgeprägte Athletik. Der Rest, ob und wie er sich in die Mannschaft und die NFL einfügen wird, steht in den Sternen. Wie es heute so schön heisst, er muss liefern.

Bei seinen Tackle-Kollegen sieht es dagegen mau aus. Ich lese nur die Namen Schofield und Stephenson, schon wird mir schwarz vor Augen… Nun ruhen die Hoffnungen auf einem weiteren Neuling, Menelik Watson. Der Brite kam vom Division-Rivalen aus Oakland und wird auch als Starter gehandelt. Wenn er von Verletzungen verschont bleibt (was in der Vergangenheit leider nicht der Fall war), könnte seine Verpflichtung ein cleverer Schachzug gewesen sein.

Bei den Guards haben wir ein ähnliches Bild. Der vermeintlich beste Spieler ist ein Neuling im Team, allerdings nicht auf dem Papier. Ron Leary hat zuletzt in 4 Saisons für die Dallas Cowboys gespielt. Deren O-Line wurde nicht nur letzte Saison sehr gelobt und verhalf Rookie QB Dak Prescott und Rookie RB Ezekiel Elliott zu einer herausragenden Saison. Seine Klasse steht ausser Frage, er muss also ebenfalls liefern.

Neben ihm stehen dann noch Max Garcia und Connor McGovern. Bei Ersterem erwarten viele kommende Saison den grossen Durchbruch, auch wenn er 2016 noch als einer der schlechtesten seines Fachs gehandelt wurde. In seinem dritten Jahr soll es besser werden. McGovern gilt als der athletischste O-Liner in Mile High. Er geht auch erst in seine zweite Spielzeit und sollte in dieser auch mehr auf dem Rasen stehen.

Diese beiden Spieler können vor allem von ihren erfahreneren Kollegen profitieren und sollten aus den Fehlern und der Kritik gelernt haben. Die Voraussetzungen sind also auch auf dieser Position nicht so schlecht.

Ihr habt sicher festgestellt, dass noch sehr viel Wohlwollen in meinen Worten über die O-Liner liegt. Dies soll keine Verblendung der Tatsachen sein, dass dieser Teil der Mannschaft zuletzt äusserst schwach war. Elway und Co. haben das Problem jedoch erkannt und zur Chefsache gemacht. Die Verpflichtung von Leary und Watson in der Free Agency sowie ein Offensive Tackle in der ersten Runde des Draft, sprechen dafür eine klare Sprache. Was jetzt noch fehlt sind Taten, oder besser die Wahrheit auf dem Platz. Geduld ist dabei wiederum nicht die schlechteste Tugend. Wir haben bereits Juli und im August haben wir endlich die Preseason Spiele.

In dem Sinne, schauen wir optimistisch nach vorn in eine neue Woche.

Besten Gruss

Gordon

Twitter: @nenntmichGordon

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